10.07.2017

Computer überhitzt: Sommerzeit – Gefahr durch überhitzte Computer!

In der schönen Urlaubszeit sollte man die EDV doch im Büro lassen und sich ganz Familie und Freizeit widmen - tatsächlich ist in unseren Zeiten aber ein Laptop selbst oder gerade im Urlaub für viele unverzichtbar geworden. Filme schauen, mal eben nach Freizeitaktivitäten googeln oder eben doch kurz die Firmen-Mails checken - wer hätte dabei daran gedacht, dass mobilen als auch stationären Computern Gefahren durch Überhitzung drohen?

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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45 bis 55 Grad bis der Computer überhitzt

Eine reale Gefahr lauert aber derzeit, wenn in der hoffentlich warmen Sommerszeit bereits die Aussentemperaturen auf Werte von 30 °C Grad oder mehr klettern. Sitzen Sie dann vielleicht noch mit Ihrem Notebook auf der Terrasse, können Sie selber mittels eines Sprunges in den nächsten Pool, wahlweise dem Genuss eines coolen Drinks den kühlen Kopf bewahren. Beide genannten Massnahmen sind aus naheliegenden Gründen für die thermische Gesunderhaltung Ihres Laptops allerdings weniger geeignet. Was viele vergessen, übersehen oder vielleicht auch nur aufgrund von Unkenntnis nicht berücksichtigen: nicht nur der menschliche Organismus geht bei zu hohen Innentemperaturen zugrunde, auch alle elektronischen Gerätschaften versagen bei allzu hohen Temperaturen den Dienst. Zwar liegt die Grenze, ab der es gefährlich wird, mit in der Regel 45 bis 55 Grad bis der Computer überhitzt, weitaus höher als die letale Fiebergrenze beim Menschen - wenn es dann Ihrem PC, Notebook, Handy, Switch, WLAN-Router oder anderem elektronischem Getier aber erst einmal dergestalt zu heiss geworden ist, muss man im schlimmsten Fall mit einem Totalschaden rechnen.

Überhitzung des Computers

Beim Thema «Hitzeprobleme von PCs» denkt man gemeinhin an Systeme, die durch intensiven Gebrauch - etwa das gleichzeitige Öffnen sehr vieler und womöglich noch rechenintensiver Anwendungen - quasi von Innen heraus überhitzen. Ebenfalls berühmt-berüchtigt sind die zahllosen Fälle «getunter» PCs - Anwender, denen ihr elektronisches Schätzchen nicht fix genug läuft, steigern gerne einmal die Taktfrequenz ihrer CPU. Dadurch steigt zwar die Leistung, aber eben auch die Temperatur des Systems. Und ohne ausreichende Kühlung schaukelt das Ganze sich dann schlimmstenfalls dermassen hoch, dass die Komponenten den Dienst einstellen. Übrigens: nicht nur das Laptop in der Ferienwohnung oder im Wohnmobil ist gefährdet. Auch die Daheimgebliebenen im nicht klimatisierten Büro sollten das Thema «Überhitzung des Computers» ernst nehmen, schliesslich ist es dem PC gleichgültig, ob er am Hitzschlag zuhause oder an der Costa Blanca stirbt.

Wärmeleitpaste der CPU erneuern

Wie entstehen solche thermischen Probleme, und was hilft dagegen? Eine oftmals übersehene Gefahr besteht in einer Überhitzung durch verstaubte Bauteile oder Lüftungsschlitze. IT-Systeme werden nur im allerseltensten Fall im staubfreien Vakuumraum betrieben, und so sammeln sich im Laufe der Zeit Staubpartikel im Inneren des Gerätes an. Achtsame IT-Verantwortliche und Administratoren reinigen Ihre Computer gelegentlich - und zwar Lüftungsöffnungen und das Innenleben, die Kühlleistung fällt ansonsten rapide ab. Eine gute Idee ist es dabei, gelegentlich - und die Betonung liegt auf gelegentlich! - die Wärmeleitpaste der CPU zu erneuern, diese wird im Laufe der Zeit nämlich trocken und brüchig und kann dadurch ihre Funktion, die Wärme der CPU auf den Kühlkörper abzuleiten, nicht mehr adäquat erfüllen. Welche Paste auch immer man dafür verwendet, wichtig ist ein vollständiges Entfernen der Rückstände der alten Paste und ein sauberes, glattes und flächiges Auftragen der neuen Paste.

Heutzutage ist es wichtig, dass Computer leise laufen

Schon beim Zusammenbau oder der Inbetriebnahme eines PCs sollten Sie darauf achten, ob die Komponenten allesamt ordentlich, verrutschungsfrei und mit Abstand zueinander verbaut sind. Gerade heutzutage ist es wichtig, dass Computer leise laufen - ein System, dass ebenso leistungsfähig wie leise sein soll, bedingt allerdings einen recht hohen konstruktiven Aufwand. Überprüfen Sie im Zweifelsfall lieber alle dämmenden Elemente, vor allem eventuell verbaute Dämmmatten (was man inzwischen aber kaum noch so macht) und die Lüfter. Diese rotieren heutzutage oft dermassen geräuscharm, dass man es eben leider auch nicht mehr ohne weiteres bemerkt, wenn sie nicht mehr laufen. Kabel, die die Lüfter blockieren, Festplatten, die ohne ausreichenden Abstand untereinander verbaut sind, Komponenten, die Abluftöffnungen verstopfen - die Liste der möglichen Fehlerquellen ist lang. Das Kurioseste, was dem Autor jemals begegnet ist, war der ebenso gutgewillte wie technisch unbedarfte Admin, der einen ordnungsgemäss eingebauten Lüfter anders herum einbaute - er war der Meinung, dass das Teil doch in Gegenrichtung zu laufen habe. Das waren nach der Wiederinbetriebnahme dann auch die letzten Betriebsminuten des Geräts, und der Kollege war um eine Erfahrung reicher und um einen PC ärmer. Diese Empfehlungen treffen natürlich nur bedingt für Laptops zu, da es hier bauartbedingt ohnehin bereits sehr beengt zugeht und dem normalen Nutzer kaum Möglichkeiten für Eingriffe gegeben sind. Aber potentielle Problempunkte wie verstopfte Lüftungsschlitze, ein zugestaubtes Innenleben und eine eingetrocknete Wärmeleitpaste sollten auch hier beseitigt werden, der Computer überhitzt. All die soeben genannten Massnahmen sollten Sie natürlich nur dann selber durchführen, wenn Sie sich dies zutrauen, im Zweifelsfall wenden Sie sich lieber an eine Computerfachwerkstatt.

Festplatten sind lediglich für eine Umgebungstemperatur von maximal 50 bis 60 Grad ausgelegt

Festplatten können eine enorme Hitze entwickeln - hier sollte eventuell ein Festplattenkühler eingebaut werden, der für zusätzliche Umluft zwischen den Festplatten sorgt. Das folgende Beispiel stammt aus dem Berufsalltag des Autoren: Eine Kundin klagte darüber, dass ihr Laptop nicht mehr hochfährt. Durch den Reparaturstart mittels eines so genannten Live-Systems (Linux- oder Windows-Rescue-CD oder -USB-Stick) liess sich nur noch feststellen, dass auf die Daten der Festplatte des Laptops nicht mehr zugegriffen werden konnte. Es gibt kleine Programme und Helferlein wie Everest oder die S.M.A.R.T.-Tools, um den Gesundheitszustand einer Hardware zu überprüfen - aber auch diese versagten im vorliegenden Fall. Wie kann das sein und wie konnte das passieren - zumal die Nutzerin das Laptop über lange Zeit ohne Probleme oder Auffälligkeiten genutzt hat? Und weil es alles immer so schön lief, lag der Gedanke an eine Datensicherung natürlich ebenfalls immer weit weg in irgend einer Ecke des Hinterkopfs. Nun war der Schaden da und der Kummer gross. Tatsächlich hatte sich im vorliegenden Fall die Hardware ins elektronische Nirvana verabschiedet, weil das Laptop über mehrere Stunden im geschlossenen PKW auf einem sonnendurchfluteten Parkplatz abgestellt worden war. Was nicht nur jedem darin eingeschlossenen Vierbeiner den sicheren Hitzetod bringen würde - in diesem Fall hatten die Aussentemperaturen von etwa 35 Grad zu Temperaturen von über 60 Grad im Inneren des PKW geführt. Dass man weder Kinder noch Hund oder Katze in einem PKW in der Sonne zurücklassen sollte, weiss und beherzigt inzwischen hoffentlich jeder. Aber auch Festplatten sind lediglich für eine Umgebungstemperatur von maximal 50 bis 60 Grad ausgelegt. Der Datenträger hatte den «Saunagang» nicht überlebt, eine teure Datenwiederherstellung durch einen Spezialisten war angesagt.

Passive Kühlflächen

Auch die heutzutage teilweise sehr leistungsstarken Grafikkarten können reichlich Abwärme erzeugen und dafür sorgen, dass der Computer überhitzt. Hier sollten Sie entweder ebenfalls einen effektiven Lüfter oder gleich eine Grafikkarte mit Passivkühlung verwenden - letztere erzeugen wesentlich weniger «heisse Luft» als ihre luftgekühlten Pendants.

Bei Laptops kann es hilfreich sein, diese auf eine kühlende Ablage zu stellen - solche «passiven Kühlflächen» gibt es teilweise sogar im zum Modell des Notebooks passenden Design. Dass man einen PC oder ein Laptop nicht in der prallen Sonne verwenden sollte, dürfte ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein - zumal sich hier das Problem ergibt, dass heutige Displays aus Gründen der vorgeblich besseren Helligkeit und brillanteren Farbdarstellung fast immer verspiegelt sind. Dadurch erscheint das dargestellte Bild zwar klar und leuchtstark - aber das auch nur, solange man damit im Schatten oder Halbschatten arbeitet. Wer sich mit seinem verspiegelten Display in die pralle Sonne setzt, sieht entweder gar nichts mehr oder die gespiegelte Umgebung. Matte Displays sind hier ein wenig im Vorteil, vor allem, wenn man deren Helligkeit auf maximale Stärke regelt. Aber auch hiermit hat das Arbeiten an sehr sonnigen oder sonstwie stark ausgeleuchteten Plätzen seine Grenzen. Arbeiten Sie also lieber in einem schattigen oder halbschattigen Plätzchen - es wird Ihrem Gerät gut tun und Ihnen dabei helfen zu verhindern, dass Ihr Computer überhitzt. Schöne Sommerferien!

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