10.07.2019

iPhone und iPad: Einbindung in ein Unternehmensnetzwerk

Der Siegeszug der Smartphones und Tablets von Apple scheint aktuell zwar ein wenig gebremst, zumindest veröffentlicht Apple seit Neuestem keine Absatzzahlen für die iPhones mehr – ein Novum in der Firmengeschichte.

Von: Lars Behrens  DruckenTeilen 

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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iPhone und iPad

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iOS-Geräte sind allgegenwärtig

Glaubt man aktuellen Markterhebungen aus den Jahren 2018 und 2019, so bewegt sich der Marktanteil der iPhones in der nördlichen Hemisphäre plus Australien und Neuseeland aber ohnehin bereits um die 50% (www.iphone-ticker.de). Da drängt sich die Frage auf, wie mit den chic gestylten Geräten respektive deren Betriebssystem iOS im Businessbereich umzugehen ist. Und dabei meinen wir nicht, ob Sie es sich persönlich leisten können und wollen, Ihr neues iPhone XS oder XR vorzuzeigen, was ja immer auch mit einer gewissen Statusaussage verbunden ist. Wir wollen eher einmal einen Blick darauf werfen, ob und inwieweit die Smartphone-Pioniere auch im Businessbereich nützlich sein können. Taugen iPhone und iPad zu mehr als zum "Protzen" vor den Kollegen?

Marginal: Apple Watch und iPod touch

Apple-Apologeten bekommen ja gleichsam feuchte Finger, wenn das Cupertinosche Mutterhaus wieder ein neues iGadget auf den Markt wirft. Jenseits solcher spöttisch-lästerlichen Bemerkungen ist es aber tatsächlich so, dass die elektronischen Engerlinge iPhone und iPad mitnichten nur bunt leuchtendes Spielzeug sind. Vielmehr lässt es sich erstaunlich gut mit ihnen im Unternehmenseinsatz arbeiten. Übrigens: Wer entweder noch keine Lesebrille benötigt oder eine solche bereits gewinnbringend nutzt, darf diese Aussage auch gerne auf eine Apple Watch münzen. Zwar ist der Empfang von Mails "leidlich unbequem", da "der eingebaute E-Mail-Client von Apple (…) viele Mails nicht oder stark unvollständig" anzeigt und sich zudem "nur schwer bedienen" lässt, so https://www.heise.de/. Aber grundsätzlich sind Apple Watch und sogar der iPod touch zur Nutzung von Businessfeatures wie Mail, Firmenadressbuch und Kalendern nutzbar, da alle auf derselben technischen Grundlage beruhen. In unserer Betrachtung wollen wir uns aber auf iPhone und iPad beschränken – zu exotisch scheint doch die Nutzung von Apple Watch und iPod im Businessbereich.

Einsatzmöglichkeiten des iPhone und iPad

Web-Apps dominieren

Apple hat recht früh dafür gesorgt, seinen iPhones die Möglichkeit zur Einbindung in ein typisches Business-Umfeld mitzugeben: Mails, vor allem die Anbindung an den Platzhirsch Exchange, Kalender, Kontakte – viel mehr braucht der moderne Geschäftsmann doch nicht, um laufend up to date und "busy" zu sein. Dabei darf nicht übersehen werden, dass sich am Ende des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts Web-Apps immer mehr zum Quasi-Standard entwickeln. Die App ist out, es lebe die App – nämlich die Web-App!

und deren Pendant in Form einer kleinen, unauffällig funktionierenden App sind fliessend. Microsoft selbst zeigt mit Office 365 und Windows Server 2019 deutlich, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll: Weg von kleinteiligen IT-Infrastrukturen mit einem Windows-Server und vielleicht einer Handvoll Clients hin zum "freiwilligen Zwang" der Nutzung des Cloudangebots von Microsoft auf der einen Seite, grosse und kostenspielige Windows-Server-Infrastrukturen für grössere und grosse Unternehmen auf der anderen Seite. Infolgedessen wird es in vermutlich recht naher Zukunft keine entscheidende Rolle mehr spielen, ob Sie die Clouddienste mit einem PC, einem Laptop, dem Surface von Microsoft oder eben Apples iPhone oder iPad nutzen.

Groupware als Dreh- und Angelpunkt

Bei der Einbindung eines iPhones oder iPads in ein typisches durchschnittliches Unternehmens-Netzwerk wird in der Regel irgendein Groupware-Server im Einsatz sein – falls es sich nicht um einen Exchange handelt, dürfte es sich um eines der zahlreichen Konkurrenzprodukte handeln: Kopano (ehemals Zarafa), OpenXchange, Kolab, SoGo, Groupwise, IBM (Lotus) Notes, Atmail, AVM Ken und so weiter. Bei einem IMAP-Server – und das ist längst der Standard, nur wenige Exoten nutzen ernsthaft noch POP3 – geschieht das Einbinden unproblematisch über die integrierte Mail-App von Apple. In dieser stehen Ihnen dann alle (abonnierten) Mailordner zur Verfügung, die Sie auch an Ihrem stationären PC oder Laptop sehen würden, das iPhone verhält sich hier also nicht viel anders als jeder sonstige IMAP-Client. Je nach Einstellung auf Ihrem iPhone oder iPad synchronisiert die Mail-App auch gesendete und gelöschte Objekte, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit des IMAP-Protokolls ist, und Anwender, die so etwas nicht kennen, immer wieder in freudige Verzückung versetzt.

Möglichkeiten des Clients sind entscheidend

Eine weitere Möglichkeit ist das Andocken per spezifischem Client, also einer App, die Sie sich auf das iPhone laden. Sofern der Mailserver einen solchen eigenen Client anbietet, sollten Sie diesem den Vorzug geben. Dies ist zum Beispiel bei IBM Notes der Fall, wo es mit dem IBM Notes Traveler eine eigenständige App gibt. Falls all dies nicht funktioniert, bleibt Ihnen, wie bereits oben erwähnt, immer noch der gute, alte Webmailzugriff, der sich in letzter Zeit sehr gemausert hat und den schwergewichtigen Desktopprogrammen irgendwann den Rang ablaufen könnte. Damit das Ganze überhaupt les- und bedienbar wird, muss die entsprechende Webmailseite selbstverständlich im sogenannten Responsive Design erstellt sein, sich also an verschiedene Bildschirmgrössen anpassen. Und naturgemäss macht die Arbeit mit einem der iPhone-Modelle mit grösserem Display wie den iPhones Plus oder dem iPhone Xs oder Xs Max mehr Spass als mit den kleineren Schwestermodellen.

Schwachstelle Kalender und Kontakte

Ein etwas heikleres Thema sind Kalender und Kontakte – sofern Sie keinen vollwertigen Groupwareserver im Einsatz haben, müssen Sie hier auf irgendetwas zurückgreifen, was CalDAV und CardDAV unterstützt. Einige Cloudlösungen wie z.B. NextCloud (vormals ownCloud) stellen diesen Standard zur Verfügung. Erfahrungsgemäss hakt es aber immer wieder beim Abgleich von Kalendern und Kontakten zwischen iPhone und den verschiedenen Lösungen, selbst wenn Letztere auf den Standards iCal und CardDAV beruhen. Entscheidend ist die Umsetzung dieser Lösungen bei den jeweiligen Anbietern, und diese ist eben nicht standardisiert, sondern bietet im schlimmsten Fall Ärger durch Inkompatibilitäten.

Dokumente bearbeiten

Dokumente auf dem iPhone zu bearbeiten macht naturgemäss wenig Spass – ansehen können Sie diese aber zumindest per entsprechender App. So gibt es Office Mobile für das iPhone und iPad, und Apps zum Einbinden von Fileshares und zum Browsen darin gibt es ebenso reichlich, zum Beispiel FileBrowser.

Auch an SharePoint lässt sich ein iPhone anbinden – dies geschieht mit den Bordmitteln des iPhone sprich mit dem Browser und dem integrierten Mail.app.

VOIP

Zu guter Letzt sei noch das Thema Telefonie erwähnt – Voice-over-IP-Lösungen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Für einige dieser Lösungen gibt es eine Endgeräte-App für das iPhone. Sie können das iPhone dann per Datennetz als VoIP-Endgerät nutzen. Allerdings fallen hierfür – je nach VoIP-Lösung – eventuell auch Lizenz- oder Nebenstellenkosten an.

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