30.06.2014

Feuerwehrübung: Durchführung einer Übung der Feuerwehr auf dem Betriebsgelände

Eine Feuerwehrübung im Betrieb will gut vorbereitet sein. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie die Durchführung einer Feuerwehrübung professionell organisieren und durchführen.

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Feuerwehrübung

Vorbesprechung der Feuerwehrübung  

Das Ziel der Vorbesprechung einer Feuerwehrübung ist es, die Übungsziele zu definieren und den Umfang und Ablauf der Übung grob zu entwerfen.   Als Ergebnis der Vorbesprechung sollten mindestens die folgenden Leitfragen beantwortet und die Ergebnisse dokumentiert werden:        

  • Wann präzise (Tag, Uhrzeit) findet die Übung statt?    
  • Durchführung während oder ausserhalb der Betriebszeiten?    
  • Werden die Betriebsmitarbeiter beteiligt/eingebunden?        
  • Wird die Übung angekündigt oder ohne Vorwarnung abgehalten?  
  • Haftungsfrage: Wer zahlt mögliche Übungsschäden?  

Als Anwesende sind Vertreter der Betriebsleitung (hier besonders wichtig auch der technische Leiter), der Brandschutzbeauftragte und die Vertreter der Feuerwehr erforderlich. Es empfiehlt sich, den Übungsstab kleinzuhalten. Als unterstützende Unterlagen sollten Baupläne, technische Pläne, die Brandschutzordnungen, Feuerwehrpläne, Gefahrstoffverzeichnisse und die Gesamtansicht des Geländes und der Nachbarschaft zur Verfügung stehen.

Erste Objektbegehung zur Vorbereitung auf die Feuerwehrübung

Die erste Objektbesichtigung findet möglichst im Anschluss an die Vorbesprechung statt. Bei dieser Objektbesichtigung wählen die Übungsplaner geeignete räumliche Bereiche für die Übung aus. Die planenden Feuerwehrkräfte werden vor Ort auf mögliche Gefahrenquellen im Objekt hingewiesen und ihnen wird gezeigt, welche Anlagen nicht beeinträchtigt oder abgeschaltet werden dürfen.

Darüber hinaus wird festgelegt, welche betrieblichen Einrichtungen des baulichen und anlagentechnischen Brandschutzes wie Wasserentnahmestellen, Rauchmelder, RWA, automatische Feuerschutzabschlüsse, Löscheinrichtungen, Löschwasserrückhalteeinrichtungen etc. in die Übung eingebunden und damit auch überprüft werden sollen. Die Ergebnisse des Rundgangs werden ebenfalls im Anschluss dokumentiert. Die gesammelten Daten dienen nun den Übungsplanern der Feuerwehr als Eckpunkte für die zu entwickelnde Übung und deren Übungsplan.

Zweite Objektbegehung

Im Rahmen einer zweiten Objektbegehung wird der aufgestellte Übungsplan überprüft. Hierbei werden auch die möglichen betrieblichen Gefährdungspotenziale für Übungsteilnehmer ermittelt. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob es durch die beabsichtigte Übung zu ungewollten Gefährdungen für den Betrieb kommen kann. Dies könnte geschehen z.B. durch Brandgefahr aufgrund des Einsatzes pyrotechnischer Artikel, oder durch übungsbedingte teuere Betriebsunterbrechungen (auch in Betriebsbereichen, in denen nicht geübt wird, etwa durch zentrale Notabschaltung).

Besprechen der geplanten Übungslage

Sobald die Ergebnisse der zweiten Begehung in den Übungsplan eingearbeitet wurden, stellen die Übungsplaner der Feuerwehr, möglichst bei einem weiteren Ortstermin, den geplanten Ablauf der Übung detailliert vor. Im Rahmen dieser Besprechung sollten nun mindestens die folgenden Punkte verbindlich festgelegt werden:

  • Übungslage
  • Ziel der Feuerwehrübung        
  • Definition von Abbruchkriterien und Abbruchsignalen (z.B. bei einem Realunfall)    
  • geplante Übungsdauer einschliesslich Vor- und Nachbereitung auf dem Betriebsgelände       
  • Umfang und Herkunft der eingesetzten Kräfte           
  • betroffene Betriebsbereiche              
  • Art und Umfang des vorgesehenen Effektmaterials (Nebelmaschinen, pyrotechnische Artikel ...)        
  • Einsatz von Verletztendarstellern/Statisten           
  • Umfang des notwendigen Betriebspersonals (Betriebsleitung, Haustechnik, Sicherheitsdienst, Brandschutzhelfer, Mitarbeiter als Darsteller)

Als Anwesende sind erforderlich: Vertreter der Betriebsleitung, der Brandschutzbeauftragte, weitere ggf. notwendige leitende Mitarbeiter (Technik, Abteilungsleiter ...) und natürlich die Vertreter der Feuerwehr.

Einbindung von Betriebsangehörigen in die Feuerwehrübung

Sollte im Rahmen der Planungsbesprechungen entschieden worden sein, dass Betriebsangehörige in die Übung einbezogen werden, so sind die dafür innerbetrieblich notwendigen weiteren Schritte zu veranlassen.

Herstellen der Übungssicherheit/vorbereitende Tätigkeiten

  • Um den sicheren Übungsablauf zu gewährleisten, sind in der Regel für die Übung besondere Massnahmen erforderlich:
  • Sichern von gefährlichen Anlagen bzw. Abschalten von Betriebsteilen      
  • Grenze des Übungsbereichs festlegen: Absperren, Abschliessen, Kennzeichnen            
  • Sichern von Betriebsdaten, Sicherungen gegen Diebstahl                  
  • Abstellen der Brandmeldeanlage und kompensierende Sicherheitsmassnahmen                  
  • Sichern automatischer Löscheinrichtungen (falls notwendig)                 
  • Brandwachen in aufgrund der Abstellungen nicht mehr ausreichend überwachten, aber nicht eingebundenen Betriebsteilen     
  • Sicherheitsposten an markanten Gefährdungspunkten (Stellung zumeist durch die Feuerwehr)

Durchführung der Feuerwehrübung

Die Durchführung der Feuerwehrübung obliegt der Übungsleitung der Feuerwehr. Um ständig einen Kontakt zwischen der Übungsleitung und der Betriebsleitung sicherzustellen, sollte sich der Brandschutzbeauftragte bei dieser Übungsleitung aufhalten. Eine Kommunikationsmöglichkeit mit der Betriebsleitung und der Haustechnik sollte vorhanden sein.

Wiederherstellen des Normalbetriebs

Hierzu werden die oben genannten Massnahmen in umgekehrter Folge aufgehoben und die abgeschalteten Anlagen wieder in Betrieb genommen. Wichtig: Erst werden die betrieblichen Überwachungs- und Schutzeinrichtungen wieder aktiviert, dann die Sicherungsposten abgezogen! Entstandene Übungsschäden werden in diesem Rahmen erfasst und dokumentiert. Dies sollte in Zusammenarbeit mit einem Vertreter der Übungsleiter der Feuerwehr erfolgen.

Übungsnachbesprechung

Im Rahmen einer Nachbesprechung sollten zusammen mit der Feuerwehr nachfolgende Leitfragen beantwortet werden:

  • Konnte das Übungsziel erreicht werden?       
  • Welche Probleme sind aus Sicht der Übungsleitung aufgetreten?   
  • Welche organisatorischen und technischen Probleme wurden erkannt?     
  • Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?

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