02.07.2014

Instandhaltung: Reinigung, Wartung, Inspektion

„Inspektion ist aufwendig und kann nur in grossen Betrieben durchgeführt werden. Teure Geräte sind notwendig und die Ergebnisse sind entbehrlich.“ Selbstverständlich ist diese Auffassung falsch! Wer die Ziele einer Inspektion kennt und weiss, wie die Ergebnisse verwendet werden können, wird auf diese Instandhaltungsmassnahme grossen Wert legen.

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Inspektion

Was ist Inspektion?

Definition nach DIN 31051

„Inspektion ist eine Massnahme zur Feststellung und Beurteilung des Ist- Zustandes von technischen Einrichtungen eines Systems.“ Damit ist schlicht die regelmässige Überprüfung der wichtigsten Elemente einer Anlage auf ihre zukünftige Erfüllung der vorgesehenen Funktionen gemeint. Inspektion kann so von einem einfachen Blick auf ein Manometer bis zu einer Wandstärkenprüfung oder Ultraschalluntersuchung von Druckbehältern reichen. Der Unterschied zur Kontrolle liegt dabei in der Dokumentation der einzelnen Ergebnisse, um danach Massnahmen einleiten zu können. Im Gegensatz dazu ist die Feststellung eines bereits eingetretenen Schadens keine Inspektion!

Insgesamt lässt sich Inspektion in vier Phasen gliedern:

  • Feststellen des Ist-Zustands
  • Beurteilen des Ist-Zustands
  • Auswerten der Vergleichsinformationen
  • Massnahmen setzen

Ziele der Inspektion

Inspektion ist sehr eng mit der Wartung verbunden. Wenn ein Füllstand zu kontrollieren ist und dieser einen zu niedrigen Wert aufweist, dann erfolgt in den meisten Fällen das sofortige Auffüllen. Allerdings geht die Inspektion häufig noch einen Schritt weiter. So mag der Ölstand im Januar auf „Maximal“ stehen, im Februar zur nächsten Inspektion ist er einen Teilstrich abgesunken. Im März wiederum einen Teilstrich und im April noch einmal. Also wird in dem Fall das Inspektionsergebnis dazu führen, dass in Zukunft das Nachfüllen des Öls nicht mehr monatlich erfolgen muss, sondern vielleicht ein jährlicher Turnus ausreicht. Dieses Ergebnis wird wiederum in den Wartungsplan übernommen.

Folgende Ziele können im Einzelnen für die Inspektion formuliert werden:

  • Reduzierung des Instandhaltungsaufwands: Das Ergebnis von guter Inspektion kann eine Verlängerung des Wartungsintervalls sein.
  • Reduzierung von Folgeschäden: Durch Erkennen der Ausfallskurve und der Restlebensdauer kann rechtzeitig eingegriffen werden.

Wie wird die Inspektion durchgeführt?

Bei der Inspektion erfolgen Momentaufnahmen von Anlagenzuständen, deshalb sollte darauf geachtet werden, dass alle Rahmenbedingungen identisch gehalten werden.

Tipp

Die Lagertemperatur eines Antriebs sollte stets nach derselben Betriebsdauer und bei derselben Belastung erfolgen, um einen realistischen Vergleich mit den anderen Werten zu bekommen. Viele Inspektionen sind einfach und können während des Betriebs der Anlage durchgeführt werden. Als Unterstützung können wichtige Daten auch elektronisch erfasst und über eine BDE (Betriebsdatenerfassung) direkt ausgewertet werden. Andere Inspektionen sind dagegen nur während des Anlagenstillstands möglich, beispielsweise, wenn Teile dazu ausgebaut werden müssen oder Überprüfungen im Inneren einer Anlage (z.B. Druckkessel) notwendig sind. Weiterhin ist abzuwägen, ob und in welchem Intervall die Überprüfung stattfindet und welche Daten kontinuierlich erfasst werden müssen. Wichtig ist dabei, dass die vier Stufen der Inspektion nicht nur auf die erste reduziert werden. Ohne Beurteilung, Vergleich und Ableitung von Massnahmen ist der ganze Aufwand wertlos! Deshalb ist auch zu überlegen, wer welche der Aufgaben übernimmt.

Wer soll die Inspektion durchführen?

Da die Inspektion nicht nur aus dem Kontrollieren besteht, ist die Arbeit üblicherweise auf mehrere Personenkreise verteilt. Nachdem die Inspektion auf präventive Instandhaltung zielt, wird sie grösstenteils der Instandhaltungsabteilung zugeordnet. Viele Werte sind jedoch ohne besondere Qualifikationen zu erfassen und können daher auch vom Maschinenbediener erhoben werden. Nach Möglichkeit sind alle Anzeigen und Messverfahren sehr einfach zu halten. Der Schritt „Erfassen des Ist-Zustands“ darf nicht zu aufwendig sein, da sonst die Akzeptanz verloren geht.

Der Schritt „Beurteilen des Ist-Zustands“ kann durch Markierungen (Manometer mit „Grün-/Rot“-Bereichen) oder Anzeigen (o.k./NG) sehr einfach gestaltet werden. Ist dies nicht möglich, muss ein qualifizierter Mitarbeiter eingesetzt werden.

Beim Punkt „Auswerten mit Vergleich“ werden die Daten von vergangenen Messungen benötigt. Somit ist diese Stufe klar in der Instandhaltungsabteilung angesiedelt.

In die Erstellung des Massnahmenplans sind dann alle Betroffenen einzubinden. Üblicherweise werden nun Reinigungspläne, Wartungspläne, Arbeitsanweisungen oder technische Konstruktionen geändert. Wenn bereits TPM-Tage im Betrieb eingeführt sind, können diese für die erwähnten Aktivitäten genutzt werden. Die Federführung sollte allerdings in der Stufe „Massnahmen“ die Instandhaltung übernehmen.

Während die ersten drei Stufen für gewisse Anlagenbereiche durch eine Betriebsdatenerfassung übernommen werden können, muss spätestens zur Erstellung des Massnahmenplans wieder der Mensch eingreifen. Eine vollständige Automatisierung der Inspektion ist damit unmöglich!

Welche Bereiche sollen bei der Inspektion berücksichtigt werden und wann soll die Inspektion durchgeführt werden?

Im Allgemeinen ist darauf zu achten, dass nur Schwerpunkte in die Inspektion aufgenommen werden, die einen Ausfall der Anlage oder eine Verschlechterung des Arbeitsergebnisses (Quantität und Qualität) zur Folge haben. Anderenfalls werden unendlich viele Daten erzeugt, die anschliessend beurteilt und ausgewertet werden müssen, ohne dass dabei relevante Informationen erzeugt werden. Zusätzlich können Parameter, die zwar nicht genau einem Anlagenteil zugeordnet werden können, aber eine Aussage über den Allgemeinzustand ermöglichen, erfasst werden. So ist eine ständige Wirkungsgradüberwachung und eine Berücksichtigung der Gesamtanlageneffizienz (GEFF) empfehlenswert.

Auch soll der Umfang der Inspektion nicht den Produktionsaufwand übersteigen. Die Inspektion soll eine Unterstützung sein und kein Hindernis. Somit sind vorrangig die Teile zu überwachen, die nach einer FMEA (Fehlermöglichkeiten- und -einflussanalyse) oder RCM-Analyse (Reliability Centered Maintenace) eine hohe Bedeutung erhielten. Ist z.B. der Antrieb einer Anlage als Schwerpunktproblem eingestuft worden, kann es sinnvoll sein, die Lagertemperaturen, die Stromaufnahme, den Geräuschpegel, die Wicklungstemperatur usw. in eine Inspektion aufzunehmen. Jede der Überwachungen erfolgt wiederum intervallweise. Bei der erstmaligen Erstellung eines Inspektionsplans sind deren Zeitabstände erst einmal kürzer zu wählen und können später, je nach Ergebnis, verlängert werden. So wird beispielsweise für Hydraulikanlagen oftmals ein jährlicher Wechsel des Öls vorgeschrieben. Durch gute Inspektion, in diesem Fall durch eine quartalsmässige Überprüfung des Öls in einem Labor, kann die Standzeit des Öls oft verdoppelt oder gar verdreifacht werden.

Was soll ein Inspektionsplan enthalten?

Die Ergebnisse der Inspektion sollen Vergleiche zu früheren Messungen ermöglichen. Somit ist ein „geprüft – o.k.“ nicht sinnvoll. Nur wenn die Parameter der Prüfung festgelegt sind und die tatsächlichen Ergebnisse dokumentiert werden, können die richtigen Massnahmen erfolgen. Somit müssen der genaue Prüfzeitpunkt, die zu verwendenden Messgeräte und die einzuhaltenden Rahmenbedingungen vorgegeben sein. Natürlich ist es auch entscheidend, wer die Prüfung übernimmt und wann diese durchzuführen ist. Das ermöglicht den Vergleich der aktuellen mit den vorherigen Werten und die Ableitung von Massnahmen. Nachdem mit den Ergebnissen weitergearbeitet wird, empfiehlt es sich, den Plan in Form einer Checkliste, die zu jeder Inspektion ausgegeben wird, zu gestalten.

Wichtige inhaltliche Punkte für einen Inspektionsplan:

  • Firmen-CI (Logo und Layout)
  • Maschinenbezeichnung (eindeutige Zuordnung)
  • Zuordnung zu einer Produktionsreihe
  • Titel (Inspektionsplan für das Jahr oder den Monat etc.)
  • laufende Nummer
  • Kurzzeichen (Wer hat diesen Punkt zu erfüllen? Werker, Instandhalter, Einsteller etc.)
  • genaue Beschreibung der Rahmenbedingungen und der Messmethode
  • Fotos (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!)
  • Dauer (Für die Planung ist die Kenntnis notwendig, wie lange der einzelne Inspektionsvorgang dauert.)
  • vorgegebener Zeitpunkt der Prüfung
  • tatsächlicher Zeitpunkt der Prüfung
  • Prüfmittel
  • Name und Unterschrift des Prüfers
  • Prüfergebnis (eine Skala zum Eintragen oder ein Feld mit Einheit und Kommastellen als Vorgabe)

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