12.01.2015

Check_MK: Modernes Monitoring

Haben Sie die Zeit «zwischen den Jahren» ebenfalls in unterschwelliger Sorge darum verbracht, ob Ihre IT-Systeme auch alle brav und zuverlässig über die ruhige Zeit des Jahreswechsels hindurch laufen? Ein leistungsfähiges Monitoringsystem hätte Sie hier vermutlich ruhiger schlafen lassen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen das moderne Monitoring mit Check_MK vor.

Von: Lars Behrens   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lars Behrens, Dipl.-Paed

Lars Behrens ist Geschäftsführer der Firma MaLiWi IT. Staatlich geprüfter Netzwerkadministrator, Microsoft MCP/Linux LCP. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux). Universitätsstudium der Pädagogik, mehrere Jahre Tätigkeit im Ausland. Seminar- und Kursleiter, Referent und Fachbuchautor. Weiterhin ist er Herausgeber von dem Online-Fachportal «InformatikPraxis» bei der WEKA Business Media AG.

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Check_MK

Einerseits soll man den Jahreswechsel ja auch durchaus einmal dazu nutzen, um Geschäft Geschäft sein zu lassen – andererseits bietet sich diese Zeit ja durchaus dafür an, Unerledigtes aufzuarbeiten, in Masse Dinge vorzubereiten und so fort. Dazu muss aber die IT des Unternehmens reibungslos funktionieren. Tut sie dies nicht, merken es die leidgeprüften Anwender ohnehin. Schlecht und unprofessionell wirkt dabei, wenn die Anwender sogar noch vor den IT-Verantwortlichen merken, dass etwas faul ist. Auch dieses Argument spricht für ein zumindest minimales Monitoringsystem. So mancher Ausfall kann dadurch im Vorfeld erkannt und idealerweise behoben werden – zumindest können die Admins aber zeitnah reagieren.  

Ein Monitoringsystem ist eine zentrale Komponente eines verlässlichen IT-Services und eine Kernaufgabe professioneller IT-Administration, hiess es an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit. Wir haben Ihnen mit Nagios und MRTG nämlich bereits eine weit verbreitete Monitoringlösung (Nagios bzw. dessen Weiterentwicklung Icinga) respektive ein wichtige Komponente zur Überwachung von IT-Services (MRTG) vorgestellt. Heute soll es um eine relativ neue, auf jeden Fall aber inzwischen schon weit verbreitete Lösung gehen – Check_MK.

Monitoring-System Check_MK: frisch und beliebt

Dass dieses Open-Source-Projekt dermassen schnell Anklang bei Admins und Entscheidern finden konnte, liegt nicht nur daran, dass der Programmcode von Check_MK unter eine Open Source-Lizenz gestellt und somit prinzipiell kostenfrei zu nutzen ist. Vor allem baut Check_MK auf dem bekannten und einerseits bewährten, andererseits aber auch berüchtigten Nagios auf.  

Dieses gilt nämlich als nicht eben trivial zu installieren und konfigurieren, und mit der Zahl der zu überwachenden Server und Dienste wächst nicht nur die Komplexität, sondern auch die Last auf dem oder den Nagios-Server(n). Und diese beiden Probleme – dasjenige der Komplexität und das der hohen Serverlast – möchte Check_MK lösen.  

Entwickelt wurde Check_MK Im Jahr 2008 von dem Münchner Mathias Kettner ursprünglich als Nagios-Plugin, und rasch erfreute es sich grosser Beliebtheit. Inzwischen stehen mehrere Entwickler hinter der Pflege des Projekts, und ein eigenes Supportunternehmen des Entwicklers bietet professionellen Support zu Check_MK und vertreibt sogar eine eigene Appliance.  

Was unterscheidet nun aber Check_MK von Nagios – oder auch anderen Monitoring-Lösungen, und zwar nicht nur aus dem Open-Source-Bereich?  

Ein «klassisches» Nagios-Setup funktioniert so, dass ein Nagios-Server für jeden Check eine Verbindung zu den Nagios-Clients aufbaut, die dort so genannte «aktive Checks» durchführen und deren Ergebnisse zum Nagios-Server kommunizieren. Check_MK hingegen arbeitet mit einem Shellskript als Client-Agent, das seine Ergebnisse als passive Checks an den Nagios-Server übermittelt. Die Check_MK-Agenten auf den zu überwachenden Hosts prüfen die Daten und liefern die Ergebnisse der Checks über eine einzige Verbindung zurück an den Server – ein ebenso einfaches wie geniales Konstrukt, welches Rechenleistung und Bandbreite spart.  

Auch funktioniert die Auswertung der Checks anders als bei Nagios. Letzteres nutzt einen so genannten Nagios Remote Plugin Executor (NRPE) auf dem zu überwachenden Host, um Parameter wie beispielsweise die Plattenauslastung, den RAM-Verbrauch und so weiter zu messen. Diese Plugins erhalten dann Ergebnis ihrer Tests und liefern einen entsprechenden Status an den Nagios-Server («OK», «Warning», «Critical») zurück.  

Check_MK geht das Ganze anders an und überlässt die Bewertung der Checks dem zentralen Server. Abgesehen davon, dass auch hier wieder Bandbreite gespart wird, entlastet dies den zu überwachenden Server (der ja eventuell durch hohe RAM-Auslastung ohnehin bereits ein Problem hat, welches das Monitoring melden würde – hier verschärft sich dieses dann schlimmstenfalls noch durch das eigentlich als Problemvermeidung gedachte Monitoring). Ausserdem benötigen die Agents auf den zu überwachenden Hosts keine weitere Konfiguration.  

Einige weitere Vorteile von Check_MK, zitiert in Anlehnung an eine Info der Check_MK-Experten von Heinlein Support:

  • Automatische Service-Erkennung, da die auf einem Host zu überwachenden Dateisysteme, Ports, Prozesse und weitere Komponenten und Dienste automatisch erkannt und in das Monitoring eingebunden werden können. Dadurch entfällt ein erheblicher Aufwand bei der Administration – ein Aspekt, der natürlich auch kostenmässig ins Gewicht fällt.
  • Regelbasierte, hierarchische Konfiguration: anstelle seitenlanger Auflistungen von Einzelwerten arbeitet Check_MK mit intelligenten Regeln. Hosts werden ebenfalls in einer hierarchischen Ordnerstruktur verwaltet.
  • Hohe Performance: wie bereits oben aufgezeigt, reduziert das Monitoring-Konzept von Check_MK sowohl die Last auf den zu überwachenden Systemen als auch die Bandbreite, die zur Übertragung der Checks benötigt wird. Da die Ergebnisse der Überwachung nicht erst durch aktive Checks vom Nagios-Server aus eingeholt, sondern per Rückmeldung passiver Checks von den Check_MK-Clients aus übertragen werden, wird auch der zentrale Nagios-Server selbst entlastet. Die Check_MK-Entwickler selbst sprechen davon, dass mit Check_MK eine im Vergleich zu einem reinem Nagios-System circa zehnfach höhere Ausnutzung der Monitoringsysteme erreicht werden kann – das heisst, dass ein Check_MK-Server bei gleicher Hardwareausstattung zehn Mal mehr Hosts überwachen können soll als ein Nagios-System.
  • Grosse Vielfalt mitgelieferter Checks bei gleichzeitiger Kompatibilität zur Nagios-Welt: Check_MK bringt (Stand Anfang 2015) bereits etwa 600 Check-Plugins mit (das sind also die kleinen «Agenten», mithin Software(module), die auf den zu überwachenden Systemen bestimmte Parameter überwachen: Plattenbelegung, RAM-Auslastung, die Erreichbarkeit bestimmter Dienste und so weiter). Diese bieten dann den Vorteil der einheitlichen Konfiguration und Dokumentation. Darüber hinaus ist Check_MK aber auch kompatibel zu Nagios und kann dessen klassische Check-Plugins einbinden – dies war und ist schon ein Vorteil des populären Icinga, welches ebenfalls auf Nagios aufbaut und Vorteile wie stabileren Betrieb und bessere Konfigurierbarkeit mit sich bringt.
  • Verteiltes Monitoring: in grösseren Umgebungen werden Sie nicht mehr mit einem einsamen Überwachungsserver auskommen – und aus Gründen der Lastverteilung, Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit und vielleicht einfach auch der besseren Ausnutzung personeller Ressourcen oder der Delegierung von Zuständigkeiten wollen Sie dies womöglich auch gar nicht. Hier braucht sich Check_MK nicht vor weitaus teureren – aber eben proprietären – Lösungen zu verstecken. Check_MK soll sehr gut skalieren – eine Behauptung, für die dem Autor dieser Zeilen im Moment noch der direkte Einblick in ein entsprechendes System fehlt, aber glauben wir einfach mal dem Hersteller. Was wir unbedingt glauben und als wesentlichen Vorteil ansehen, ist der Verzicht auf eine zentrale Datenbank, die wieder in sich selbst eine Quelle potentieller Fehler sein könnte. Die Check_MK-Webseite selbst spricht davon, dass es Szenarien mit bis zu 30000 überwachten Hosts gibt.  

Wie kommen Sie nun an Check_MK? Grundsätzlich steht die Software ja unter einer Open-Source-Lizenz. Es gibt aber drei abgestufte Möglichkeiten, deren erste ohne Zahlung von Lizenzgebühren umgesetzt werden kann – bei den beiden anderen Lösungen zahlt man zwar, erhält dafür aber auch eine professionelle Betreuung beziehungsweise gleich eine komplette Appliance:

  • Bei der manuellen Installation wird Check_MK mit dem Setup-Skript, welches in den Quellcodes von Check_MK enthalten ist, in eine bestehende Nagios- oder Icinga-Umgebung integriert;
  • Per Installation von RPM/DEB-Paketen (RedHat- / Debian- bzw. Ubuntu-Standard), für die man eine Subskription benötigt. Man erhält so natürlich auch gleich professionellen Support.
  • Die Check_MK Appliance als 19 Zoll-Gerät oder virtuelle Maschine.  

Für welche Lösung Sie sich entscheiden: mit Check_MK erhalten Sie nicht nur ein modernes, sondern auch leistungsfähiges und zudem auf bewährten Komponenten aufbauendes Monitoringsystem, welches Sie zum Testen und in kleineren Umgebungen erst einmal in der kostenfreien Open-Source-Variante nutzen können, welches aber jederzeit mit Ihren Bedürfnissen und Ansprüchen mitwächst.

Links

www.mathias-kettner.de

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