01.07.2014

Gefahrstoffe: Wichtige Punkte bei der Entsorgung von Gefahrstoffen

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Punkte bei der Entsorgung von Gefahrstoffen wichtig sind. Die Fokussierung auf das Thema Abfall und die Gefährdungen ergeben dabei neue Anhaltspunkte für Verbesserungen.

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Gefahrstoffe

Mögliche Gefährdungen durch Abfälle

Oft stehen Abfälle mehr wegen der verursachenden Kosten im Fokus, aber nicht wegen ihres Gefährlichkeitspotenzials. Dabei können Abfälle ein höheres Risiko haben als es erscheint. Dies kommt auch daher, dass Abfälle in vielen Fällen zwar kontinuierlich während des Produktions- oder Dienstleistungsbetriebs auftreten, aber immer wieder auch in Ausnahmefällen, z.B. bei der Wartung von Anlagen, bei der Instandhaltung nach Anlagenausfällen, durch die Tätigkeit von Fremdfirmen, bei Unfällen.

Dadurch ist das Bewusstsein für die Abfälle nicht sehr hoch und sie werden bei Gefährdungsbeurteilungen „übersehen“. Aber auch wenn Abfälle in der Gefährdungsbeurteilung mit betrachtet werden, ergeben sich Schwierigkeiten, da die Zusammensetzung nicht immer genau bekannt ist. Es können Gemische entstehen, deren Gefährdung nicht mehr dem Sicherheitsdatenblatt entnommen werden können, z.B. durch thermische Belastung in einer Anlage, Aufkonzentrierung von gefährlichen Inhaltsstoffen, Vermischung verschiedener Stoffe.

Analyse nötig – Gefahrstoffe im Abfall?

Sie müssen also analysieren, ob es Vermischungen gibt und welche Inhaltsstoffe die Abfälle enthalten. Wenn Sie für die Abfälle einen eigenen Entsorgungs- oder Verwertungsnachweis beantragt haben, ergeben sich daraus häufig Hinweise darauf, ob es sich um einen gefährlichen Stoff handelt.

Bestehende Hinweise beachten und bewerten: Hinweise, welche Gefährdungen von den Abfällen ausgehen, ergeben sich aber immer schon aus den Stoffen, die in den Prozess eingebracht werden. Wenn Sie z.B. ein wässriges Reinigungsmittel in einem Reinigungsautomaten einsetzen, dass als „reizend“ eingestuft ist, dann wird der resultierende Abfall in den meisten Fällen auch reizend sein. Ausserdem muss beachtet werden, was gereinigt wurde. Handelt es sich um Metallteile, so können diese Ölanhaftungen haben, die als Emulsion in den Reiniger übergehen. Dies erhöht wahrscheinlich erst einmal nicht die Gefährdung des Abfalls. Wenn der Reinigungsautomat aber bei höheren Temperaturen arbeitet (70 °C), können Aerosole entstehen, die beim Öffnen der Anlage zu beachten sind.

Schutzmassnahmen anpassen:

Genauso wie bei „normalen“ Gefahrstoffen sind auch für die Abfälle die Schutzmassnahmen angepasst anzuwenden. Dazu gehört an technischen Massnahmen z.B. die Substitution von Einsatzstoffen, um die Zusammensetzung der Abfälle zu beeinflussen. Oft sind die entstehenden Abfälle durch das Verfahren „vorgegeben“, in vielen Fällen lohnt sich aber ein Gespräch mit den Lieferanten, welche Möglichkeiten bestehen, durch den Einsatz von anderen Stoffen die Gefährdungen durch die Abfälle positiv zu beeinflussen. Denken Sie dabei immer daran, dass die Gesundheit der Mitarbeiter ein wichtiges Gut ist und somit zusätzlicher Aufwand gerechtfertigt ist.

Auf sachgerechte Lagerung achten:

Der Einsatz des „Standes der Technik“ betrifft z.B. auch die Lagerung der Abfälle, um erhöhte Expositionen zu verhindern. Dies betrifft besonders Abfälle, die Lösemittel enthalten oder bei denen durch thermische Einflüsse, d.h. hohe Temperaturen, kurzkettige organische Stoffe entstehen können. Diese müssen so gelagert werden, dass ausreichend Frischluft vorhanden ist, d.h., eine Absaugung wurde installiert oder es erfolgt die Lagerung im Freien.

Organisatorische Schutzmassnahmen  

Bei der Gefährdungsbeurteilung sind entsprechend dem oben Aufgeführten die Abfälle mit zu berücksichtigen. Dies gilt natürlich auch für die Hinweise für die Mitarbeiter. Dies bedeutet, dass für die Abfälle auch Betriebsanweisungen zu erstellen sind, die alle Gefährdungen und Schutzmassnahmen beschreiben. Achten Sie hier besonders darauf, den Umgang genau zu beschreiben, da es sich dabei in vielen Fällen nicht um alltägliche Abläufe handelt.

Kennzeichnung von Abfällen wie alle anderen Gefahrstoffen

Abfälle sind wie alle anderen Gefahrstoffe zu kennzeichnen. In der TRGS 201 ist beschrieben, wie Abfälle zur Beseitigung zu kennzeichnen sind. Diese Vorgaben sollten aber auch bei allen anderen Abfällen beachtet werden. Als Bezeichnung des Abfalls kann z.B. eine Angabe nach dem Europäischen Abfallartenkatalog dienen. Wenn für bestimmte Abfälle in Ihrem Unternehmen eigene Begriffe geläufig sind (Reiniger aus Werkzeugwaschmaschine), sollten auch diese verwendet werden, da die Mitarbeiter die Abfälle eindeutig identifizieren können. Darüber hinaus sind die Gefahrensymbol(e) und die Gefahrenbezeichnung(en) auf den Lagerbehältern zu befestigen.

Bei ätzenden Abfällen kann es zusätzlich sinnvoll sein, zu vermerken, ob der Abfall sauer oder alkalisch reagiert. Dadurch können unerwartete Reaktionen wie hohe Wärmeentwicklungen vermieden werden. Auch die Hinweise auf besondere Gefahren, d.h. die R-Sätze, sind auf die Behälter mit aufzunehmen. Wenn die Mitarbeiter durch Betriebsanweisungen und Unterweisungen über die Gefährdungen, die von den Abfällen ausgehen unterrichtet sind, kann auch auf die R-Sätze verzichtet werden. Bei Abfallbehältern aus Labors kann auch eine Gruppenbezeichnung der Behälter erfolgen, z.B. saure wässrige Abfälle ohne Lösemittel, schwermetallhaltig. Abfälle im Produktionsgang brauchen nicht gekennzeichnet zu werden, wenn den Mitarbeitern die Stoffe bekannt sind.

Für die Lagerung von Abfällen ist wichtig, die richtigen Behälter zu verwenden. Zum einen müssen vorhandene Aufkleber usw. entfernt werden, wenn etwas anderes eingefüllt wird. Ausserdem sind dicht schliessende Behälter zu verwenden, die evtl. auch darauf ausgelegt sind, dass die Abfälle eine andere chemische Eigenschaft als der ursprünglich eingefüllte Stoff besitzt.

Bei der internen Lagerung sind auch Zusammenlagerungsverbote zu beachten, die z.B. in den S-Sätzen beschrieben sind. Achten Sie darauf, mit welchen anderen Stoffen Reaktionen beschrieben sind. Analyseproben oder Rückstellmuster (z.B. Altöl) müssen so bezeichnet sein, dass eine eindeutige Zuordnung der Gefahrstoffeinstufung der Abfälle gewährleistet ist.

Gefahrstoffe vor Brand schützen - Brandschutz bei der Lagerung von Abfällen

Der Brandschutz ist bei der Lagerung von Abfällen ein wichtiger Punkt. In vielen Unternehmen werden die Lagerbehälter offen stehen gelassen, um ein schnelles Einfüllen der Abfälle zu ermöglichen. Dadurch besteht bei entzündlichen Abfällen immer ein Brandrisiko. Dies ist oft noch mit einem Explosionsrisiko verbunden, da sich aus den leicht flüchtigen Abfallinhaltsstoffen explosionsfähige Bereiche bilden können (siehe Explosionsschutz).

Ausserdem wird durch die brennbaren Flüssigkeiten (alte Lacke, Altöl, lösemittel- oder ölverschmutzte feste Abfälle) oder die Lagerung von Altpapier in der Produktion die Brandlast erhöht. Oft werden die Abfälle nahe an den Entstehungsstellen gelagert, um lange Wege zu ersparen, sodass auch die Gefahr der Entzündung gegeben ist, wenn z.B. Metallbearbeitung mit Funkenflug vorhanden ist.

Um die Brandgefahr und deren Auswirkungen zu verringern, sind in der Brandschutzordnung also auch die Abfallentstehung und -lagerung mit einzubeziehen. Die Mitarbeiter sind entsprechend zu unterweisen und durch Aushänge auf die Gefahren hinzuweisen. Denken Sie auch daran, geeignete Feuerlöscher zur Verfügung zu stellen. Besonders lösemittel- oder ölhaltige Abfälle können nicht einfach mit Wasserstrahl gelöscht werden.

Gefahrstoffe und Explosionen - Explosionsschutz bei Abfällen

Wenn Sie sich überlegen, dass 5 ml Benzin genügen, um in einem 200-Liter-Fass eine explosionsfähige Atmosphäre zu erzeugen und im Allgemeinen ab 2 l Volumen von einer „gefährlichen Menge“ explosionsfähiges Gemisch ausgegangen wird, wird bewusst, dass Explosionsschutz bei Abfällen immer zu beachten ist. Denken Sie an leere Fässer, die zur Entsorgung bereitgestellt werden und in denen noch Restmengen vorhanden sind. Welche Bedingungen ermöglichen eine Explosion? Alleine schon durch die Bewegung der Fässer oder statische Entladungen können Funken entstehen. Auch wenn diese Unfälle selten vorkommen, beinhalten Sie ein grosses Gefahrenpotenzial. Das gleiche gilt für gefüllte Abfallbehälter, in denen z.B. Lösemittelabfälle gesammelt werden. Sie sind häufig mit Vorrichtung zum Erden vorgesehen, was aber in vielen Fällen nicht gemacht wird.

Betrachten Sie alle Stellen, an denen Abfälle zu einer Explosionsgefährdung führen können, und schliessen Sie diese durch entsprechende Massnahmen aus (Erdung von Behältern, Verringerung der Lagermengen, Absaugung in entsprechenden Lagerbereichen). Ist eine Explosionsgefahr nicht auszuschliessen müssen Sie ein Explosionsschutzdokument erstellen.

Denken Sie auch daran, explosionsgefährdete Bereiche mit Warnzeichen zu kennzeichnen, in denen z.B. darauf hingewiesen wird, Zündquellen zu vermeiden (Rauchverbot, offenes Feuer, offenes Licht vermeiden).  

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