17.11.2014

iOS 8: iPhone, iPad und iPod

iOS 8 für iPhone, iPad und iPod ist ziemlich zeitgleich mit OS X Yosemite für die Desktop-Systeme und MacBooks erschienen. Zwei Fragen stehen dabei im Vordergrund: Was bringt iOS 8 im Unternehmenseinsatz, und verschmelzen die Systeme sogar miteinander?

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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iOS8

Nicht nur Microsoft vollführt mit dem angekündigten Windows 10 (statt der erwarteten 9) einen Systemwandel hin zu einer einheitlichen Betriebssystemplattform für mobile ebenso wie für Desktop-Geräte. Auch Apple hat bei seinen beiden neuen OS-Plattformen OS X 10.10 Yosemite (für die Desktop-Macs und MacBooks) und iOS 8 (für iPhone, iPad und iPod Touch) Aussehen und einige Features wieder ein Stück aneinander angeglichen – was vor allem für die enge Einbindung der iCloud gilt. Kommt es also bald zu einem einheitlichen «Universal-OS»?

iOS 8 und OS X: Gemeinsame Plattform?

Sowohl iOS als auch das aktuell bei Betriebssystemversion 10.10 (Yosemite) angelangte OS X basieren auf demselben Kern, was sich zum Beispiel bei einem Blick auf den «Stammbaum» der Systeme leicht erkennen lässt:

  • «Stammbaum» OS X 10.10.: UNIX => BSD => NeXTStep => Darwin => Mac OS X
  • «Stammbaum» iOS 8: Unix => BSD => NeXTStep => Darwin => Mac OS X => iOS.  

So veröffentlichte Apple Patches für dieselben Sicherheitslücken auch schon einmal zeitnah für iOS und Mac OS X, beispielsweise bei der ersten JailbreakMe.com-Lücke (zit. n. giga.de, Link siehe unten). Seit OS X Lion hat Apple einige iOS-Features ins Mac-Betriebssystem OS X integriert, was zu einer sichtbaren Annäherung der beiden Systeme führte. Noch vor nicht allzu langer Zeit glaubten Analysten daher an eine vollständige Verschmelzung von iOS und OS X in der nahen Zukunft. Dies hätte nicht für Apple Vorteile bringen sollen in Form von Synergien und somit letztlich verbesserter Gewinnmarge. Auch einige inhaltliche beziehungsweise technische Gründe hätten dafür gesprochen, und vor allem hätten die User von einem einheitlichen System profitiert – einmal die Bedienung gelernt, wäre diese auf mobiler und Desktop-Variante gleich gewesen. Auch wären Apps auf den Systemen einheitlich zu nutzen. Aktuellen Meldungen von IT-Insidern, Analysten und auch Apple-Mitarbeitern selber zufolge werden die beiden Betriebssysteme in naher Zukunft aber keineswegs in einem Universal-OS aufgehen. Spannend wird es also in der näheren Zukunft durchaus, wie die beiden Dauerrivalen Apple und Microsoft ihre Systeme parallel halten wollen.  

Immerhin gleicht sich das Aussehen der Oberflächen immer mehr aneinander an, und Apple verspricht auch mit dem neuen Yosemite wieder eine verbesserte Zusammenarbeit mit dem iOS auf iPhones und iPads.

Early Adaptors haben das Nachsehen

Zurück also zu der zweiten Frage, die wir in den Mittelpunkt unserer diesmaligen Betrachtungen stellen wollen: Was bringt iOS 8 für Sie bzw. Ihre Systeme im Unternehmenseinsatz? Die Frage, ob eigene iOS-Geräte im Unternehmen genutzt werden sollten oder nicht, dürfte in den meisten Betrieben inzwischen obsolet sein – Apple-Geräte werden mehr und mehr wie selbstverständlich genutzt und haben beispielsweise die früher in diesem Bereich vorherrschenden Blackberrys weitgehend verdrängt. Zu den Sicherheitsaspekten und den technischen Möglichkeiten, den Apple-Zoo zu bändigen, haben wir an dieser Stelle beziehungsweise im Online-Portal InformatikPraxis Online bereits alles Wissenswerte gesagt – siehe die Stichworte BYOD (Bring Your Own Device) und MDM (Mobile Device Management).  

Die Frage, die sich besorgten Administratoren und Entscheidern eher stellt, ist die, ob es überhaupt ratsam ist, die neue Betriebssystem-Generation iOS 8 auf das Unternehmensnetzwerk loszulassen – es gab in letzter Zeit eine ganze Reihe an Schlagzeilen zu Sicherheitslücken und funktionalen Problemen unter dem neuen iOS, die der Autor dieser Zeilen aus der Praxis seines IT-Supportunternehmens durchaus bestätigen kann. Wie kann das aber sein, wo doch gerade bei Apple-Geräten und dem jeweiligen iOS-System die «Early Adaptors» immer diejenigen waren, die sich des Neids und der stillen Bewunderung derjenigen sicher sein konnten, die eben noch nicht über das jeweils neue iPhone, iPad oder eben das iOS verfügten?  

Nun, vor allem Angesichts einer ganzen Reihe an Pleiten, Pech und Pannen fragen sich nicht nur enttäuschte Lifestyle-Apologeten, ob sie sich mit dem Vorzeigen eines brandneue iPhone 6 nicht eher der Gefahr der Lächerlichkeit preisgeben. In einem der letzten Beiträge an dieser Stelle haben wir ja bereits aufgezeigt, dass und wie man mit iPhone und iPad durchaus produktiv im Unternehmenseinsatz sein kann. Durch die diversen Bugs in iOS 8 hat allerdings die Reputation, die Apple-Geräte gerade erst in Unternehmen gewonnen hatten, doch erheblich gelitten. Anwender, Entscheider und IT-Administratoren sollten sich daher die Frage stellen, wie sinnvoll das zeitnahe Aktualisieren auf das neue iOS 8 ist, und ob dieses im Businessbereich eher Vor- oder Nachteile mit sich bringt. Im Moment muss davon leider eher abgeraten werden. iOS 8 bringt im Moment keinen echten Mehrwert. Die herausragenden Features wie etwa die neue Gesundheits- und Fitness-App, die verbesserte iCloud-Anbindung und die (eigentlich längst überfällig gewesenen) Textvorschläge dürften keinen Grund darstellen, von einem stabil laufenden iOS 7 oder gar iOS 6 abzugehen – zumindest, solange es noch Sicherheits-Updates hierfür gibt.

Fazit

Angesichts der für Apple ungewohnten und (im negativen Sinne) beeindruckend vielen Bugs, Nachbesserungen und Patches sollten Administratoren im Moment noch zurückhaltend sein mit der Verteilung des neuen iOS 8 – sofern dieses nicht bereits auf neuen Geräten vorinstalliert geliefert wird. Ein Zurück gibt es dabei übrigens nicht.  

Die Frage, ob IT-Abteilungen oder die Entscheidungsträger im Unternehmen überhaupt die Apple-Armada ins Haus lassen wollen, stellt sich dabei schon längst nicht mehr – über die «Hintertür» iPhone und iPad haben sich die lange im Unternehmenseinsatz verschmähten Apple-Systeme längst einen festen Platz erobert – vor allem in den Vorstandsetagen, bei Abteilungsleitern und Mitarbeitern im Aussendienst. Daneben haben auch privat genutzte iPhones weite Verbreitung gefunden und werden beispielsweise genutzt, um die geschäftlichen Mails zu lesen und zu bearbeiten.

Einen funktionellen Mehrwert gibt es dabei eigentlich nicht – kaum eine App aus Apples beeindruckend vielfältigen App-Store dürfte ein Alleinstellungsmerkmal besitzen und nicht auch für Android-Geräte oder Windows-Phones beziehungsweise -Tablets verfügbar sein, und falls doch, stellt sich immer noch die Frage, ob dieses für den Einsatz im Businessbereich notwendig und sinnvoll ist.

Links

www.giga.de

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