11.04.2018

Unified Storage: Datenmengen beherrschen

Ein Grossteil der immensen Datenmengen in einem typischen Unternehmensnetzwerk wird oftmals gar nicht mehr benötigt, ist doppelt und dreifach vorhanden oder sowieso nur noch als verwaister Zeiger («orphaned alias») auf eine längst nicht mehr vorhandene Originaldatei. Lesen Sie in unserem Beitrag mehr über Unified Storage.

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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Unified Storage

Datenkonsolidierung oder Datenspeicherausbau?

Um der gewaltigen Datenmengen, die selbst im KMU-Umfeld inzwischen bereitgestellt, verarbeitet und gelagert werden müssen, Herr zu werden, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

 

  • Datenmengen verkleinern
  • Datenmengen konsolidieren
  • Datenspeicher ausbauen  

Zum Thema Konsolidierung der Daten gibt es einen sehr interessanten Ansatz, der selber wiederum in zwei grundsätzlich voneinander zu unterscheidende Aspekte aufgeteilt werden kann:  

  • Reduzierung der Datenmengen durch manuelle Deduplizierung (Sichtung auf Dopplungen)
  • Reduzierung der Datenmengen durch automatische Deduplizierung (Reduzierung auf Blockebene)  

Das Thema der automatischen Deduplizierung durch «Data Deduplication» haben wir an dieser Stelle bereits behandelt. Daneben gibt es natürlich ganz schlicht noch die Holzhammer-Methode der Reduzierung von Datenmengen durch Streichung. Parallel zum Löschen von Daten kann eine Limitierung der jedem Nutzer zugestandenen Speicherkapazitäten eingerichtet werden – ein solches «Quota» erfreut sich in vielen Betrieben grosser Beliebtheit und lässt sich ausser auf der reinen Datenserverebene auch in Anwendungen wie zum Beispiel einem Exchangeserver einrichten – letzteres als Grössenbeschränkung des Postfachs, man findet so etwas sinnigerweise unter anderem auch bei den diversen Freemailanbietern. Wie sonst sollten diese die in der Regel immens wachsenden Postfächer der Nutzer bewältigen können? Daten der Nutzer nachträglich zu löschen verbietet sich in der Regel aus naheliegenden rechtlichen Gründen.  

Auch und gerade im geschäftlichen Umfeld gibt es diese Problematik, und hier wäre es eigentlich viel einfacher, die Speicherkapazitäten durch Löschen nicht gewünschter Daten und/oder Datentypen in gewissen Grenzen zu halten. So liesse sich beispielsweise alles, was ein Nutzer an Daten auf seinem lokalen Desktop sammelt, periodisch löschen – schliesslich hat man für solche Ablagen eigentlich immer einen oder mehrere zentrale Dateiserver im Firmennetzwerk zur Verfügung. Erzählen Sie aber dies mal Ihrem Vorgesetzten oder auch nur den Usern («Zum Stichtag XY werden dann sämtliche .JPG und .MOV gelöscht!»). In vielen Betrieben ist so etwas durchaus Usus, aber es kann auch böses Blut in der Belegschaft schaffen. Der Mensch ist nun mal ein Jäger und Sammler, und es werden nicht nur das aktuellste halbe Dutzend Witzfilmchen, welches die Kollegen per Email verteilt haben, aufbewahrt, sondern auch haufenweise alte Emails, Mehrfachversionen längst nicht mehr benötigter Dokumente, verwackelte Digitalbilder der letzten Betriebsfeier und so fort.  

Unsereins mag sich bei der Lektüre dieser Aufzählung vermutlich ein Schmunzeln nicht zu verkneifen – aber wer von den Lesern ohne Datensammelwut ist, werfe den ersten Stein oder fasse sich erst einmal selber an die Nase. Selbst der Autor dieser Zeilen – obgleich hinsichtlich seiner IT-Systeme sehr strukturiert und planvoll – hat so manches Gigabyte an eigentlich längst nicht mehr benötigten Daten auf der Festplatte herumschimmeln, Dubletten privater Bilder, gesendete Emails aus dem letzten Jahrzehnt und so weiter.

Gesetzliche Aufbewahrungspflicht kontra Datenkonsolidierung?

Eigentlich sollte man es hier mit der «digitalen Rumpelkammer» ähnlich halten wie mit den lebenspraktischen Ratschlägen, die gerne immer einen leicht fernöstlichen Touch haben und in bester Feng-Shui-Manier raten, alles, was eine bestimmte Zeitlang nicht hervorgeholt worden ist, ungefragt zu entsorgen – man kann es eigentlich entbehren, wenn man es so lange nicht benötigt hat.  

Nun hat so etwas im privaten Haushalt sicher eine bestimmte reinigende Wirkung, kollidiert aber im Businessbereich womöglich mit Pflichten zur Aufbewahrung der geschäftlichen Korrespondenz. Und in der Schweiz gilt nun mal eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht von 10 (zehn) Jahren für Geschäftsbücher, Buchungsbelege und die Geschäftskorrespondenz. Was gerade unter dem letzten Begriff subsummiert werden kann, darüber streiten sich immer wieder Datenschützer, IT-Experten und teilweise auch Gerichte.  

«Wer Geschäftsunterlagen nicht vorschriftsmässig aufbewahrt, handelt sich vielleicht grosse Schwierigkeiten ein», heisst es auf www.startwerk.ch – und es wird auch gleich darauf verwiesen, das mitnichten nur gedruckte Korrespondenz unter diesen Begriff fällt:  

«Alle buchungs- und steuerrelevanten Geschäftsunterlagen müssen aufbewahrt werden. Dazu zählen insbesondere: (…) Geschäftskorrespondenz mit Buchungsrelevanz (auch E-Mail und sonstige elektronische Kommunikation)».  (Quelle: www.startwerk.ch).  

Im Zweifel gilt: Bewahren geht vor Entsorgen! Vielleicht benötigen Sie den digital archivierten Brief oder die gesendete Email von vor acht Jahren doch irgendwann einmal in einem Rechtsstreit? Aber Vorsicht beim Thema Email! Hier wird ein solches digitales «Beweisstück» als Nachweis allgemein erst anerkannt, wenn die Email rechtskonform und fälschungssicher verwahrt wurde! Ansonsten wäre es für jemanden mit nur geringen bis mittleren IT-Kenntnissen ein Leichtes, den Datumsstempel und Logeintrag einer Email zu fälschen. Unser Tipp hierzu: Schauen Sie sich einmal das Thema «Emailarchivierung» an – hier gibt es professionelle Systeme, die Ihnen die Sorgen um fachgerechte Aufbewahrung und Nachweis der Rechtssicherheit abnehmen.

Big Data oder Unified Storage?  

Nun müssen Sie aber nicht gleich Zehntausende Franken in Ihre Hand nehmen und gleich wieder dem Lieferanten Ihrer IT-Systeme für einen Datenserver mit Kapazitäten im Petabyte-Bereich in dessen Hand drücken – oder, als Extrem auf der anderen Seite, zum Migros laufen und dort den gesamten Bestand an externen USB-Festplatten aufkaufen, um Ihre Daten wenigstens überhaupt irgendwo hin auszulagern. Denn merke: Das Thema Datenablage und -aufbewahrung beinhaltet immer auch das Thema Datensicherung! Und dass Datenspeicherung nicht gleich «Backup» ist, haben wir an dieser Stelle mehr als einmal erwähnt und unermüdlich wiederholt – einfach aus dem Grunde, dass das Thema Datensicherung und -wiederherstellung ein so eminent wichtiges ist.  

Wenn Sie aber für die Datenzuwächse der nächsten Jahre halbwegs gerüstet sein wollen, kommt für Sie vielleicht schon das Thema «Big Data» in das Sichtfeld. Wir wollen an dieser Stelle nicht vertieft darauf eingehen, sondern uns mit dem Hinweis begnügen, dass der Begriff «Big Data» allgemein für effiziente Infrastrukturen und skalierbaren Storage steht. Und ein weiteres «Buzz-Word» ist für uns in diesem Zusammenhang wichtig, nämlich Unified Storage (auch als NUS, Network Unified Storage, bezeichnet). 

Was sind die Vor- und Nachteile von Unified Storage

«Wenn man fünf Experten zum Thema »Unified Storage« befragt, bekommt man für gewöhnlich zehn Antworten», heisst es auf der Webseite www.speicherguide.de.  

«Unified Data» kennzeichnet Speichersysteme, die die Daten sowohl block- als auch dateiorientiert ablegen. Der Unterschied liegt darin, dass bei einem Blockdevice noch eine Technik des Ansprechens dieses Geräts auf der Ebene oberhalb des Systems aufgesetzt werden muss. Beispiel: Eine Festplatte ist ein Blockdevice. Sie kann auf ihren kleinen Metallscheiben (im Falle einer konventionellen Festplatte mit rotierenden Scheiben) und den darauf befindlichen, unzähligen Sektoren Daten erst speichern, wenn die Festplatte formatiert und mit einem Dateisystem versehen wurde. Unter Windows in der Datenträgerverwaltung, unter MacOS im Festplattendienstprogramm, unter Linux entweder per mkfs und Konsorten auf der Kommandozeile oder mithilfe des jeweiligen grafischen Frontends. Übrigens bieten natürlich auch Windows und MacOS entsprechende Tools für die Kommandozeile.

Ein typisches Beispiel für das gegensätzliche Pärchen Block- oder Dateiorientiert sind übrigens SAN- und NAS-Systeme: ein SAN (Storage Attached Network) arbeitet als typisches Blockdevice «unterhalb» der Dateisysteme und kann seine Speicherdienste erst zur Verfügung stellen, wenn es auf der Seite des «Nutzers» mit einem Dateisystem versehen wurde. Ein NAS (Network Attached Storage) hingegen wurde bereits so eingerichtet, dass sein Datenspeicher formatiert und mit einem der für die Bereitstellung von Daten typischen Protokolle nutzbar wird.  

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