18.04.2019

Logistik im Umbruch: Drei Mega-Trends, die Logistiker kennen sollten

Ob autonomes Fahren in der Automobilindustrie, 3D-Printing im Baugewerbe oder Robotik und künstliche Intelligenz in der Elektrotechnik – Innovationen und Trends machen vor keiner Branche halt. So muss sich auch die Logistikbranche auf die aktuellen Trends einlassen und zukunftsfähig aufstellen. Denn nicht zuletzt durch den rasant wachsenden Onlinehandel steigen neben der Vielzahl an Warenströmen auch die Anforderungen der Kunden. Doch welche Trends sind speziell für die Logistik besonders relevant?

Von: Gerald Floss  DruckenTeilen 

Gerald Floss

 

Gerald Floss Geschäftsführer der Kloepfel 4PL Solutions GmbH

Logistik im Umbruch

Green Logistics – Ressourceneffizienz an erster Stelle

Ein Trend, welcher sich zurzeit durch alle Branchen und Bereiche zieht, ist der Drang zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Das Bewusstsein für die Umwelt war in den Köpfen der Menschen noch nie so ausgeprägt wie heute und wird wohl in den kommenden Jahren noch stärker.

Eine nachhaltige Logistik besteht nicht nur aus einem effizienten Transport. Zusätzlich müssen auch die Produktion und die Kommissionierung auf ihre Nachhaltigkeit geprüft und entsprechend optimiert werden. Von besser vernetzten Transportwegen über die effiziente Auslastung von Lastkraft wagen bis hin zu elektrischen Fuhrparks gibt es viele wertvolle Instrumente, um die grüne Logistik auf die Strasse zu bringen. Um grüne Poten ziale in der Logistik zu entdecken, müssen Logistiker künftig auch sämtliche anfallende Logistikdaten strukturiert erfassen und analysieren.

Logistik 4.0 – Übersicht bewahren im Anbieterdschungel

Hand in Hand mit der Nachhaltigkeit geht der zweite Mega-Trend der Logistik, die Digitalisierung. Obwohl sie bereits seit Jahren ein Thema in allen Wirtschaftsbereichen ist, besteht in vielen Unternehmen noch immer enormer Nachholbedarf. Bei richtiger Umsetzung kann die Digitalisierung logistische Prozesse effizienter gestalten und sich positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken.

Unter dem Oberbegriff Logistik 4.0 werden täglich Innovationen und neue Methoden vorgestellt. Das gemein same Ziel: Die globale Vernetzung der gesamten Lieferkette, um Effizienzpotenziale zu heben. Oftmals wird im Zuge dessen auch die Automatisierung genannt, welche Lager- und Versandprozesse schlanker gestalten soll.

Neben ihren Effizienzvorteilen kann die Logistik 4.0 auch weitere logistische Kennzahlen positiv beeinflussen. So können sich durch entsprechende digitale Massnahmen beispielsweise die Lieferflexibilität sowie die Lieferzuverlässigkeit erhöhen.

Um diese Effekte tatsächlich zu erzielen, müssen Logistiker genau abwägen, welche Digitalisierungsmassnahmen für ihr Unternehmen in Frage kommen. Dafür benötigt es eine ausführliche Untersuchung der eigenen Prozesse auf Missstände und Probleme. Nur wer sich gut vorbereitet und Entscheidungen für bestimmte Technologien oder Systeme auf Basis konstruktiver Überlegungen trifft, wird letztendlich den gewünschten Erfolg haben.

Servitization – Von der Industrie gesellschaft zur Dienstleistungs gesellschaft

Der dritte grosse Trend, welcher die Logistikbranche in den kommenden Jahren beschäftigen wird, ist der zunehmende Wandel der deutschen Wirtschaft von einer Industriegesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft. In der Praxis bedeutet dies, dass sowohl Endverbraucher als auch B2B-Kunden anstatt lediglich eines physischen Produktes auch den damit verbundenen Service kaufen. Dieser Service spiegelt sich insbesondere in den digitalen, datenbasierten Services wider.

So kauft ein Konsument ein Mobiltelefon nicht mehr nur zum Telefonieren sondern auch, um soziale Medien, Nachrichten und viele weitere Apps über das Gerät zu nutzen. Für den Anbieter bedeutet dies, dass er nicht nur das Gerät verkaufen muss, sondern im Nachhinein auch dafür sorgen muss, dass der Kunde Zugang zu den gewünschten Services hat. In der Logistik zeigt sich diese Entwicklung beispielsweise am Konzept der Fourth- Party-Logistics. Dabei wird neben der Steuerung und Abwicklung der Material- und Informationsflüsse auch die strategische Ausrichtung hinsichtlich einer Optimierung aller logistischen Prozesse integriert.

Im Allgemeinen müssen Logistiker, um den servicebezogenen Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden, ihre internen Prozesse überdenken und mit Methoden aus der Digitalisierung verknüpfen. So gelingt es, das eigene Unternehmen serviceorientiert aufzustellen und auf die Zukunft vorzubereiten.

Ausblick – Innovation darf nicht erzwungen werden

Bei allen neuen Entwicklungen, dürfen Logistiker nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren. Die neueste Software, die teuersten Maschinen und die innovativsten Methoden helfen nicht, wenn sie nicht richtig implementiert werden.

Innovation um der Aufmerksamkeit oder des Hypes willen muss vermieden werden. Stattdessen sollten Unternehmen genauestens analysieren, in welchen Bereichen sie Nachholbedarf haben und dementsprechend Schritt für Schritt nach Lösungen suchen. Wurde eine Lösung gefunden, muss diese vollständig implementiert werden und langfristig anhand geeigneter Kennzahlen auf ihre Funktionalität geprüft werden. Nur so können Logistiker die aktuellen Trends zu ihrem Vorteil nutzen und die Mitarbeiter abholen.

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