17.07.2014

Businessplan: Dreh- und Angelpunkt der Finanzierung

Der Businessplan ist eine knappe und präzise Darstellung eines geschäftlichen Vorhabens mit einer besonderen Betonung der finanziellen Aspekte. Die Zusammenstellung auf ca. 20–30 Seiten sollte einerseits kurz und bündig, andererseits sehr aussagekräftig sein. Idealerweise liegen zu den einzelnen Kapiteln detaillierte Analysen, Konzepte und Massnahmenpläne vor, welche bei Bedarf beigelegt oder in den Verhandlungen zur Untermauerung eingesetzt werden können.

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Businessplan

Wozu Unternehmen einen Businessplan brauchen

Die Ausarbeitung eines Businessplans ist in jedem Fall sinnvoll, um sich Klarheit über die Erfolgschancen und das konkrete Vorgehen bei der Umsetzung einer Geschäftsidee und des Businessmodells zu verschaffen. Andererseits ist ein professioneller Businessplan fast zwingende Voraussetzung, wenn Neuunternehmen für die Realisierung ihres Vorhabens auf Partner angewiesen sind. Potenziellen Partner müssen Unternehmer ihr Projekt überzeugend kommunizieren und ihnen vertrauenserweckende Entscheidungsgrundlagen liefern. Dafür hat sich die Form des Businessplans einzigartig bewährt. Für professionelle Investoren und zunehmend auch bei Banken, Bürgschaftsgenossenschaften und weiterer Kreditgeber ist das Vorhandensein eines Businessplans eine Grundvoraussetzung, damit man sich überhaupt mit einer Geschäftsidee auseinandersetzt.

In folgenden Situationen leistet ein Businessplan wertvolle Dienste:

  • Vorbereitung auf die Firmengründung
  • Wichtige Expansionsschritte wie Aufbau von Exportmärkten, neue Standorte oder Einführung neuer Produkte
  • Sicherstellung von Finanzierungen (Venture-Capital-Gesellschaften, Banken, Bürgschaftsgenossenschaften, Leasinggesellschaften)
  • Überzeugen und Gewinnen von Kooperationspartnern (Distributoren, Franchisepartner, Lieferanten, Netzwerkpartner)
  • Behördengänge (Bewilligungsgesuche, Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung). Effektive und effiziente Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern
  • Gewinnung von Kadermitarbeitern oder Partnern
  • Akquisition von Neukunden
  • Kauf oder Verkauf von Unternehmen

Schöne Worte allein überzeugen keinen Investor oder Kapitalgeber

Mangelnde Finanzen stellen scheinbar für viele Neuunternehmen das zentrale Problem bei der Firmengründung dar. Ohne überzeugenden Businessplan lässt sich jedoch kaum Kapital beschaffen oder ein Partner finden. Mit der Sicherstellung der Finanzierung des Starts allein ist es nicht getan. Das Finanzthema begleitet das junge Unternehmen während der ganzen Existenz, die leider wegen einer schlechten Planungsarbeit oft nur kurz ist (50% der Neugründungen überleben die ersten fünf Jahre nicht).

Mit der Formulierung eines abgestimmten Businessplans ist der Neuunternehmer gefordert, den Beweis anzutreten, dass das Projekt das «blosse Ideenstadium» oder «Pionierdasein» verlassen hat. Im Rahmen dieser anspruchsvollen Arbeit reift das Projekt erfahrungsgemäss entscheidend. Ausserdem wächst das Selbstvertrauen des Neuunternehmenden. Die ursprüngliche Idee erfährt oft massgebliche Korrekturen oder wird gar ganz verworfen. Mit schönen Worten allein lässt sich heute kaum mehr ein Partner finden, der die Finanzierung mit Aktienkapital, Darlehen oder Leasing sicherstellt. Bei der herrschenden Zurückhaltung der Banken braucht es überzeugendere Argumente: Neben der Persönlichkeit des Unternehmers, guten Produkten und einem aktiven Verkauf ist vor allem ein aussagekräftiger, konsistenter und fundierter Businessplan gefragt.

Der Businessplan überzeugt durch Struktur

Um potenzielle Partner (Investoren, VCs, Business Angels, Banken, Kooperationspartner, Lieferanten) zu überzeugen und ihnen die nötige Sicherheit für die Zusammenarbeit zu vermitteln, ist für die Zusammenfassung des Projekts ein logischer, strukturierter Aufbau nötig. Im Anschluss an einen kurzen Beschrieb der Ausgangslage und der Grundidee interessieren die hinter dem Projekt stehenden Personen besonders. Basierend auf den wichtigsten Analyse-Erkenntnissen in Form von Chancen/Gefahren im Marktumfeld sowie von eigenen Stärken/Schwächen, gilt es die wichtigsten strategischen Grundsatzentscheide abzuleiten.

Dabei ist das Festlegen klarer Prioritäten in Bezug auf Zielgruppen, Angebote sowie klare Ziele gefordert. Es gilt zudem, die für das Erreichen der Ziele sinnvollen Massnahmen im Bereich des Marketings und der Infrastruktur darzustellen. Auf der Basis der formulierten Umsatz- und Wachstumsziele sowie der mit den Massnahmen verbundenen Investitionen und Kosten müssen abschliessend die finanziellen Konsequenzen im Detail geplant und erläutert werden. Auf der Basis dieser Erkenntnisse sind klare Anträge für die (potenziellen) Geschäftspartner zu formulieren.

Finanzpläne als Herzstück

Von besonderem Interesse für potenzielle Investoren und Fremdkapitalgeber sind die finanziellen Konsequenzen aus den strategischen Zielen und Stossrichtungen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen in Bezug auf den Detaillierungsgrad und die Konsistenz der Finanzpläne mit den übrigen Konzepten und Plänen. Die vielfältigen Vernetzungen lassen erkennen, dass die Erarbeitung sauberer Finanzpläne ein nicht ganz einfaches Unterfangen ist, was den Beizug eines Spezialisten ratsam erscheinen lässt. Für einen Neuunternehmer ist es jedoch unabdingbar, dass er die Zusammenhänge begreift und in der täglichen Arbeit überblickt.

Wichtige Beilagen zum Businessplan

Dem Businessplan sollte alles beigelegt werden, was für die Überzeugung des Partners dienlich ist. Neben den detaillierten Planrechnungen sind vertiefte Analysen, Konzepte, Massnahmenpläne, Lebensläufe, Auszüge aus Betreibungs- und Strafregister hilfreich. Professionell arbeitende Neuunternehmen verfügen zudem über ein persönliches Unternehmerhandbuch (Ordner), bei dem alle wichtigen Konzepte, Pläne und Budgets systematisch geordnet und abgelegt sind.

Wichtig: Geprüft wird vor allem die Konsistenz!

Bei der kritischen Prüfung eines Businessplans wird gezielt nach Widersprüchen gesucht. So stehen Fragen im Vordergrund wie:

  • Können die gesetzten Umsatz- und DB-Ziele mit den definierten Marketing-Massnahmen erreicht werden?
  • Halten die infrastrukturellen Anpassungen mit dem Wachstum Schritt?
  • Sind sämtliche Kosten für Marketing und Infrastruktur gebührend berücksichtigt?
  • Ist das ganze Projekt in Bezug auf die terminliche Planung realistisch?
  • Stimmt die Liquidität mit dem geplanten Wachstum überein?
  • Werden übertriebene Risiken eingegangen?
  • Versucht der Unternehmer, das Risiko weitgehend auf Finanzpartner abzuwälzen?

Zu eventuellen Unklarheiten und zu ergänzenden Detailfragen gilt es bei den Verhandlungen Kompetenz zu beweisen. Dies gelingt, wenn der ganze Businessplan konsequent durchdacht ist. Zudem liegen bereits entsprechende Detailpläne zu den wichtigsten Kernelementen vor.

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