04.11.2015

Arbeitssicherheit: Risiken systematisch entschärfen

Das Thema Arbeitssicherheit wird nach wie vor zu oft auf die leichte Schulter genommen. Dabei ist es für Arbeitgeber dank vieler Tools und Checklisten heute einfacher denn je, wirksame Schutzmassnahmen zu treffen.

Von: Andreas Martens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Andreas Martens

Andreas Martens ist Ergonom und Geschäftsführer des Zentrums AEH für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Betriebliches Gesundheitsmanagement und Individualbetreuung an.

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Trotz grosser Bemühungen der Behörden, der Berufsverbände und derUnternehmer verunfallen in der Schweizimmer noch viele Arbeitnehmende bei der Arbeit. Die Unfallstatistik weist für das Jahr 2013 fast 270 000 Berufsunfälle, davon über 12 000 Absturzunfälle, mit einer Kostensumme von gegen 300 Millionen Franken aus.

Mit System vorgehen

Alle Arbeitgeber haben gemäss den Artikeln 3 bis 10 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) die Pflicht, die in ihrem Unternehmen auftretenden Gefährdungen zu ermitteln und die erforderlichen Schutzmassnahmen und Anordnungen nach anerkannten Regeln derTechnik zu treffen. Dabei lohnt es sich, einen systematischen Ansatz zu wählen. Dies bezweckt, über die Behebung einzelne rMängel hinaus, Wiederholungen oder die Entstehung ähnlicher Mängel im gesamten Unternehmen nachhaltig zu verhindern. In der Regel braucht es dazu eine Kombination von technischen, organisatorischen und personenbezogenen Massnahmen.

Das Vorgehen in Form eines Sicherheitssystems gewährleistet Nachhaltigkeit. Es ist eine praktische Hilfe für Arbeitgeber und Sicherheitsfachkräfte, um ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen kontinuierlich zu verbessern. In der Regel wird entsprechend den Empfehlungenvon Suva, EKAS und der Arbeitsinspektorate ein betriebliches Sicherheitssystem mit zehn Elementen installiert.

Gefährdungen im Betrieb ermitteln

Gefährdungen können nur bewältigt werden, wenn sie bekannt sind. Zu den zentralen Aufgaben der Sicherheitsarbeit gehören das Ermitteln der Gefährdungen im Betrieb und das Beurteilen der entsprechenden Risiken. Gemäss den Vorgaben der VUV sind besondere Gefährdungen unter Einbezug eines geeigneten ASA-Spezialisten (z.B.Sicherheitsfachmann, Arbeitshygieniker, Arbeitsmediziner) zu erfassen und zu beurteilen. Zu den Bereichen mit hohem Risiko gehören:

  • Arbeiten ohne festen Arbeitsplatz: z.B.Bau-, Forst-, Montagearbeiten
  • Arbeiten mit hohen mechanischen Gefährdungen: Hochregallager, Stapler
  • Arbeiten mit Absturzgefahr
  • Arbeiten mit manuellem Bewegen von Lasten, ungünstige Körperhaltungen und -bewegungen
  • Arbeiten mit Brand- und Explosionsrisiken: z.B. brennbare Feinstäube, Lagerung von Brennstoffen
  • Arbeiten mit gesundheitsgefährlichen Stoffen: z.B. Umgang mit Chemikalien
  • Arbeiten mit physikalischen Einwirkungen: Lärm, Vibration, Strahlung etc.

Breite Palette an Hilfsmitteln

In vielen Bereichen wurden von ASA-Spezialisten im Rahmen der behördlichen Präventionsarbeit oder im Rahmen von Branchen- oder Modelllösungen gute Hilfsmittel erarbeitet, welche es in Standardsituationen ermöglichen, die Gefährdungsermittlung ohne externe Spezialisten durchzuführen. So gibt es beispielsweise für viele Standardsituationen Checklisten der Suva, welche die relevanten Gefährdungen und die geforderten Massnahmen aufzeigen. Die verantwortliche Person im Betrieb kann die Checkliste ausfüllen und bei allen nicht mit «Ja» beantworteten Fragen Massnahmen treffen und diese dokumentieren.

In Bereichen mit besonderen Gefährdungen lassen sich häufig keine einfachen Regeln definieren, deren Einhaltung mittels Checklisten überprüft werden kann. In diesen Bereichen ist ein geeigneter ASA-Spezialist beizuziehen, der aufgrund seiner Erfahrung die Situation und die vorhandenen Risiken analysiert. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Je nach Bedarf kann mit dem Betrieb zusammen eine Risikobeurteilung erstellt werden oder es kommt zum Einsatz von geeigneter arbeitshygienischer Messtechnik oder zur Simulation von Prozessen.

Mit den Hilfsmitteln kann ein Betrieb alle oder mindestens einen Grossteil der Gefährdungen erkennen und geeignete Massnahmen einleiten. Stellt man sich dabei aber einen Betrieb mit 100 Mitarbeitenden, mit Büros, einem Aussendienst, einer Logistik und ggf. einer Produktion vor, ergibt sich ein relevanter Verwaltungsaufwand. Schnell gibt es Dutzende von Checklisten, die bearbeitet und verwaltet werden müssen. Hier bieten moderne Softwaresysteme Abhilfe. Relativ einfach lassen sich damit die betrieblichen Prozesseabbilden, die notwendigen Prüffragen generieren, die Gefährdungsermittlungen dokumentieren sowie viele Sortiermechanismen nutzen.

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