12.11.2019

Microsoft Support: Sicherheit in Windows 10?

Nun naht nicht nur die Vorweihnachtszeit, sondern auch das Supportende von Windows - mit grossen Schritten, denn in nur noch knappen drei Monaten ist es soweit, dass der Microsoft Support für das bewährte Windows 7 ausläuft. Spätestens jetzt wird es nicht nur Zeit, sich um die Weihnachtsgeschenke für die Lieben zu kümmern, sondern auch um die Frage, wie es um die Sicherheit in Windows 10 bestellt ist.

Von: Lars Behrens  DruckenTeilen 

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

MaLiWi IT

Microsoft Support

Windows 10 hält inzwischen flächendeckend Einzug

Das Upgrade eines bestehenden Windows 7-Systems auf den Nachfolger ist weitestgehend problemlos, wie wir Ihnen an dieser Stelle und in unserem spannenden Portal InformatikPraxis bereits aufgezeigt haben - in letzterem auch mit sehr detaillierten Anleitungen und Tipps. Sie dürfen aber auch ein recht stabiles und ausgereiftes System wie Windows 10 nicht ohne jegliche Vorgedanken und (wenn auch eher geringfügigen) Anpassungen in die Welt entlassen.

Herzstück der Systemstabilität sind natürlich Updates und der integrierte Defender. Wer seinen PC akribisch und aufwendig eingerichtet hat (womöglich auch noch mit diverser Software, die auf dem System installiert und konfiguriert wurde), freut sich über die integrierte Backupmöglichkeit alias "Windows Sicherung", die zwar immer noch nicht an das Pendant "TimeMachine" aus der Mac-Welt herankommt, den Anwender aber ebenso ruhig schlafen lässt wie den System-Administrator. Im Falle eines Systemausfall ist hiermit schnell wieder eine arbeitsfähige Umgebung geschaffen Mehr als einer externen USB-Platte und einiger Mausklicks bedarf es nicht für eine solche zuverlässige Backuplösung.

Pluspunkt für Windows 10

Der Defender versieht seinen Dienst unauffällig - was man nicht immer von allen Produkten der externen Anbieter behaupten kann, heissen sie nun Avira, McAfee, Symantec, Kaspersky oder wie auch immer. Die Qualität des Defenders in ein vergleichendes Ranking mit den Mitbewerbern zu setzen ist ähnlich erfolgversprechend wie die Qualität des Wetterdienstes zu messen - je nach Standort und Betrachtung und hinzugezogener Untersuchung rangiert Microsofts Malwareschutz (der zudem noch eine Firewall und Contentfilter mitbringt, Familienmütter und -väter wird es freuen) unter ferner liefen bis ebenbürtig mit kostenpflichtigen Schutzprogrammen externer Anbieter. Aus der Praxis des Autors ergibt sich hier kein klarer Favorit - auch das beste AV-Programm (Antivir) kann schwächeln, und im Gegenzug hat der Defender - der mit vollem Namen auf "Windows Defender Advanced Threat Protection" hört - auch schon mal die drohende Verschlüsselung eines gesamten PCs durch einen Kryptotrojaner bereits im Anlauf verhindert. In der Summe betrachtet (keine Zusatzkosten, einfach zu aktivieren, integraler Bestandteil des Betriebssystems) also ein klarer Pluspunkt für Windows 10.

Kurz noch zu den erwähnten Updates: Diese sollten Sie in der Systemsteuerung unter "Update und Sicherheit" so einstellen, dass die jeweiligen Windows-Updates automatisch heruntergeladen und installiert werden. Unter "Update und Sicherheit => Windows-Sicherheit" können Sie unter dem Punkt "Ransomware-Schutz" die Option "Ransomware-Schutz verwalten" aktivieren. Dadurch lassen sich wichtige Dateien per OneDrive synchronisieren, sollten Sie doch einmal eine Schadsoftware auf Ihrem PC haben, lassen sich auf diesem Weg Daten wiederherstellen.

Das deckt sich mit der Aussage, dass Vorsorge besser als Nachsicht ist. Sollten Sie ein Microsoft-Konto nutzen, können Sie in den Einstellungen der Windows-Sicherheit über den Punnkt "Kontoschutz" => "Synchronisierungseinstellungen verwalten" einstellen, dass Ihre Daten mit Microsofts Cloud synchronisiert werden. ImFalle eines Falles haben Sie somit also eine zusätzliche Datensicherheit.

Wer besonderen Wert auf den Schutz seiner Daten (bei denen es sich ja auch um sehr persönliche Angaben handeln kann) legt, wird unter "Spracherkennung" selbige  deaktivieren. Sie unterbinden dadurch auch den Upload Ihrer Sprachdateien zur Microsoft-Cloud. Ebenso ist es fraglich, ob Sie über den Punkt "Position" wirklich immer den Standort Ihres PCs oder Laptops preisgeben wollen. Im Zweifelsfalls wählen Sie hier also auch eher die restriktivere Einstellung. Und ob Sie wirklich immer "Kamera und Mikrofon" (gemäss der entsprechenden Einstellungen) aktivieren wollen, sollten Sie sich ebenfalls gut überlegen.

Datenschutzgrundverordnung

Überhaupt ist Windows 10 an sich ein System, bei dem die Entwickler Grundzüge des Datenschutzes - und vor allem in der aktuellen Auslegung der europäischen Datenschutzgrundverordnung - verstanden und weitgehend umgesetzt haben. Dennoch gilt das Prinzip der Freiheit des Einzelnen. Wer seine persönlichen Daten bewusst freigeben möchte, kann dies selbstverständlich auch unter Windows 10 ungehemmt tun - aber ob das dem oder der Einzelnen immer bewusst ist, steht auf einem anderen Blatt. Nehmen Sie sich also ruhig etwas Zeit für das Studium der diversen Optionen und scheinbaren Wahlmöglichkeiten bezüglich des Datenschutzes unter Windows 10. Personenbezogene Daten, die Sie aus Ihrem Windows 10-PC heraus einmal preisgegeben haben, kehren in der Regel nicht mehr zurück - oder haben Sie gerade die Telefonnummer der entsprechenden Stelle bei Microsoft zur Hand, die Sie anrufen könnten, um die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten zu veranlassen?

Unter "Datenschutz => Kontoinformationen" können Sie festlegen, ob Microsoft auf Ihre Daten zugreifen darf, unter "Kontakte" können Sie einstellen, welche Apps Zugriff auf Ihre Kontakte bekommen.

Eine beliebte Stolperfalle bei der Ersteinrichtung eines frischen Windows 10 ist der Punkt "Microsoft-Konto" oder "lokales Konto" (mit dem Sonderfall "Domänenkonto"). Wollen Sie Daten unter verschiedenen Rechnern nutzen und austauschen und Ihre Einstellungen synchronisieren, können Sie ein solches zentrales Microsoft-Konto nutzen. Windows 10 bietet aber auch die Möglichkeit, ein lokales Konto für die tägliche Arbeit mit dem System zu nutzen - wenngleich auch eher etwas versteckt in der unteren Menüleiste. Die Einstellungen dazu lassen sich in den Systemeinstellungen unter "Konto" setzen.

Deaktivieren Sie Cortana

Und noch ein ganz wichtiger Tipp, der vor allem durch Vorfälle der letzten Zeit an Bedeutung gewonnen hat: Deaktivieren Sie Cortana, und wenn Sie die geschwätzige Dame nicht bereits deaktiviert haben, schalten Sie sie ab. Wer auf Datenschutz und Vertraulichkeit Wert legt (und wer von uns wäre das nicht?), nutzt den Sprachassistent von Microsoft ebenso wenig wie die Pendants von Apple, Amazon und Co. Zur Zeit kann niemand garantieren, dass die per Mikrofon erfassten Audioaufzeichnungen nicht doch an irgend einer Stelle gegen Ihren Willen erfasst, mitgehört und ausgewertet werden.

Zuguterletzt sollten Sie sich sehr gut überlegen, ob Sie wirklich die Daten zu "Diagnose und Feedback" preisgeben wollen. Weshalb sollten Sie Daten für Bugreports zu Microsoft schicken? Sind Sie Anwender oder Teil des Entwicklerteams? Über den Punkt "Datenschutz => Diagnose und Feedback" lassen sich solche Daten ebenfalls löschen und Datenübertragungen an Microsoft verhindern. Unter über "Personalisierung => Sperrbildschirm" können Sie festlegen, ob Daten von Programmen (Apps) auf dem Sperrbildschirm (dessen zeitgesteuerte Aktivierung mit der Option der Kennworteingabe für die Entsperrung ohnehin dringlich empfohlen werden muss!) angezeigt werden dürfen.

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