11.12.2018

Jahresrückblick: Eine Übersicht über das IT Jahr 2018

Zum Jahresabschluss soll es in diesem Beitrag einmal nicht um eines der ständig neu auftauchenden Buzzwords oder einen aktuellen Trend in der IT gehen, sondern um einen (hoffentlich) entspannten Rückblick aufs Jahr, auf das Tagesgeschäft und darauf, was an vermeintlichen Trends und Hypes der vergangenen Jahre inzwischen schon wieder sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden ist.

Von: Lars Behrens  DruckenTeilen Kommentieren 

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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Dürfen wir  das Tagesgeschäft der IT-Administration vergessen?

Weihnachten kommt doch alle Jahre und auch heuer wieder plötzlich und unerwartet. Für viele von uns bedeutet dies vermehrten Stress, weil Aufträge bis zum Jahresende abgearbeitet werden müssen und die Arbeit sich stapelt. Dem einen oder anderen kommt vielleicht sogar der kassenträchtige Boom des Weihnachtsgeschäfts zupass. Aber dürfen wir darüber das Tagesgeschäft der IT-Administration vergessen? Diese Frage können wir mit einem klaren "Nein" beantworten. Dass das Herz all unserer Geschäftsprozesse, nämlich die IT, in betriebsamen Zeiten wie dem Jahresende im Angesicht der hektischen Schweissperlen gerne mal übersehen wird, ist ebenso Binnenweisheit wie bedauerlich. Denn wenn sich der Geschäftsbetrieb nach Sylvester auch wieder beruhigt, ist es vielleicht schon zu spät, weil irgend ein wichtiges System ausgefallen ist oder sonst wie durch eine Störung unangenehm auf sich aufmerksam gemacht hat. Störungen? Ausfälle? Und das auch noch in der Weihnachtszeit? Ja, so etwas kommt, und es kommt zumeist unerwartet.

Sicherheitslücken gehören zur IT wie die sprichwörtlichen Löcher im Emmenthaler Käse

Was dagegen hilft sind Übersicht, Kontrolle, nochmals Kontrolle, Updates und vor allem Datensicherungen, Datensicherungen und nochmals Datensicherungen. Letztere dürfen Sie nicht einmal dann aus dem Auge verlieren, wenn Sie in glühweingeschwängerter Entspannung die Welt nicht mehr so schrecklich sehen, wie sie es aber nun einmal und leider ist. Sicherheitslücken gehören zur IT wie die sprichwörtlichen Löcher im Emmenthaler Käse. Ob durch Hackerangriffe, daraus oder aus der Unachtsamkeit Ihrer Nutzer resultierenden Schadsoftwarebefall oder aufgrund Ihrer eigenen Schlamperei – beispielsweise durch ein übersehenes Update hier, ein vergessen in der Ecke stehendes IT-System dort; ein gestörtes IT-System kann sich auf mancherlei Art schädigend auswirken, neben Befall mit Schadsoftware kann ja auch einfach mal die Festplatte oder das RAID ausfallen. Wichtige Systeme können ebenso ge- oder zerstört werden wie sensible und im Zweifelsfall  nicht wiederherstellbare Daten. Ihr Geschäftsbetrieb kann vorübergehend oder sogar nachhaltig gestört werden, und zu allem Überfluss ist nach dem Motto "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen" möglicherweise gar noch Ihre Reputation perdú. Deshalb an oberster Stelle auf der Guten-Vorsatz-Liste für 2019: Achten Sie auf Ihre Updates (für die Sicherheit) und vor allem auf Ihre Backups alias Datensicherungen. Wie Kassandra in der Wüste werden wir nicht müde, an dieser Stelle immer und immer wieder das hohe Lied des Tao des Backups zu singen: http://www.taobackup.com/

Die Webseite ist zwar - aufmerksame LeserInnen werden es bemerkt haben - unglücklicherweise nicht per SSL abgesichert (dann lautete der Link auf www.taobackup.com, aber das funktioniert leider nicht), und Datenschutzerklärung und Impressum fehlen ebenso. Webservertechnisch ist die Seite also zwar scheinbar unperfekt, reduziert sich aber aufs Wesentliche und ist damit doch wieder so schlicht in ihrer Weisheit wie perfekt: Die hohe Kunst der Backups wird hier gut verständlich, mit leicht philosophischer Färbung dargestellt. Das Fazit: machen Sie Backups, machen Sie noch mal Backups und auf diese wiederum besser drei- als zweimal eine Kontrolle, ob die sorgsam angelegten Datensicherungen im Ernstfall denn auch tatsächlich zu gebrauchen sind.

Leistungsfähigkeit moderner IT-Systeme

Kommen wir zu einem anderen Aspekt, der Leistungsfähigkeit moderner IT-Systeme. Der Autor dieser Zeilen hat noch im vergangenen Jahrtausend in der Schule das Mantra von den Computern gelernt, die angeblich niemals Fehler machen würden und schneller als jeder Mensch seien. Über letzteres kann nur jeder müde schmunzeln, der einmal die automatisierte Kürassenannahme im örtlichen Supermarkt mit der händischen (und menschlichen) Aufzählung des Leerguts beim eigenständigen Getränkehändler verglichen hat. Automaten und Roboter sind bei komplizierteren und nicht rein stupide durchzuführenden Aufgaben wie dem Verschweissen von Nähten in der Automobilherstellung oder ähnlichem sicher schneller als jeder Mensch, aber alleine bei solchen eigentlich anfoderungsarmen Tätigkeiten wie der Annahme und Einordnung einer Plastikflasche gefühlte Ewigkeiten beschäftigt. Das geschulte Auge des menschlichen Leerguthändlers schlägt auch im Jahre 2019 noch jede Maschine, da geht der Autor dieser Zeilen jede Wette ein. Werfen wir an dieser Stelle einen kurzen Blick zurück auf das vergangene Jahr: SSDs sind inzwischen Standard in PCs und Laptops, in Servern setzen sie sich immer mehr durch (zum Beispiel beim so genannten CacheCade, der den Datendurchsatz in RAID-Controllern dramatisch beschleunigen kann) - und wer  seinen geliebten PC oder sein bewährtes Laptop noch nicht gleich aufs Altenteil schieben mag, kann durch den Austausch der konventionellen SATA-Festplatte gegen eine SSD dem Alteisen noch mal etwas Beine machen.

Zurück zum ersten Halbsatz der Behauptung des vorigen Abschnitts - "Computer machen keine Fehler". Das ist natürlich der reine Hohn, denn wäre dem tatsächlich so, stünde der Berufsstand der IT-Administratoren weitgehend arbeitslos da. Computer machen Fehler am laufenden Band - und sei es, dass schlicht ein kleines elektronisches Bauteil ausfällt - ein aktuelles Beispiel dazu lieferte unlängst die Panne des Flugzeugs der bundesdeutschen Regierung. Kanzlerin Angela Merkel kam mit erheblicher Verspätung beim G20-Gipfel im argentinischen Buenos Aires an - und Schuld war der Ausfall eines digitalen Bauteils. Was lehrt uns das? Neben Backups und Updates (wegen der Systemsicherheit) ist das Vorhalten redundanter Systeme (sprich: Ersatzteile oder gleich ganze Reservesysteme) ein wichtiger Aspekt bei der Aufrechterhaltung Ihrer IT auch in Krisenzeiten. Vielleicht nehmen Sie sich das einmal auf Ihre Wunschliste für das diesjährige Weihnachten oder für die IT-Investitionsliste 2019?

Was steht uns bevor?

Nur kurz anreissen wollen wir die Frage, was uns an wichtigen Entwicklungen in der IT bevorstehen könnte - schliesslich lässt sich naturgemäss schlecht in die Zukunft blicken. Aber auch ohne hellseherische Fähigkeiten dürfte einigermassen sicher vorhersagbar sein, dass der Trend immer mehr dahin gehen wird, Dienste auszulagern, derzeit händisch durchgeführte Arbeitsgänge zu digitalisieren und mehr und mehr auf elektronisch gestützte Prozesse zurückzugreifen. Cloudservices werden sich, wenn man dem Trend der vergangenen Jahre folgt, weiter in den IT-Umgebungen auch im KMU-Bereich durchsetzen. Dadurch wird aber alles im vorigen Abschnitt gesagte umso wichtiger - digital vorgehaltene Daten sind Schall und Rauch und "Tand, Tand" wie in Theodor Fontanes Ballade von der "Brück' am Tay": Ist der Strom abgeschaltet oder der digitale Datenträger defekt, gestohlen, abgebrannt, oder sonstwie im digitalen Nirwana verschwunden, hilft statt Lamentierens nur noch eine Wiederherstellung der Daten aus einem verlässlichen Backup - siehe oben! Und falls Sie Ihre Daten einer Cloudlösung anvertrauen, sollten Sie sichergehen, dass Sie auch dann noch an Ihre Daten kommen, wenn es einmal Probleme mit dem Anbieter gibt. Schauen Sie vorsichtshalber einmal ins Kleingedruckte: Stehen Ihre Daten Ihnen jederzeit zur Verfügung? Wie werden diese beim Anbieter gesichert? Können Sie sich selber ein Backup davon in Ihr System ziehen? Und was passiert, wenn Sie irrtümlich Daten in der Cloud löschen? Gibt es eine Möglichkeit des Restores?

Das Thema Cloud ist ja nach wie vor aktuell, mit den Gedanken aus dem vorigen Abschnitt möchten wir Sie nur ein wenig auf einige pragmatische Fragen hin sensibilisieren, die man bei der Inanspruchnahme eines solchen Services eventuell einmal vergisst. Was an vermeintlichen Trends und Hypes der vergangenen Jahre ist denn inzwischen schon wieder sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden? Nun, wir erinnern beispielsweise an Chianti - eine Technik, die vor etwa 10 Jahren in wackligen Internetverbindungen über Mobilfunknetze ein halbwegs verlässliches Arbeiten ermöglichen sollte. CHIANTI umfasste die Entwicklung von effektiver, robuster und kostengünstiger Technologie für die mobile Kommunikation in schwierigen Netzumgebungen wie beispielsweise in Zügen, PKWs oder beim Wechsel zwischen verschiedenen HotSpots, um den Nutzern ein produktives Arbeiten mit dem mobilen Internet zu ermöglichen. Heute taucht CHIANTI nicht einmal mehr bei Wikipedia auf, wenn man von der Weinbauregion und dem zugehörigen Rebsaft absieht.

IDS/IDPS-Systeme

Ein weiterer heisser Trend aus dem vergangenen Jahrzehnt waren IDS/IDPS-Systeme, die der Intrusion Detection und Prevention dienen sollen - also vereinfacht gesagt dem Verhindern unbefugter Zugänge in Ihr lokales Netzwerk. Zwar gibt es das Prinzip und die Technik an sich noch, aber so richtig durchgesetzt hat sich das ganze nie, zumindest nicht in den klassischen KMU-Umgebungen. Und was ist gar mit Data Leak Prevention (DLP)? Seinerzeit (vor bereits mehr als einer Dekade) wurde die auch als Data Loss Prevention gehandelte Technik zur Vermeidung unerwünschter Datenströme aus dem lokalen Netzwerk heraus heiss gehandelt - heutzutage wird es schon schwierig, halbwegs aktuelle Links dazu per Suchmaschine zu finden.

Und zum Jahresabschluss: Klappen Sie beruhigt Ihr Laptop zu

Und zum Jahresabschluss doch noch für ein versöhnliches Fazit und gute Stimmung unterm Weihnachtsbaum zu sorgen: Klappen Sie beruhigt Ihr Laptop zu (welches Sie selbstverständlich per verschlüsselter Festplatte und komplexem Passwort und VPN-Tunnel für die Verbindung zum Firmennetzwerk abgesichert haben). Geniessen Sie Familie, Festtage und Weihnachtsbraten. Vergewissern Sie sich vorher noch, dass die Datensicherung Ihres Laptops mindestens so aktuell und im Notfall rekonstruierbar ist wie diejenige Ihrer Serversysteme! Und glauben Sie nicht gleich jede Marketingphrase, dass das neue Lenovo / Dell / Fujitsu / Apple Mac-Laptop automatisch schneller oder besser sei als Ihr aktuelles System! Denn auch im seligen Weihnachts-Endjahres-Feeling sollten Sie zwei Tatsachen nie vergessen: Heutige Computersysteme sind von den Eckdaten her kaum noch steigerungsfähig, was die Ansprüche der überwiegenden Anzahl der Nutzer angeht. Für ein flott laufendes System sind ein schlankes und aktuell gehaltenes und auf einer leistungsfähigen SSD installiertes System wichtiger als sonstige vorgebliche Hi-Tech-Features wie Prozessortakt und RAM-Geschwindigkeit. Und noch jedes - JEDES! - IT-System wird durch einen Power-User in die Knie gezwungen werden können. Auch im Jahr 2019 wird es wie gehabt darum gehen, die Wartezeiten auf sich per Krücken in den Desktop schleppende Programme und nur bitweise hereintröpfelnde Datenströme möglichst angenehm zu gestalten und dabei nicht die sprichwörtliche Tischkante zu zerbeissen. In diesem Sinne: Ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

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