09.03.2020

Zeitplan: Planen Sie Ihre Zeit gehirngerecht

Aufgaben visuell planen. Lieber intuitiv den Tag gestalten. Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte, die Sie gezielt in Ihr Zeitmanagement einbauen dürfen.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Zeitplan

Das übliche Zeitmanagement liebt die Linke

Sie kennen Sie alle. All die Zeitmanagement-Methoden, die es auf dem Markt gibt: Eisenhower, Pareto, A-B-C-Priorisierung, Wochen- und Tagesplanung, um nur einige zu nennen. All diese Methoden bevorzugen jedoch eins: Die Linke. Nämlich die linke Gehirnhälfte. Und genau dies kann für viele zu Problemen führen.

Vielleicht auch für Sie. Es ist nämlich ganz entscheidend, welcher „Hirn-Typ“ Sie sind. Prägt eher Ihre rechte Gehirnhälfte Ihr Verhalten und Tun, dann sind viele der gängigen Zeitmanagement-Methoden für Sie kaum geeignet.

 

Die beiden Gehirnhälften – und deren typischen Prägungen

Linke Gehirnhälfte

Rechte Gehirnhälfte

 
  • Logik
  • Abstraktion
  • Analyse
  • Rationalität
  • Linearität
  • Digitales Denken
  • Zeit-Orientierung
  • Mathematik
  • Kurzfristigkeit
  • Details
  • Verbale Kommunikation
  • Gedächtnis für Wörter und Sprache
  • Monotonie
  • L-Modus: fest, aufrechtstehend, leicht erfassbar, gerade, korrekt, kräftig, phantasielos, kraftvoll
 
 
  • Emotionen
  • Intuition
  • Analoges Denken
  • Raum-Orientierung
  • Musik, Rhythmus, Tanz
  • erkennt Zusammenhänge
  • Ganzheitlichkeit
  • Improvisation
  • Langfristigkeit - Dauer
  • Visuelles Denken, Farben, Muster
  • Körpersprache
  • Gedächtnis für Personen, Sachen und Erlebnisse
  • R-Modus: schräg, geschwungen, biegsam, in Kurven und Bögen, verspielt, komplex und phantasievoll
 

Im Zeitmanagement ticken beide völlig anders

Vielleicht wissen Sie es längst: Sie agieren eher mit Ihrer rechten Gehirnhälfte. Vielleicht sind Sie auch ein wenig unsicher. Denn, die eine oder andere Zeitmanagement-Methode nutzen Sie recht gerne.

Prüfen Sie deshalb einfach mal, welchem Typ Sie sich zuordnen würden. Die obige Aufstellung gibt ja bereits erste Aufschlüsse darüber, welche Fähigkeiten, welche Gehirnhälfte aktiviert und nutzt. Jetzt heisst es diese Eigenschaften auf den Zeitplan herunterzubrechen.

 

Wie wirken sich die beiden Gehirnhälften auf Ihr Zeitplan aus?

Linkshirnige Denker

Rechtshirnige Denker

 
  • leben gerne nach der Uhr.
  • können Ihren Zeitbedarf für Termine, Aufgaben und Projekte gut einschätzen.
  • tappen selten einem Zeitdieb in die Falle.
  • planen gerne alles im Voraus bis ins kleinste Detail.
  • lieben eine logische Vorgehensweise.
  • setzen mit Leichtigkeit Prioritäten.
  • arbeiten konsequent auf ein Ziel hin.
  • halten die Reihenfolge der Bearbeitung ein, d.h. Sie arbeiten eine Aufgabe nach der anderen ab.
  • lieben und nutzen Instrumente des Zeitmanagements wie die ALPEN-Methode oder To-do-Listen. 
 
 
  • planen Ihren Tagesablauf intuitiv.
  • schätzen oftmals falsch ein, wie lange etwas dauern wird.
  • verwenden einen Organizer nur nach Lust und Laune.
  • können schlecht Prioritäten setzen, weil Ihnen viele Dinge gleich wichtig sind.
  • gehen Aufgaben schöpferisch an und entwickeln dabei ständig weitere Ideen zur Realisierung.
  • denken quer.
  • fassen viele Ziele gleichzeitig ins Auge.
  • beschäftigen sich gerne mit mehreren Projekten parallel.
  • improvisieren sehr gerne mit neuen Arbeitsabläufen.
 

 

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Gehirngerechtes Zeitmanagement: 3 Tipps

Wie Sie Ihr Zeitplan gestalten hängt stark davon ab, von welcher Gehirnhälfte Sie gesteuert werden. Denn beide Gehirnhälften haben ihre Vorlieben und Abneigungen. Als rechtshirniger Denker stossen Sie mit dem klassischen Zeitmanagement an Grenzen, weil dieses für Sie einfach zu stark strukturiert ist und Sie sich dadurch eingeengt fühlen. Für Sie ist das flexible Zeitmanagement am besten geeignet. Doch auch, wenn Sie ein eher linkshirniger Denker sind, schadet es nicht, sich einfach mal ein wenig mehr auf die rechte Gehirnhälfte einzulassen.

Da die klassischen Zeitmanagement-Methoden ausreichend bekannt sind, richten sich die folgenden Tipps an Ihre rechte Gehirnhälfte. Kurbeln Sie für Ihre Aufgabenplanung Ihre Kreativität an. Viel Spass!

Tipp 1: Bitte recht bunt!

Ihre rechte Gehirnhälfte liebt Farben, Formen und Muster – und „denkt“ in Bildern. Listen Sie also Termine, Aufgaben und/oder Projekte statt mit einem Symbol oder Bild auf. So würde das Geschäftsessen mit Sven Rüther eine Gabel und Messer-Symbol erhalten, neben dem der Name steht und eine gemalte Uhr. Setzen Sie unterschiedliche Farben ein – gerne auch im üblichen Tageskalender, um die einzelnen Arbeitsschritte visuell aufzuzeigen und gleichzeitig voneinander zu unterscheiden.

Tipp 2: MindMapping bringt’s

Erstellen Sie zu den jeweiligen Aufgaben ein MindMap. Dadurch denken Sie vernetzt und sprechen Ihre visuelle Ader an. Markieren Sie anschliessend die Aufgaben

  • nach ihrer Reihenfolge. In der Regel muss bei einzelnen Aufgaben erst das eine vor dem anderen erledigt werden, da Sie die „Ergebnisse“ dieses Arbeitsschrittes für die Weiterführung benötigen. Durch eine farbige Markierung erstellen Sie eine visuelle Struktur, die anspricht und mit der Sie dennoch den Überblick bewahren.
  • ohne Reihenfolge-Zwang. Denn diese Aufgaben dürfen Sie erledigen, wie es intuitiv für Sie an diesem Tag oder im Laufe der Woche stimmig ist.

Tipp 3: Zettel für die Prioritäten

Für die rechte Gehirnhälfte gibt es „kein Muss“, sondern Kann-Optionen. Und als rechtshirniger Denker kennen Sie das daraus resultierende Dilemma: Viel zu viele Aufgaben und Dinge sind Ihnen gleich wichtig. Ihre Prioritätenliste wird somit immer länger und länger - und bringt keine Erleichterung, weil Sie keine wirkliche Gewichtung vornehmen können. Akzeptieren Sie diesen Fakt. Verbannen Sie die Prioritätenliste von Ihrem Schreibtisch. Gehen Sie neue Wege.

Entdecken Sie für sich die wunderbaren Post-It-Notes. Schreiben Sie Ihre einzelnen Aufgaben oder Arbeitsschritte auf farbige Zettel. Zur besseren Hervorhebung einzelner Aufgabenbereiche empfiehlt es sich auch hier mit unterschiedlichen Farben zu arbeiten. Heften Sie diese Zettel ganz oben auf eine Pinnwand, die Sie stets im Blick haben sollten. Sollten Sie jetzt nicht über den Luxus einer eigenen Pinnwand im Büro verfügen, verkleinern Sie die farbigen Zettel, damit Sie diese mühelos in Ihren Kalender heften können.

Gestalten Sie anschliessend Ihren Tagesablauf. Heften Sie einzelne Zettel auf eine bestimmte Uhrzeit. Sinn und Zweck dieser Gestaltung ist: Sie können so intuitiv und spielerisch Ihre jeweilige Prioritätensetzung ändern. Dafür heften Sie Ihren Zettel einfach wieder an den oberen Rand der Pinnwand oder auf Ihre To-do-Liste in Ihrem Kalender, um eine andere Aufgabe, die Ihnen in diesem Moment gelegener kommt, zu erledigen.

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