18.07.2014

Wachstumsstrategien: Das sind die Gefahren

Wachstum birgt nicht nur Chancen, Wachstum kann ein Unternehmen auch in Gefahr bringen. Denn die Erfahrung zeigt, dass viele expandierende Betriebe nach kurzer Zeit mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen haben. Eines der wichtigsten Instrumente, um dies zu verhindern, ist eine fundierte Finanzplanung.

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Wachstumsstrategien

Die Tücken bei Wachstumsstrategien

Viele Jungunternehmer und Inhaber von KMU-Betrieben unterliegen dem Irrtum, Mehrumsatz mit unternehmerischem Erfolg gleichzusetzen. So konzentriert sich die Strategie meistens auf die Sicherstellung von Mehraufträgen und Neukunden.

Damit laufen sie aber Gefahr, in einen Liquiditätsengpass zu geraten. Die für ein Wachstum notwendigen Ressourcen (Anlagen, Personal etc.) können nicht kontinuierlich sichergestellt werden, sondern sie fallen in sogenannten Kapazitätsstufen an – etwa wenn neue Mitarbeitende angestellt oder Anlagen gekauft werden. Investitionen in Anlagen und Investitionen in den Kapazitätsaufbau müssen also weit vor der Nutzung getätigt werden und haben meistens einen Kostensprung zur Folge. Zu vermerken ist auch, dass jedes Wachstum zusätzliche Zeitinvestitionen in die Organisation und in die Führung bedingt. Als Grundsatz kann festgehalten werden, dass das Wachstum wichtig ist, jedoch in kontrollierten Bahnen verlaufen muss. Wachstumsstrategien dürfen sich nicht allein auf zusätzliche Umsätze und Deckungsbeiträge abstützen.

Mögliche Folgen

Neben zusätzlichen Investitionen in Anlagen hat eine Wachstumsstrategie meistens zur Folge, dass zusätzliche Investitionen in das Personal, in das Marketing und in den Verkauf getätigt werden müssen. Bei Standardangeboten geht mit dem Wachstum meistens eine Preissenkung einher, da Neukunden oft nur mit gewissen Preiskonzessionen gewonnen werden können und die Konkurrenz auf zusätzliche Anstrengungen ebenfalls mit tieferen Preisen reagiert.

Wachstum hat dadurch schwer wiegende Konsequenzen auf die Erfolgsrechnung und die Bilanz:

  • Die Erfolgsrechnung wird mit zusätzlichen Kosten für Marketing und Verkauf belastet.
  • In der Erfolgsrechnung fallen zusätzliche Personal- und oft auch Raumkosten an.
  • Je nach Finanzierungsart fallen zusätzliche Zinsen, Leasingraten oder Dividenden an.
  • Das Umlaufs- und das Anlagevermögen wachsen und müssen finanziert werden (Debitoren und Vorräte steigen in gleichem Masse wie das Umsatzwachstum an etc.).

Die Mehrkosten und Investitionen in die Aktivseite der Bilanz müssen finanziert werden, obwohl tiefere Preise und zusätzlicher Aufwand den Cashflow in einer Übergangsphase etwas sinken lassen.

Deshalb stellen sich im Zusammenhang mit einer noch so gut durchdachten und mit Budgets unterlegten Wachstumsstrategie immer Fragen der Finanzierung.

Es gibt hunderte von Beispielen, wo junge Unternehmer ‹am eigenen Erfolg› im Markt Konkurs gegangen sind, weil sie die Finanzierungsfolgen und die Liquiditätserfordernisse nicht beachtet haben.

Fehler und Gefahren im Zusammenhang mit Wachstumsstrategien

Untersuchungen an der FHS St. Gallen, des IFJ Institut für Jungunternehmen und des CZSG Controller Zentrum St. Gallen zeigen folgende Fehler und Gefahren im Zusammenhang mit Wachstumsstrategien bei Jungunternehmer:

  • Das Wachstum ist nicht mit einem klaren Businessplan definiert.
  • Es wird versucht, Investoren mit übertriebenen Zahlen zu überzeugen.
  • Auf eine Investitionsrechnung wird verzichtet. Der Zeitbedarf für die Nutzung der neuen Investitionen wird unterschätzt.
  • Die Konsequenzen einer Wachstumsstrategie auf Investitionen, zusätzliches Personal, mehr Organisation, zusätzliche Zeit für die Führung, erhöhte Marketing- und Verkaufsanstrengungen, Preissenkungen etc. werden vernachlässigt.
  • Ein vorausschauendes Cash Flow Statement und eine konsequente Liquiditätsplanung im Zusammenhang mit Wachstumsstrategien fehlen, indem nur mit Planerfolgsrechnungen gearbeitet wird.
  • Bei Standardangeboten wird nicht beachtet, dass der durchschnittliche Verkaufspreis pro Einheit (Stück/Stunde) tendenziell sinkt, da neue Kunden mit Preiskonzessionen gewonnen werden und/oder die Konkurrenz ebenfalls mit Preissenkungen reagiert.
  • Bei Wachstumsstrategien wird nicht beachtet, dass in der Bilanz zusätzliche Mittel bei Debitoren und Vorräten gebunden werden.
  • Es werden Investitionen in das Wachstum getätigt, ohne dass die entsprechende Finanzierung gesichert ist (z.B. Investitionen über das Kontokorrent unter Nichtbeachtung der Fristenkongruenz).
  • Bei Management-Buyouts und Franchising-Projekten werden Eigenmittel fremdfinanziert, was meistens zur Folge hat, dass das Unternehmen wegen des hohen Schuldendienstes ‹ausblutet›.
  • Man beachtet eine grundsätzliche Erfahrung nicht: Es dauert länger und es kostet mehr bis man am Ziel ist.

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