30.06.2014

Umweltmanagement: Elemente betrieblicher Umweltmanagementsysteme

In diesem Beitrag lernen Sie die wesentlichen Elemente von Umweltmanagementsystemen kennen. Die Darstellung orientiert sich dabei an dem zu Grunde liegenden Gedanken eines ständigen Verbesserungsprozesses im Umweltmanagement. Sie ist ausserdem so angelegt, dass sie den Anforderungen der ISO 14001 wie auch des EMAS entspricht.

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Umweltmanagement

Verantwortung der Leitung im Umweltmanagement  

Ein Umweltmanagementsystem beeinflusst alle Bereiche und Tätigkeiten des Unternehmens. Es ist fester Bestandteil der Aufbau- und Ablauforganisation des Betriebs. Der Unternehmensleitung kommt bei einer Gestaltung des Unternehmens, die Umweltaspekte nicht nur berücksichtigt, sondern den Umweltschutz als grundlegendes Unternehmensziel definiert, eine entscheidende Bedeutung zu. Der Prozess der Orientierung an Umweltgesichtspunkten muss von „ganz oben“ angestossen werden, um sich auf den nachfolgenden Unternehmensebenen fortsetzen zu können. Daher spielt die Unternehmensleitung auch in den Regelwerken zum Umweltmanagement eine entscheidende Rolle. Sie trägt die Hauptverantwortung für das Managementsystem. Dies reicht von der Einbeziehung des Umweltgedankens in die Unternehmenspolitik über die Unterstützung der Umweltmanagementaktivitäten durch die Bereitstellung der erforderlichen personellen und finanziellen Mittel bis hin zu einer regelmässigen Bewertung des Systems und der Festlegung geeigneter Massnahmen zur Sicherstellung seines Erfolgs.

Hierzu wurden in der ersten Ausgabe des EMAS von 1993 elf so genannte gute Managementpraktiken definiert, die als Messlatte für eine umweltorientierte Unternehmensführung angesehen werden können:

  1. Förderung des Verantwortungsbewusstseins für die Umwelt bei allen Mitarbeitern
  2. Beurteilung der Umweltauswirkungen neuer Tätigkeiten, Produkte und Verfahren im Voraus
  3. Beurteilung und Überwachung aller Auswirkungen der gegenwärtigen Tätigkeiten auf die Umwelt
  4. Ergreifen von Massnahmen zur Vermeidung bzw. Verringerung negativer Umweltauswirkungen
  5. Vermeidung unfallbedingter Emissionen von Stoffen und Energie
  6. Festlegung und Umsetzung von Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung mit der betrieblichen Umweltpolitik
  7. Festlegung von Verfahren und Massnahmen für den Fall der Nichteinhaltung von Umweltpolitik oder -zielen
  8. Erarbeitung von Verfahren, um etwaige unfallbedingte Umwelteinwirkungen so gering wie möglich zu halten
  9. Information der Öffentlichkeit über die Umwelteinwirkungen des Unternehmens und Führung eines offenen Dialogs mit der Öffentlichkeit
  10.  Beratung der Kunden über die Umweltaspekte der Produkte  
  11. Gewährleistung der Anwendung der gleichen Umweltnormen durch auf dem Betriebsgelände arbeitende Vertragspartner des Unternehmens.

Umweltmanagement - Betriebliche Umweltpolitik und -ziele

Die betriebliche Umweltpolitik enthält die wesentlichen Leitsätze des Unternehmens in Bezug auf die Umwelt. Sie ist Richtschnur für alle Mitarbeiter und Bekenntnis nach innen und aussen. Mit ihr wird der Umweltschutz als strategische Zielsetzung in die allgemeine Unternehmenspolitik aufgenommen. Sie ist verbindliche Handlungsrichtlinie für alle Unternehmensbereiche und -ebenen und bewirkt somit die notwendige Kontinuität im betrieblichen Handeln. Die Umweltpolitik wird schriftlich fixiert.

Umweltziele präzisieren die Leitsätze

Auf der Grundlage der betrieblichen Umweltpolitik werden operative Umweltziele für alle Unternehmensebenen festgelegt. Die Bestimmung von Umweltzielen muss regelmässig sowie bei Änderung der betrieblichen Verhältnisse (z.B. Einführung neuer Produkte bzw. Prozesse) erfolgen.

Das Umweltprogramm setzt die Ziele um

Auf der Grundlage der Umweltziele wird nun das Umweltprogramm erarbeitet. Das Umweltprogramm enthält konkrete Massnahmen, die der Erreichung der Zielsetzungen dienen. Durch die Umsetzung der im Umweltprogramm festgeschriebenen Massnahmen werden die betriebliche Umweltpolitik in die Tat umgesetzt und das Umweltmanagementsystem mit Leben erfüllt.

Umweltprüfung

Die Umweltprüfung ist eine erste Untersuchung aller umweltbezogenen Aspekte der Unternehmenstätigkeit. Sie dient der Analyse des Ist-Zustands zum Beginn der Umsetzung des Umweltmanagementsystems. Später wird die Umweltprüfung durch das Umweltaudit ersetzt, das regelmässig wiederholt wird und die Grundlage des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses bildet. Im Verlauf der Umweltprüfung analysiert und bewertet das Unternehmen alle umweltrelevanten Aspekte seiner Prozesse und Produkte. Diese Bewertung bildet die Grundlage für die Bildung von Umweltzielen und die Aufstellung des Umweltprogramms.

Umweltmanagement – Organisation

Im Rahmen des Umweltmanagementsystems sind die Festlegung und Beschreibung der Aufbau- und Ablauforganisation für alle umweltrelevanten Stellen und Tätigkeiten erforderlich. Dies umfasst die Bestimmung der Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse besonders umweltrelevanter Stellen und ihre Einbindung in die Unternehmensorganisation. Dazu gehört auch die Erstellung von Verfahrens- und Arbeitsanweisungen für alle besonders umweltrelevanten Prozesse. Umweltmanagement - Dokumentation Um das Umweltmanagementsystem nachvollziehbar darzulegen, ist eine Umweltmanagement-Dokumentation zu erstellen. Diese soll eine umfassende Darstellung von Umweltpolitik, -zielen und -programmen beinhalten. Zentraler Bestandteil des Dokumentationssystems ist i.d.R. ein Umweltmanagement-Handbuch.

Umweltbericht Umweltberichterstattung- zeigen, was man leistet

Umweltberichte und Umwelterklärungen dienen der Unterrichtung der Öffentlichkeit und aller interessierten Kreise aber auch der Mitarbeiter über die umweltbezogenen Aspekte des Unternehmens. Aufgrund der zunehmenden Informationsansprüche der Öffentlichkeit bezüglich der Umweltauswirkungen der Produktion und der Produkte bieten sie ein Stück Transparenz des Unternehmens, das für seine Glaubwürdigkeit, insbesondere auf dem Umweltsektor, immer bedeutender wird.

Umweltaudit

Mit Umweltaudits, eigentlich Umweltmanagementsystem-Audits, wird die Funktionsfähigkeit des Managementsystems überprüft und bewertet. Damit wird sichergestellt, dass das Umweltmanagementsystem den betrieblichen Erfordernissen angemessen und effektiv ist.  

Das Audit kann sowohl von unternehmensinternen wie auch von externen Prüfern durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die an der Prüfung beteiligten Personen von den zu kontrollierenden Bereichen ausreichend unabhängig sind und dass sie über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen bezüglich technischer, organisatorischer und rechtlicher Fragestellungen verfügen. Die im Verlauf des Audits gesammelten Informationen und Daten und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen werden schriftlich dokumentiert. Das Auditteam erstellt einen schriftlichen Auditbericht, der eine vollständige Dokumentation der erhobenen Daten und der daraus gezogenen Schlussfolgerungen beinhaltet.

Im Anschluss an das Umweltaudit sind auf der Grundlage des Auditberichts Korrekturmassnahmen sowie Verantwortliche und Termine hierfür festzulegen. Dazu werden neue betriebliche Umweltziele formuliert. Das Umweltaudit wird in regelmässigen Abständen wiederholt. Das EMAS schreibt einen mindestens dreijährigen Auditzyklus vor, die ISO 14001 macht hierzu keine näheren Angaben. Die tatsächliche Häufigkeit von Audits hängt von der Umweltrelevanz der betrieblichen Tätigkeiten und der Bedeutung und Dringlichkeit der im Rahmen der Prüfungen festgestellten Probleme ab.    

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