18.06.2014

Voice over IP: Skype für's Business!

Wollen Sie beim nächsten geselligen Beisammensein mit Branchenkollegen oder Geschäftspartnern einmal mit einer Preisfrage punkten, die jeder richtig beantworten könnte, so fragen Sie doch einmal danach, ob es Unternehmen ohne Telefonanschluss gibt. Hier wird jeder zwangsläufig mit Nein antworten. Formulieren Sie die Frage aber dann etwas weiter und lassen Sie einmal aufzählen, wer im geschäftlichen Umfeld über Voice over IP telefoniert. Hier wird sich bestenfalls Ratlosigkeit auftun.

Von: Lars Behrens  DruckenTeilen Kommentieren 

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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Bei der Kommunikationsform Telefonie dürfte die Verbreitung bei ziemlich genau 100 Prozent liegen. Oder könnten Sie auf Anhieb ein Unternehmen, einen Betrieb oder auch nur einen selbständigen Einzelgewerbler nennen, der nicht per Telefon erreichbar ist? Sehen Sie, wir auch nicht. Selbst der Alpöhi würde inzwischen per Mobile Phone mit Heidi und dem Ziegenpeter kommunizieren. Aber selbst auf dem alteingesessenen Gebiet der Telekommunikation gibt es noch viel Luft nach oben, was die Anpassung an die Moderne betrifft – wenn es nämlich darum geht, auf welcher Technik der Telefonanschluss sowie die Telefonanlage beruhen.  

Die Rede ist von dem, was üblicherweise als TK-Anlage oder Telefonanlage bezeichnet wird. Bereits ab dem Bereich mittlerer Unternehmensgrösse dürfte keine Firma ernsthaft mehr auf eine Telefonanlage verzichten. Waren aber noch vor wenigen Jahren entweder kleine Stand-Alone-Geräte mit AB (Anrufbeantworter) und Makelfunktion oder auf der anderen Seite schwergewichtige Telefonanlagen mit Schalt- und Steckplätzen und zumeist nur kryptisch zu bedienender Administrationsmöglichkeit der Alltag in vielen Unternehmen, findet in den letzten Jahren eine langsame, aber stetige Entwicklung hin zu Voice over IP-Telefonanlagen statt. Das Herz solcher Anlagen steht dann oftmals nicht einmal mehr bei Ihnen in Ihrem lokalen Netzwerk, sondern als gehostete Cloud-Telefonanlage bei irgendeinem Provider, der zugleich für den Übergang vom öffentlichen Telefonnetz zu Ihrem LAN (dem lokalen Netzwerk) sorgt.

IP-Centrex ist gleich Voice over IP und ist ähnlich oder ungleich Skype?!

Das Wissen darüber ist interessanter Weise selbst bei so manchem gewieften IT-Administrator, Entscheider oder -Verantwortlichen auf einen recht kleinen Ausschnitt des Themenfelds beschränkt geblieben. In der Regel denkt man bei dem Terminus Voice over IP nämlich an die kostengünstige Möglichkeit des Telefonierens über das Internet mittels Skype, Facetime und so weiter. Hier treten in der Tat bereits sowohl einer der zentralen Aspekte von Voice over IP und Centrex als auch der basale Unterschied zwischen Skype und einer Business-Lösung in Erscheinung. Skype nutzt ausschliesslich das Internet. Haben Sie schon einmal versucht, Ihren Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner in Liechtenstein – der über eine klassische ISDN-Anlage an das TK-Netz angebunden ist, ausschliesslich über IP und Skype zu erreichen? Versuchen Sie es am besten gar nicht erst. Hingegen werden Telefonate bei Skype nicht mehr über die Telefonleitungen der TK-Anbieter geleitet, sondern über IP-Datenleitungen.

Digitalisierung in TK-Anlage bietet viele Vorteile

Skype und Konsorten funktionieren über Internetverbindungen, aber das Prinzip lässt sich auch im lokalen Netzwerk umsetzen. Die Signale (also üblicherweise der Ton, mithin die gesprochene Sprache) werden am Endgerät abgenommen und in digitale Häppchen unterteilt danach per IP übertragen und am anderen Ende der Leitung wieder zurückgewandelt. Oder man bedient sich gleich eines der grossen Vorzüge dieses Prinzips und schickt die digitalisierten Sprachpakete im Falle der Unerreichbarkeit eines Teilnehmers per Tondatei als Mail in dessen Postfach. Je nach Leistungsfähigkeit der Anlage sogar gleich mit einem Vermerk im Betreff der Email, welcher Anrufer eine Nachricht hinterlassen hat (sofern dessen Nummer im Telefonbuch der Anlage hinterlegt ist). Anstatt sich durch einen Rattenschwanz an aufgelaufenen Nachrichten auf dem guten, alten Anrufbeantworter (der mit einer Centrex-Anlage natürlich auch umzusetzen ist und dann einfach auf das entsprechende Endgerät gelegt wird) zu tippen, schaut man in seinen Posteingang und sortiert schon einmal optisch vor, wessen akustische Hinterlassenschaften des Anhörens würdig sind und welche gleich ins digitale Nirwana geschoben werden können.  

Ein weiterer Vorteil einer IP-Centrex-Anlage: Faxe können ebenfalls digitalisiert empfangen und verarbeitet werden. Anstelle des Gangs zum Papierstau im Faxgerät schauen Sie also lediglich in das entsprechende Mail-Postfach. Ebenso können Sie digitale Dokumente über die Centrex versenden, logischerweise mit der Einschränkung, dass Sie analoge Unterlagen gegebenenfalls erst digital wandeln, also per Scanner o.ä. einlesen müssen.

Klassisch oder Voice over IP?

Vielleicht fragen Sie sich bereits an dieser Stelle, weshalb auch Sie in Ihrem Netzwerk nicht längst schon eine Voice over IP- bzw. gehostete Centrex-Telefonanlage betreiben. Dabei liegt einer der grossen Stolpersteine auf dem Weg zu einer effektiven Telefon-Struktur bereits in der Schwierigkeit, die Kinder bei ihrem jeweiligen Namen zu nennen. Für gehostete Telefonanlagen, also solche, die im weitesten Sinne in der Cloud betrieben werden, gibt es keine standardisierte Nomenklatura. Praktisch kann jeder Anbieter sein Produkt nennen wie er möchte, doch das macht es nicht eben einfacher. Einige grundlegende Prinzipien – man könnte auch von Architekturen sprechen – lassen sich jedoch herauskristallisieren:

  • Die klassischen Telefonanlagen, die heute noch das Gros der TK-Anlagen im KMU-Bereich stellen: Der Anschluss in die grosse weite Welt der Telekommunikation geschieht per so genanntem PBXer, ISDN- oder Analogtechnik. Die interne Anlage selbst setzt zumeist auf proprietäre Protokolle und Techniken aus der TK-Welt. Solche Anlagen können makeln, umleiten, auf Anrufbeantworter schalten und eine grosse Vielzahl an (analogen und ISDN/DECT-)Endgeräten ansprechen.
  • Interne Voice over IP-Anlagen mit Schnittstelle zum klassischen Telefonnetz: Hier bieten sich zumindest die Vorteile der Digitalisierung bei der Handhabung der internen Geräte an. Die Nebenstellen (also die einzelnen Anschlüsse) lassen sich zumeist per Browser oder einer ähnlich Nutzer- und Adminfreundlich gestalteten Benutzeroberfläche verwalten. Da die Telefonnummer an das Endgerät gebunden ist und über die interne Datenleitung angesprochen wird, lassen sich die Telefone einfach ausstöpseln und in einem anderen Raum betreiben.
  • IP-Centrex: Dies stellt momentan den Königsweg der Voice over IP-Centrex-Technik dar. Dabei müssen Sie nur noch eine leistungsfähige Internetanbindung zur Verfügung stellen, den Rest besorgt der Provider. Er verwaltet auf seinem zentralen Rechenzentrum die Schnittstelle vom klassischen TK- in das Voice over IP-Netz, leitet die Anrufe, die auf Ihre altbekannte analoge Telefonnummer gehen, über das Internet auf die Voice over IP-Geräte in Ihrem Netzwerk um. Sie bezahlen in der Regel nur eine verhältnismässig geringe monatliche Miete für die Nebenstellen und die Geräte. Bei letzteren handelt es sich um reine Voice over IP-Telefone - also Mini-Computer, die aussehen wie ein Telefon. Aber auch analoge Geräte lassen sich per entsprechendem Adapter betreiben. Sämtliche Makel- und Verwaltungsfunktionen erledigen Sie über ein Interface im Webbrowser, und die Verbindungen laufen verschlüsselt ab. Oder Ihr TK-Provider stellt Ihnen gleich eine Direktverbindung von seinem TK-Rechenzentrum in Ihr Netzwerk bereit, dieses wird dann üblicherweise auf Layer 2 des ISO/OSI-Schichtenmodells betrieben.  

Übrigens kochen natürlich auch die Betreiber und Hoster der IP-Centrex-Anlagen an diesem Punkt nur mit Wasser. Das Rad wurde auch hier noch nicht neu erfunden, und an irgendeiner Stelle wird immer der Übergang zum klassischen Telefonnetz stattfinden (müssen). Letzteres ist eben etabliert, bewährt, weltweit gleich (mit länderspezifischen Besonderheiten) und aber vor allem eins: zuverlässig und weitgehend ausfallsicher. Wenn im Internet einmal wieder gar nichts mehr geht, funktioniert das klassische Telefonieren meistens immer noch. Ein Witz aus der Klamottenkiste der IT-Administratoren macht sich über den Anwender lustig, der sich über den Ausfall des Mailsystems beschwert: «Schicken Sie uns dann doch einfach ein Mail und wir kümmern uns darum!». Eine echte, klassische Telefonanlage fällt erheblich seltener aus als ihr Voice over IP-Pendant. Stockt hingegen das Internet, ist es auch mit der IP-Telefoniererei vorbei. Dies sollten Sie bei der Planung bedenken und gleich eine leistungsfähige und entsprechend teure Breitbandanbindung (sprich: Standleitung) bei der Investition in eine IP-Centrex-Telefonanlage – ganz gleich, ob in der Cloud oder im eigenen Haus gehostet – einplanen.

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