11.01.2019

Migration: 2019 – Das Jahr der Migrationen

Das Jahr 2019 wird ein Jahr der System-Migrationen werden - darauf sollten Sie sich bei der eventuell noch anstehenden Jahresplanung einstellen. Neben dem Support des populären Windows 7 läuft auch derjenige für Windows Server 2008, für den Exchange Server 2010 in etwa einem Jahr aus. Planen Sie aber die damit unumgänglich werdende Migrationen auf eine Alternative bereits jetzt, können Sie dem Wechsel gelassen entgegensehen.

Von: Lars Behrens  DruckenTeilen 

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

MaLiWi IT

Migration

Schon steht die nächste Migration an

Da hat sich in vielen Unternehmen erst schleppend oder auf den letzten Drücker Windows 7 als Nachfolger des lange Zeit überaus populären Windows XP durchgesetzt - und schon steht die nächste Migration an. Der Support  für Windows 7 läuft am 14. Januar 2020 endgültig aus, und da es somit von da an keine Sicherheitsupdates mehr für Windows 7 geben wird, sollten Sie spätestens um diesen Zeitpunkt herum auf eine Alternative umgestellt haben. Und falls Sie einen Windows Server 2008 betreiben: Der sogenannte erweiterte Support für Windows Server 2008 und 2008 R2 wird im Januar 2020 ebenfalls beendet, und das bedeutet, dass ebenfalls keine regelmässigen Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden.

Stellen Sie Ihre Systeme bereits jetzt auf ein aktuelles Betriebssystem um

Sorgen Sie also schon jetzt dafür, dass Ihre Systeme im Laufe dieses Jahres (2019) auf ein aktuelles Betriebssystem umgestellt werden. Dies ist nicht nur ein Marketingtrick von Microsoft, es dient auch Ihrem eigenen Interesse beziehungsweise dem Schutz Ihrer IT-Infrastruktur. Angriffe von Hackern geschehen in der Regel über Sicherheitslücken in Software und Betriebssystemen. Diese gibt es praktisch auch überall, bei einem aktiv gepflegten Betriebssystem oder einer Software werden aber solche Fehler in der Regel schnell behoben. Wird aber dieses beheben von Sicherheitslücken eingestellt (weil das System einfach veraltet ist), wird es über kurz oder lang zu einem Schaden an Ihren Systemen führen. Viele der in den letzten Jahren bekannt gewordenen Angriffe auf IT-Systeme sind durch veraltete Software und Betriebssysteme entstanden.  

Wohin aber sollten Sie bei der anstehenden Ablösung der alten Systeme wechseln?

Im Falle des Windows Server 2008 wird dies einer der Nachfolger 2016 oder 2019 sein. Zwar steht Windows Server 2019 nicht mehr nur vor, sondern bereits in der Tür (die Vorstellung hat bereits stattgefunden und der Verkauf ist mit einiger Verzögerung gestartet), aber Windows Server 2016 ist trotzdem noch aktuell und vor allem ausgereift. Zudem sollten Sie im Produktivbetrieb  vielleicht nicht gleich auf ein frisch auf den Markt gekommenes Betriebssystem wie Windows Server 2019 wechseln. Bei den Clients ist die Wahl einfacher, sofern Sie nicht generell auf Apples MacOS oder Linux umsteigen wollen oder mit verteilten Desktops (VDI) arbeiten. Letzteres - eine Umstellung auf ein generelles Arbeiten mit VDI - könnte angesichts des bevorstehenden Wechsels weg vom altgedienten Windows Server 2008 und vielleicht noch der Windows 7-Clients (PCs und Laptops) durchaus eine Überlegung wert sein. In diesem Fall bräuchten Sie je nach VDI-Lösung nur noch ein einfaches Ausgabegerät als Client, und hierbei könnte es auch ein Linux sein, wie es beispielsweise vom Anbieter IGEL® angeboten wird. Dies spart nicht nur Lizenzkosten, sondern es minimiert auch den Administrationsaufwand. Hierzu sollten Sie sich aber von den Anbietern solcher Lösungen beraten lassen, beispielsweise von einem Systemhaus, welches eine der führenden Lösungen von Citrix® hierfür anbietet. Der Windows-Remotedesktop beziehungsweise RemoteApps sind Ihnen vielleicht ja schon geläufig, auch hier könnte ein Einsparpotenzial und eine Effektivierung Ihrer IT liegen.

Auch Windows Small Business Server 2008 und 2011 betroffen

Windows Server 2016 und 2019 gibt es in verschiedenen Editionen, das Lizenzmodell hat sich von Server 2012 zu 2016 geändert und wird im 2019er mehr oder weniger gleich bleiben. Was allerdings schon mit Windows Server 2012 weggefallen ist und was es somit auch für die 2016er und 2019er Version nicht mehr gibt, ist der Small Business Server. Dieser gerade bei Admins und IT-Verantwortlichen im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) beliebte "All-In-One-Server" war zuletzt als Small Business Server 2011 erhältlich und ist seitdem eingestellt, der erweiterte Support der Komponenten, aus denen ein Small Business Server besteht, endet ebenfalls in diesem und im nächsten Jahr. Microsoft hat bisher auch nicht erkennen lassen, dass es diese Strategie ändern wird. Somit gibt es weder für Server 2016 noch Server 2019 ein Serverpaket aus Anmelde-, Datei- Druck-, E-Mail- und Datenbank-Server. KMUs mussten und sollten schon bisher auf Windows Server 2012 Essentials ausweichen - dem fehlen aber der SQL-Datenbankserver ebenso wie Exchange. Auch der lizenztechnisch kleinste Windows Server 2016 ist Windows Server Essentials 2016. Kunden, die einen "Server light" benötigen oder einfach nicht mehr Aufwand betreiben wollen, können eine der Essentials-Versionen nutzen und um einen MSSQL-Server plus Exchange erweitern - oder die Mails zu Office 365 auslagern.

Beim Wechsel von Windows 7 oder 8 hin zu Windows 10 ist es etwas einfacher: Das aktuelle Betriebssystem soll für die nächsten Jahre auch die Nummer 10 bleiben und nur durch regelmässige Funktionsupdates aufgefrischt werden. Windows 10 gibt es nach wie vor in Home-, professional- und Enterprise-Versionen. Aktuelle PCs werden Sie ohnehin kaum noch mit vorinstalliertem Windows 7 käuflich erwerben können, auch ein selbst installiertes Windows 7 könnte angesichts neuer Hardware, für die die Unterstützung in Windows 7 fehlt, unvollständig oder mit eingeschränkten Funktionen laufen. Den Wechsel selber können sie durch Upgrade oder Neuinstallation der PCs durchführen. Microsoft selber setzt beim Upgrade eines PCs auf Windows 10 auf die Optionen Upgrade und Update:

  • In-Place-Upgrade: Die von Microsoft bevorzugte Methode für den Umstieg auf Windows 10. Eigentlich handelt es sich um eine Neuinstallation, bei der aber das vorhandene System als Ausgangspunkt genommen wird. Anwendungen und Einstellungen werden übernommen, Systemfehler, die sich im Windows-OS festgesetzt haben hingegen nicht. Streng genommen hat man also eine saubere Neuinstallation mit parallel erfolgter Migration der Nutzerdaten.
    Das kann Vor- und Nachteile haben - so wollen Sie ja vielleicht gar nicht den Ballast eines alten Systems mitnehmen. Wohlgemerkt, mit Ballast sind nicht Teile des alten Betriebssystems gemeint! Aber sämtliche Benutzereinstellungen werden übernommen, sowie vorhandene Anwendungen - sofern kompatibel, die Upgraderoutine von Windows 10 kann logischerweise nicht sämtliche auf dem Markt verfügbaren Programme und Apps überprüfen.
  • Neuinstallation: Sie können Ihre PCs auch komplett neu installieren, also durch Löschen (oder Austausch) der vorhandenen Festplatte und die Installation eines "unbelasteten" Windows 10. Kleiner Tipp am Rande: Sollte noch eine konventionelle Festplatte mit mechanisch rotierenden Scheiben und Schreib-/Leseköpfen verbaut sein, ersetzen Sie diese am besten gleich gegen eine aktuelle SSD.

Gut geplant ist halb migriert

Planen Sie die Migrationen weg von Windows 7 und Windows Server 2008 rechtzeitig, nämlich am besten ab heute! Beim Wechsel auf ein neues Betriebssystem sind nämlich folgende (Kosten-)Faktoren zu beachten:

  • Kosten für Lizenzen
  • Eventuell Kosten für neue Hardware
  • Zeit- und/oder Supportaufwand für die Evaluierung der Umstellung des aktuell verwendeten Servers und des Client-Betriebssystems auf eine Alternative
  • Zeit- und/oder Supportaufwand für die Umstellung an sich

Niemand wird ernsthaft einen Systemwechsel ohne vorherige Testphase angehen - die Umstellung der Systeme an sich muss geplant und geprobt, die bei Ihnen verwendete Software muss auf Kompatibilität geprüft werden. Dasselbe gilt für die vorhandene Hardware - genügt diese den Anforderungen des Nachfolgesystems? Sind im sehr wahrscheinlichen Fall, dass Sie eine Virtualisierungslösung für die Server einsetzen, genügend Ressourcen für einen Parallelbetrieb beider Systeme vorhanden? Wie wollen Sie den Wechsel an sich umsetzen? Muss vielleicht ein neuer Server angeschafft werden? Wie lange soll die Übergangsphase dauern und so weiter und so fort. Sie sehen schon, weshalb wir das Thema gerade jetzt an den Jahresbeginn setzen und nicht erst in den Herbst, wenn für eine Umstellung nur noch wenige Monate verbleiben.

Fazit Migrationen

Es ist an der Zeit, sich Gedanken zu einer Migration auf Windows 10 und Windows Server 2016 oder 2019 zu machen. Vielleicht stellen Sie Ihre IT ja angesichts der bevorstenden doppelten Wachablösung ohnehin auf ein anderes Modell um? So oder so sollten Sie die Umstellung selber mit ausreichend Zeit und vorheriger Planung vorbereiten und umsetzen.

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