12.09.2014

iPhone und iPad: Einbindung in ein Unternehmensnetzwerk

Passend zur aktuellen Neuerscheinung des iPhone 6 wollen wir einmal einen Blick darauf werfen, ob und inwieweit die Smartphone-Pioniere auch im Businessbereich nützlich sein können. Taugen iPhone und iPad zu mehr als zum Protzen vor den Kollegen?

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

MaLiWi IT

 zum Portrait

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
iPhone und iPad

Apple-Apologeten bekommen ja gleichsam feuchte Finger, wenn das Cupertinosche Mutterhaus wieder ein neues iGadget auf den Markt wirft. Jenseits solcher spöttisch-lästerlichen Bemerkungen ist es aber tatsächlich so, dass die elektronischen Engerlinge iPhone und iPad mitnichten nur bunt leuchtendes Spielzeug sind. Vielmehr lässt es sich erstaunlich gut mit ihnen im Unternehmenseinsatz arbeiten.  

Einsatzmöglichkeiten des iPhone und iPad  

Apple hat nämlich recht früh dafür gesorgt, den iPhones Möglichkeiten zur Einbindung in ein typisches Business-Umfeld mitzugeben. Und was nutzt der durchschnittliche Anwender hier? Natürlich Email, Kalender und Kontakte. Platzhirsch in diesem Bereich ist – ausgerechnet – Apples ehemaliger Erzrivale Microsoft mit dessen Groupware-Lösung Exchange. Kurz zur Erinnerung: Eine Groupware heisst so, weil sie eine Arbeit in Gruppen beziehungsweise im Team ermöglicht – da hier der Fokus auf Zusammenarbeit liegt, spricht man auch von Kollaborations-Software.  

Als kleine Werbung in eigener Sache sei der Hinweis darauf erlaubt, dass Sie viele interessante Beiträge zu Groupware-Lösungen auf www.weka.ch finden – und vor allem in der Arbeitsplatzlösung InformatikPraxisOnline.  

Aber zurück zur Einbindung eines iPhone in ein typisches, durchschnittliches Unternehmensnetzwerk. Hier wird in der Regel irgend ein Groupware-Server im Einsatz sein – falls es sich nicht um einen Exchange handelt, dürfte es sich um eines der zahlreichen Konkurrenzprodukte handeln: Zarafa, OpenXchange, Kolab, SoGo, Groupwise, IBM (Lotus) Notes, Atmail, AVM Ken und so weiter.  

Hier gibt es in der Regel eine dieser vier Möglichkeiten:  

  • Bei einem IMAP-Server – und das ist inzwischen der Standard – geschieht das Einbinden unproblematisch über die integrierte Mail.app von Apple. Hier stehen Ihnen dann alle Mailordner zur Verfügung, die Sie auch an Ihrem stationären PC oder Laptop sehen würden. Das iPhone verhält sich also nicht viel anders als jeder sonstige IMAP-Client. Je nach Einstellung auf Ihrem iPhone oder iPad synchronisiert Mail.app auch gesendete und gelöschte Objekte – was eigentlich eine Selbstverständlichkeit des IMAP-Protokolls ist und versetzt Anwender, die so etwas nicht kennen, immer wieder in freudige Verzückung. Gerade im KMU-Umfeld sind hier noch viele Maillösungen auf schlichten POP-Abruf reduziert, weil sich niemand an eine Groupware herantraut. Dass eine solche keineswegs ein solches Kosten- und Administrations-Monster sein muss wie vielleicht ein Exchange, wissen viele überhaupt nicht.  

Als kleine Anekdote aus der Praxis sei Ihnen übrigens nicht vorenthalten, dass ausgerechnet der weit verbreitete Emailclient Outlook durch eine nicht gerade vorbildliche Umsetzung des IMAP-Standards «glänzt». Solange Sie an einem Exchangeserver angebunden sind, ist alles kein Problem – aber an einem anderen IMAP-Mailserver verhält sich Outlook teilweise sehr störrisch und wenig komfortabel. Aber das nur am Rande – viele Anwender wundern sich eben, wenn sie einmal den Microsoft-Kosmos verlassen. Auf einem iPhone oder iPad haben Sie diese Schwierigkeiten in der Regel nicht.  

Bei einem POP-Server gilt das eben Gesagte, allerdings mit den Einschränkungen des POP-Protokolls – zum Beispiel gibt es keinen Abgleich verschiedener Emailclients, keine Synchronisation gesendeter Objekte und so fort.

  • Eine weitere Möglichkeit ist das Andocken per spezifischem Client, aber noch innerhalb der Mail.app auf dem iPhone oder iPad. Hier stehen Ihnen iCloud, Exchange, Google, Yahoo, AOL und Outlook.com zur Verfügung. Exchange z.B. arbeitet mit seiner bewährten Push-Lösung ActiveSync auch für die iOS-Geräte von Apple.  
  • Sofern der Mailserver einen eigenen Client anbietet, sollten Sie diesem den Vorzug geben. Dies ist zum Beispiel bei IBM Notes der Fall, wo es mit dem IBM Notes Traveler eine eigenständige App gibt.  
  • Falls alles dies nicht funktioniert, bleibt Ihnen immer noch der gute, alte Webzugriff. In letzter Zeit gewinnt dieser auch eher an Bedeutung, da die Anbieter von Groupwarelösungen mehr und mehr auf die Plattformunabhängigkeit des Zugriffs im Browser setzen. Dies ist zum Beispiel beim Webzugriff für Exchange, OWA, der Fall.  

Hier sollten Sie, sofern Sie mit der Anschaffung eines iPhones liebäugeln, dann vielleicht sogar der Version iPhone 6 Plus den Vorzug geben – auf dessen Phablet-Schirm wird die Arbeit mit Mails und Kalendern und Kontakten sicher eher Freude machen als auf dem Mäusekino der iPhone-Generationen 4 und 5.  

Ein etwas heikleres Thema sind Kalender und Kontakte – sofern Sie keinen vollwertigen Groupwareserver im Einsatz haben, müssen Sie hier auf irgendetwas zurückgreifen, was CalDAV und CardDAV unterstützt. Einige Cloudlösungen wie z.B. ownCloud stellen diesen Standard zur Verfügung.  

Dokumente auf dem iPhone zu bearbeiten macht naturgemäss wenig Spass – ansehen können Sie diese aber zumindest per entsprechender App. So gibt es Office Mobile für das iPhone und iPad, und Apps zum Einbinden von Fileshares und zum Browsen darin gibt es eben so reichlich, zum Beispiel FileBrowser.  

Auch an SharePoint lässt sich ein iPhone anbinden – dies geschieht mit den Bordmitteln des iPhone sprich mit dem Browser und dem integrierten Mail.app.  

Zu guter Letzt sei noch das Thema Telefonie erwähnt – Voice-Over-IP-Lösungen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Für einige dieser Lösungen gibt es eine Endgeräte-App für das iPhone. Sie können das iPhone dann per Datennetz als VOIP-Endgerät nutzen. Allerdings fallen hierfür – je nach VOIP-Lösung – eventuell auch Lizenz- oder Nebenstellenkosten an.

Exchange schnell einrichten

Zwar nicht seit den ersten iOS-Versionen, aber nun schon seit einigen Jahren stellt die Anbindung eines iPhones oder iPads an einen Exchangeserver kein Problem mehr dar. Kurioserweise geschieht dies ebenso wie bei einigen der Exchange-Konkurrenzprodukte (wie beispielsweise Zarafa, Novells Groupwise und andere) ausgerechnet über den Assistenten für das Hinzufügen eines Exchange-Kontos.  

Auf iPhone und iPad ist eine Anbindung an eine Exchange- oder Exchange-kompatible Groupware schnell eingerichtet:

  • Gehen Sie am iPhone oder iPad auf Einstellungen.
  • In Einstellungen gehen Sie auf «Mail, Kontakte, Kalender» und auf «Konto hinzufügen».

Hinweis: Die Optiken unterscheiden sich hier zwischen den einzelnen iOS-Varianten. iOS 6 und iOS 5 lassen sich ebenso problemlos einbinden.

Im nächsten Schritt tragen Sie die Daten des Exchange-Kontos ein:

  • Die E-Mail-Adresse, die Sie im iPhone einbinden wollen,
  • Kennwort,
  • eine beliebige Beschreibung.

Anhand der Domäne und des DNS-Servers sollte Ihr iPhone per AutoDiscovery-Funktion den korrekten Exchange-Server finden. Klappt dies nicht, müssen Sie die Daten manuell eintragen.  

  • Im nächsten Schritt können Sie weitere Felder setzen – dies gilt aber nur, falls der Server auf Basis der E-Mail-Domäne nicht gefunden werden kann. In der Regel wird das iPhone die Einstellungen automatisch setzen, was auch für die Anbindung an Office 365 gilt.
  • Die (optionale) Meldung, dass das iPhone den Server nicht verifizieren kann, müssen Sie bestätigen – sofern Sie sicher sind, auf den Exchangeserver zuzugreifen, der zu Ihrem Unternehmen gehört.
  • Abschliessend müssen Sie nur noch auswählen, was synchronisiert werden soll. Zum Abschluss speichern Sie die Konfiguration.  

Wollen Sie später Einstellungen ändern, nehmen Sie das wieder in diesem Bereich vor.

Signatur des iPhone und iPad

Was viele Anwender immer wieder gerne übersehen, ist die Anlage einer seriösen Signatur. Der Angeber-Satz «Gesendet von meinem iPhone» wirkt nicht besonders professionell – und schon gar nicht passt er in die Corporate Identity eines Unternehmens. Hier sollten Sie als Administrator oder IT-Verantwortlicher entweder mit zentral vorgegebenen Signaturen arbeiten (per Exchange Transportregel) oder ein externes Tool nutzen wie beispielsweise Exclaimer nutzen – oder schlicht eine Dienstanweisung zum vernünftigen Umgang mit Signaturen verteilen.

MaLiWi IT

Produkt-Empfehlungen

  • InformatikPraxis

    InformatikPraxis

    DIE ultimative Praxislösung für IT-Entscheider!

    ab CHF 168.00

  • Moderne Kommunikation in der Arbeitswelt

    Moderne Kommunikation in der Arbeitswelt

    So punkten Sie mit Briefen, Mailings und Facebook

    Mehr Infos

  • Cloud-Computing

    Cloud-Computing

    Erfahren Sie welchen Nutzen Cloud-Computing Ihnen und Ihrem Unternehmen bringen kann.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

IT-Verträge entwerfen und verhandeln

Rechtssicherheit bei IT-Projekten, Outsourcing und Cloud Computing

Nächster Termin: 19. Juni 2018

mehr Infos