03.07.2014

Produktion: Arbeitsschutzmanagementsysteme in der Produktion

Der betriebliche Arbeitsschutz ist über gesetzliche und behördliche Vorgaben bereits stark reguliert. Insbesondere in der Produktion, wo mit einer Vielzahl an Gefährdungen zu rechnen ist, existiert eine Vielzahl an Vorschriften.

Kommentieren   Teilen   Drucken

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
Produktion

Es drängt sich folglich die Frage auf, warum Arbeitsschutzmanagementsysteme (AM-Systeme) überhaupt nötig sind, wenn ohnehin eher zu viele als zu wenige Vorschriften existieren. Darüber hinaus sind AM-Systeme im Unterschied zu gesetzlichen und behördlichen Vorgaben freiwillig. Ziel eines AM-System ist es, den Arbeitsschutz in die betrieblichen Abläufe zu integrieren und geeignete Massnahmen in der Produktion zu planen, umzusetzen, zu messen und zu bewerten und ggf. zu verbessern.

Verantwortung der obersten Leitung

Voraussetzung ist, dass die oberste Leitung hinter dem System steht und die erforderlichen Ressourcen bereitstellt. Die Idee greift den aus dem Qualitätsmanagementsystem (QM-System) bekannten Ansatz des PDCA-Zyklus auf und verfolgt das Ziel, alle Akteure zu motivieren, das bestehende Niveau des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu verbessern. Ob Sie als Leiter der Produktion in Ihrem Betrieb die „oberste Leitung“ sind, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag, Ihrer Stellenbeschreibung oder einer eventuell vorhandenen Pflichtenübertragung ab.

AM als Teil des Risikomanagements

Die Möglichkeit, das Entstehen von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen zu beeinflussen, wird in vielen Betrieben als Teil des Risikomanagements verstanden. Resultierende Massnahmen unterstützen die Führungskräfte dabei, kritische Abläufe zu beherrschen, die Sicherheit im Betrieb zu erhöhen und das Haftungsrisiko des Betriebs zu reduzieren. Für Sie als Leiter der Produktion stellt ein AM-System somit eine Möglichkeit dar, Risiken im Hinblick auf die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu beherrschen, was Sie dabei unterstützt, Ihrer Organisationsverantwortung nachzukommen. Jeder Arbeitsunfall ist nicht nur ein Schaden für den betroffenen Mitarbeiter, sondern immer auch mit Verlusten für Ihre Firma verbunden.

Schadensfolgen sind z.B.:

  • Produktionsausfälle
  • Imageverlust
  • Schadensersatzforderungen
  • Sanktionen durch Kontrollbehörden

Welche Arbeitsschutzmanagementsysteme gibt es?

Entscheiden Sie sich dafür, ein AM-System in der Produktion einzuführen, können Sie zwischen verschiedenen Systemen wählen. Die wichtigsten Vertreter sind nachfolgend dargestellt:

OHSAS 18001

OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) ist ein international anerkannter prozessorientierter Arbeitsschutzstandard, der im Rahmen externer Audits zertifiziert werden kann. OHSAS 18001 ist branchenübergreifend anwendbar und lässt sich gut in bestehende QM- und Umweltschutzmanagementsysteme integrieren. Wenngleich sich OHSAS 18001 prinzipiell auch ohne fremde Hilfe im Betrieb aufbauen lässt, empfiehlt sich die Einbindung eines externen Beraters, der Sie auf die Zertifizierung vorbereitet. OHSAS 18001 ist für mittelständische und grosse Firmen ein gut geeignetes AM-System.

SCC

SCC (Safety Certificate Contractors) ist ein ebenfalls international anerkannter Standard, der ursprünglich für die Anforderungen der Mineralölindustrie entwickelt wurde und sicherstellen sollte, dass Fremdfirmen die geltenden Sicherheitsstandards des Auftraggebers erfüllen. Auch heute ist SCC ein Standard, der insbesondere bei der Beauftragung von Fremdfirmen von Bedeutung ist. Vergeben Sie Instandhaltungs- oder Wartungstätigkeiten, könnten Sie das Vorhandensein des SCC-Standards zur Zulassungsvoraussetzung für Ihre Dienstleister machen. Sofern Sie selbst Dienstleister sind, kann der Aufbau eines AM-Systems nach SCC von Vorteil sein. SCC kann ebenso wie OHSAS 18001 einer externen Zertifizierung unterzogen werden.

OHRIS

OHRIS (Occupational Health- and Risk-Managementsystem) ist ein Managementsystem für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit, das von der bayerischen Gewerbeaufsicht gemeinsam mit der bayerischen Wirtschaft entwickelt wurde. OHRIS ist ein branchenunspezifisches Managementsystem, das sowohl von kleinen als auch von grossen Betrieben erfolgreich implementiert werden kann. Ähnlich wie OHSAS 18001 kann auch OHRIS einfach in bestehende QM- und Umweltmanagementsysteme integriert werden. Betriebe, die bereits über Erfahrungen mit anderweitigen Managementsystemen verfügen, können OHRIS ohne externe Beratung selbst umsetzen

Wie gehe ich vor, um ein Arbeitsschutzmanagementsystem in der Produktion aufzubauen?

Konzeptionelles Vorgehen

Der Aufbau sollte konzeptionell erfolgen, also die Arbeitsschutzziele in der Produktion des Betriebs aufgreifen und dem Ist-Zustand des Betriebs im Hinblick auf die Anforderungen des Systems Rechnung tragen. Auf dieser Grundlage werden dann

  • geeignete Massnahmen für die Produktion definiert,
  • Zuständigkeiten und Termine vergeben,
  • erforderliche Massnahmen umgesetzt,
  • Zielerreichung und Wirksamkeit der Massnahmen bewertet und ggf. neue Massnahmen geplant.

Arbeitshilfen Elektrosicherheit und Produktion

Produkt-Empfehlungen

  • Arbeitsschutz-Check

    Arbeitsschutz-Check

    Erfüllen Sie effizient und sicher alle Prüf- und Dokumentationspflichten im Bereich Arbeitsschutz.

    CHF 298.00

  • Instandhaltung aktuell

    Instandhaltung aktuell

    Mit Instandhaltung aktuell erreichen Sie eine hohe Maschinenverfügbarkeit

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Die wichtigsten Aufgaben und Instrumente der Führung

Nächster Termin: 22. August 2018

mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos