28.05.2018

Stressanzeichen: Leben duldet keinen Aufschub

Warum die grosse Erfolgslüge in unserer Leistungsgesellschaft einen umbringen kann. Höher-schneller-weiter, jedes Jahr wollen wir neue Umsatzrekordmeldungen und natürlich auch die passende Ertragssteigerung. Leistung zählt und nur eine herausragende Leistung wird auch entsprechend honoriert.

Von: Martin Sänger   Drucken Teilen   Kommentieren  

Martin Sänger

Martin Sänger ist Redner, Autor und Augenöffner, der die Dinge gerne auf den Punkt bringt. Noch im Jugendalter von 16 Jahren brachte er seine Eltern dazu, seinen Gewerbeschein zu unterschreiben das war der Beginn seiner Leidenschaft »Unternehmer sein«. Seit 1997 ist er selbstständig und gründete, von Erfolg getrieben, 2001 sein Unternehmen, die Sänger Trainerteam GmbH, mit der er nationale und internationale Personalentwicklungsprojekte im Vertrieb realisiert. Im Januar 2018 folgte, aufgrund der erweiterten Tätigkeit, eine Umbenennung in Payoff Industries GmbH. Vor Kurzem erst erlebte Martin Sänger seinen persönlichen »Crash« durch einen Herzinfarkt mit Nahtoderfahrung, der zu einer radikalen Änderung seines Lebens führte.

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Der Mensch ist längst zum Wirtschaftsfaktor geworden, den man mit Zahlen, Daten und Fakten messen kann. Das Resultat aus dieser Entwicklung sind häufig Unternehmer, Selbständige und auch Mitarbeiter, die sich nahezu ausschliesslich über die eigene Leistung, also die Arbeit pro Zeit definieren.
Reicht die angesetzte Arbeitszeit zur Bewältigung der anfallenden Aufgaben nicht aus, wird private Zeit eingesetzt. Damit wird oft ein Prozess in Gang gesetzt, der sich langsam anschleicht und dann rasant entwickelt. Anfänglich beruhigt man sich gerne noch, indem man sich selbst und der Familie immer wieder erklärt, dass dieser Zustand mit der vielen Arbeit vorüber geht und man dann natürlich die verlorene Zeit mit der Familie nachholt. Zu Beginn ist es noch mit der einen oder anderen Überstunde getan. Dann merkt man, dass man auch zu Hause noch mal eben die E-Mails liest und natürlich auch beantwortet. Irgendwann, ganz schleichend, muss dann das erste Wochenende geopfert werden. „Aber keine Angst, das ist ja nur eine Phase“ beruhigt man sich. Viel zu spät merkt man, dass diese erste Phase nahtlos in die zweite Phase übergeht, diese dann nahtlos in die dritte und so weiter.  

Mit Vollgas in den Crash

Getragen von dem guten Gefühl, dass man gebraucht wird, Anerkennung erfährt und sich auch Respekt erarbeitet, entwickelt man dann seine ganz eigenen Überzeugungen. Es ist erschreckend, wie viele Menschen denken, dass es ohne sie nicht geht. Andere wiederum denken, dass sie auf keinen Fall etwas ablehnen dürfen, weil die Reaktion des Gegenübers vermutlich nicht positiv ausfällt. Also nimmt man alle anfallenden Aufgaben an, weil man nicht nein sagen kann und erledigt sie auch noch selber, weil man denkt, dass es ohne einen nicht geht. An dieser Stelle hat man sich durch seine eigenen Überzeugungen die Strasse gebaut, auf der man mit Vollgas in den Crash fahren könnte.
Dummerweise fühlt es sich so gut an, auf dieser Erfolgsstrasse zu fahren, dass man die vielen kleinen Stressanzeichen, die schon darauf hindeuten, dass das nicht gut gehen kann, gar nicht wahrnehmen möchte oder gar ignoriert. Auch hier sind die Menschen äusserst gut darin, sich selbst zu belügen. Schlaflosigkeit, innere Unruhe, immer mehr Streitigkeiten zu Hause, weniger private Aktivitäten, Freunde rufen schon gar nicht mehr an, das liegt einfach nur daran, dass man momentan gerade viel Stress hat, das ändert sich aber wieder. Spätestens wenn man sich selbst bei solchen Gedanken oder Aussagen ertappt, sollte man innehalten und reflektieren, sich selbst kritisch hinterfragen um das System zu durschauen, denn nach dieser Phase folgt... nahtlos die nächste.

Erkenne die Stressanzeichen

Irgendwann ist es dann zu spät. Egal wie der persönliche Crash aussieht, ob man sich in einer leeren Wohnung wiederfindet, weil der Partner die Koffer gepackt hat oder gar auf der Intensivstation aufwacht, weil der Körper nicht mehr kann. Jetzt wird einem schlagartig bewusst, dass das eingetreten ist, an das man nicht geglaubt hat. Besser gesagt, es ist das eingetreten, das man bisher nicht wahrhaben wollte. Ja, man hätte es kommen sehen müssen aber dieses gute Gefühl des Erfolges, der eigenen Unbesiegbarkeit stand einem im Weg. Scheidung, Herzinfarkt, Unfall, „das passiert doch immer nur den anderen aber nicht mir!“ hat man bisher gedacht. Langsam dämmert es einem, dass diese unterschwellig vorhandene Erfolgslüge einen blind gemacht hat für andere sehr wichtige Dinge im eigenen Leben. Es reicht eben nicht aus, erfolgreich zu sein und viel Geld zu verdienen um zufrieden zu sein. Da kommen tatsächlich noch weitere Faktoren dazu. Gesundheit, ein angenehmes Privatleben, Sozialkontakte, die einem Energie geben um nur ein paar weitere Faktoren zu nennen.

Schonungslos analysieren

Wenn es schon mit der Prävention nicht geklappt hat, sollten man spätestens jetzt schonungslos ehrlich zu sich selbst sein und genau analysieren, welche Stressanzeichen man nicht wahrhaben wollte und wie man diese Fehler zukünftig vermeiden kann (siehe Grafik).
Das schreibt sich sehr leicht, ist aber eine echte Herkulesaufgabe, denn man muss an seinen persönlichen Überzeugungen arbeiten um nicht ein zweites Mal den gleichen Fehler zu machen. Es gibt einen sehr zuverlässigen Weg zu erkennen, ob man schon zu schnell auf der Erfolgsstrasse unterwegs ist. Wenn man die Stressanzeichen bemerkt oder der eigene Partner schon immer darauf hinweist, dass dies oder jenes nun endlich einmal erledigt werden muss, wenn man in diesem Moment selber denkt, dass man dafür momentan keine Zeit hat, genau dann ist es höchste Zeit, sich selbige zu nehmen.
Oftmals hilft dann nur noch ein sehr radikaler Schritt. Raus aus der gewohnten Umgebung und aus dem Alltag. Ob das nun die Berghütte ist oder das Zelt am Meer, ganz egal. Wichtig ist nur dass an diesen Tagen, die man sich gönnen sollte, ein klares Handy, Tablet- und Laptopverbot gilt.

Es ist vollkommen in Ordnung, Leistung zu erbringen, denn so funktioniert unsere Gesellschaft und wir dürfen dadurch in Wohlstand leben aber wie bei allem, macht die Dosis das Gift und hier ist jeder für sein eigenes Leben verantwortlich. Denn verpasste Erlebnisse können nicht nachgeholt werden. Ein schöner Satz ist dabei sehr einprägsam: „Mein Ziel ist es, mit Erinnerungen zu sterben und nicht mit Träumen“ (Quelle unbekannt). Dazu sind wir auf dieser Welt, denn LEBEN DULDET KEINEN AUFSCHUB.

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