10.10.2016

Privatsphäre: Sichere Suche im Internet

Heutzutage spielen Sicherheitsaspekte in der IT eine grössere Rolle als jemals zuvor - und das ist auch gut so. Wer aber bei diesem Thema nicht nur an die Sicherheit seines PCs, seiner Daten oder allgemein seiner IT-Systeme denkt, sondern auch noch an die Wahrung seiner Privatsphäre, sollte bei der Internet-Suche einen Bogen um Google und Co. machen und stattdessen z. B. mit Startpage und Ixquick eine sichere Suche im Internet starten. Wir zeigen Ihnen anlässlich des Zusammengehens der „sicheren“ Suchseiten Startpage und Ixquick, wie Sie den Datenkraken im Netz entgehen können.

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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Datenschutz

Wer etwas im Internet sucht, der googelt - ganz klar, selbst, wenn man zu den wenigen Prozent der Internetnutzer gehört, die Yahoo, Bing oder eine der anderen Suchmaschinen (treffender wäre der Begriff Suchdienst) nutzen. Eben so klar ist aber auch, dass vor allem Google es mit dem Datenschutz weniger ernst nimmt, als es Datenschützern und vor allem Nutzern dieses Dienstes lieb ist. Vor allem die Vertraulichkeit der persönlichen Daten ist eher weniger gewährleistet - und das mit Ansage.

So warnt die Datenschützerin Imke Sommer «regelmässig vor der Suchmaschine: Nutzer würden deren kostenlosen Service mit ihren Daten bezahlen» (zit. n. Weser Kurier, s. Link). Wie funktioniert das? Nun, Suchmaschinen speichern gerne Ihre IP-Adresse ab, wenn Sie die Suchseiten besuchen, und sie setzen so genannte Cookies. Das wiederum wird von Datenschützern aber kritisch gesehen, so auf https://www.datenschutzbeauftragter-info.de:

«Cookies ermöglichen dem Nutzer eine komfortablere Internetnutzung. Durch das Setzen dieser erhält das Internet eine Art Gedächtnis – die Internetseite merkt sich so etwa, dass ein Nutzer diese zuvor schon aufgerufen hat und macht bei einer verschlüsselten Seite eine erneute Anmeldung entbehrlich. Cookies ermöglichen es, auch ein komplexes Nutzungs- und Surfverhalten zu ermitteln. Sie können Informationen zum Nutzungsverhalten speichern und an den Verwender übermitteln. Dadurch ermöglicht der Einsatz von Cookies eine Profilbildung, was datenschutzrechtlich kritisch zu betrachten ist» (Quelle siehe Link).

Über die IP-Adresse lässt sich beispielsweise der Wohnort eines Nutzers feststellen - wenn auch nur sehr grob. Eine direkte Zuordnung einer IP-Adresse zu einer Interneteinwahl ist übrigens selbst Google nicht möglich, dies ist allein Sache der Internetprovider, die solche Daten nur auf Anforderung einer Ermittlungsbehörde herausgeben dürfen. Dennoch: Wer im Internet etwas sucht und dabei auf Google zurückgreift, gibt viel mehr von sich preis als für die Suche an sich notwendig wäre.

Ixquick und Startpage: Diskrete und sichere Suche

Dabei gibt es schon seit mehr als 10 Jahren Suchmaschinen(dienste), die auf das Sammeln solcher Daten verzichten. Die niederländische Surfboard Holding BV brachte bereits 1999 die Suchmaschine Ixquick heraus, bei der seit 2006 auf das Sammeln jeglicher nutzerbezogener Daten verzichtet wird. «Viele Suchmaschinen verwerten diese Angaben bereits in grossem Umfang für geschäftliche Zwecke. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Daten auch missbraucht werden» warnte Ixquick seinerzeit - das war sieben Jahre vor Snowden, NSA und Prisma! Ixquick wirbt für sein datenschutzrechtlich gesehen «sauberes» Vorgehen treffenderweise mit dem Begriff «Diskretes Surfen».

Allerdings brachte die Entscheidung, auf das Sammeln der Nutzerdaten zu verzichten, dem Unternehmen zwar Ruhm in Form der Auszeichnung mit dem EuroPriSe (European Privacy Seal), dem Europäischen Datenschutz-Gütesiegel, aber zuerst trotzdem wenig Erfolg. Erst nachdem im Zuge der Snowden-Enthüllungen die Datensammelwut auch staatlicher Organe bekannt geworden war, wurde Ixquick allmählich zur Erfolgsstory - und in dessen Gefolge ebenso zum stetigen Erfolg von dessen Nachfolger Startpage, der ebenfalls von Surfboard BV betrieben wird. So stiegen die Aufrufe der beiden Suchmaschinen in den letzten Jahren sprunghaft von etwa einer auf fünf Millionen – pro Tag! Eine sichere Suche hat somit einen höheren Stellenwert erhalten.

Startpage ist - nach dem Willen von Surfboard BV - der moderne Nachfolger von Ixquick. Während Ixquick als eigene «Metasuchmaschine» die Ergebnisse anderer Anbieter auflistet und dazu hauptsächlich auf Yahoo, die russische Suchmaschine Yandex, das Open-Source-Projekt Gigablast und andere zurückgreift, kooperiert Startpage kurioserweise mit Google und zahlt sogar dafür, dessen Suchergebnisse nutzen zu dürfen. Allerdings übergibt Startpage keine Daten seiner Nutzer an den Suchmaschinengiganten. Das ist vor allem in Hinblick auf die so genannte «Personalisierung» interessant. Es gibt nämlich eine weitere Einschränkung der Objektivität und Vertraulichkeit bei Google, die den meisten Nutzern vermutlich gar nicht bewusst ist.

Keine Personalisierung

Denn wer in aller Naivität glaubt, «dass die Website, die unter den Suchergebnissen an Platz eins steht, auch für alle anderen Google-Nutzer an erster Stelle erscheint, der liegt falsch. Das hängt mit der personalisierten Suche zusammen, die Google nach verschiedenen Faktoren durchführt. Wer zum Beispiel bei Google+ angemeldet ist, erhält in den Suchergebnisse vor allem Websites, die in seinem vernetzten Personenkreis beliebt sind», berichtet seonative.de. Und weist darauf hin, dass "nicht nur für Google+ Nutzer (...) personalisierte Ergebnisse angezeigt (werden), sondern für jeden, der die beliebte Suchmaschine verwendet – nach unterschiedlichen Kriterien" (zit. n. seonative.de, siehe Link).

Und auch im o.a. Bericht des Weser Kurier heisst es: «Bei Google werden alle Suchergebnisse personalisiert» - das bedeutet: «Google zeigt seinen Nutzern nur das, wovon es glaubt, dass es sie interessiert» (zit. n. ebd.).

Hier punktet Startpage mit einer bestechend einfachen Idee: Da Startpage stellvertretend für die Nutzer die Google-Server abfragt, erscheint der Suchmaschinen-Newcomer als derjenige, der die Abfrage durchführt. Solch eine Massenabfrage über eine oder wenige IP-Adressen (nämlich denen von Startpage) kann Google aber nicht sinnvoll zuordnen – eine Personalisierung schlägt fehl. Letztlich sollte eine Suche über Startpage somit «objektiver» sein als eine direkte Suche über Google.ch - machen Sie doch einmal den Selbstversuch und geben dieselben Suchbegriffe bei diesen drei unterschiedlichen Links ein:

https://google.ch

https://startpage.de

https://ixquick.eu

Was die Reihenfolge der Suchergebnisse bei Startpage und Ixquick angeht, muss jedoch auch Startpage-Sprecher Jörg Bauer passen: «Zu weiteren Filtermechanismen von Google, die der Startpage-Suche möglicherweise vorgeschaltet sein könnten, wolle er sich nicht äussern, denn das sei Spekulation», wird er im Bericht des Weser Kurier zitiert (s. Link).

Vorbildlich ist übrigens bei allen drei angezeigten URLs – also Links -, dass jede Angabe von ixquick.de, google.ch, ixquick.eu oder startpage.de (mit oder ohne vorangestelltem www) umgehend auf das per SSL verschlüsselte https-Pendant umgeleitet wird.  Weswegen das interessant ist? Ganz einfach: es schützt zum Einen Ihre eigenen Webseitenaufrufe, und es ist zum Anderen einer guten Platzierung bei Google dienlich. Schauen Sie doch einmal in unser Portal InformatikPraxisOnline hinein, in dem wir Ihnen alles Wissenswerte über die Praktiken der Suchmaschinenbetreiber erzählen, verbunden mit sehr praktischen Tipps zur Verbesserung Ihrer eigenen Platzierung bei den Suchmaschinen.

Über eine Schweizer Domain verfügen allerdings weder Startpage noch Ixquick - und wissenswert ist noch, dass die «alte» Suchmaschinentechnik von Ixquick als eigene Metasuchmaschine nur noch über den Link ixquick.eu erreichbar ist. Der Aufruf von www.ixquick.de führt bereits automatisch zur neuen Suchmaschine startpage.de, mit der Sie zukünftig etwas entspannter und besser geschützt eine sichere Suche im Internet vornehmen können. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Quellen / Links

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/fachbeitraege/cookies-und-datenschutz/

«Diskret googeln», Weser Kurier vom 15. 9. 2016, Seite 16

https://www.seonative.de/unterschiedliche-ergebnisse-bei-gleicher-suchanfrage-wie-google-suchergebnisse-personalisiert/

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/fachbeitraege/cookies-und-datenschutz/

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