14.07.2014

Nachfolgeregelung: Jede Generation verdient Anerkennung

In den deutschsprachigen Ländern stehen sehr viele familiengeführte Unternehmen vor dem Aus. Nicht mangelnde Zahlungsfähigkeit, sondern als Folge einer ungeregelten Nachfolge. Tausende von Arbeitsplätzen sind in Gefahr. Entweder es wird kein Nachfolger gefunden oder die Nachfolgeregelung scheitert an einer trag- und konsensfähigen Gesamtverständigung. Gerade in Familienbetrieben zerstreiten sich Senior und Junior, weil sie in der Unternehmens- und Mitarbeiterführung andere Wege zu gehen scheinen.

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Nachfolgeregelung

Schwierigkeiten bei der Nachfolgeregelung

Unternehmensübergaben sind mit Staffelläufen keineswegs zu vergleichen, wo en passent die Staffel übergeben wird. Ganz im Gegenteil: Unternehmensübergaben sind zäh, langwierig und tragen viel Zündstoff in sich. Neben der erbschaftssteuerlichen Bombe ticken auch psychologische Uhren, die ein Scheitern verursachen.

Nicht selten kann der Übergeber nicht loslassen oder abgeben. Ihm fällt es schwer, das Unternehmen „alleine“ zu lassen. Jahrelang hat er Herzblut in das Unternehmen gesteckt. Tag und Nacht war er für das Unternehmen da und nun soll er von heute auf morgen aufhören? Ein abrupter Abbruch gelingt meist nicht. Dem Übergeber fehlt eine sinnvolle Beschäftigung ausserhalb des Unternehmens. Seine ganze Kraft hat er über viele Jahre in nur eines gesteckt: Die Weiterexistenz des Unternehmens und nun, wie soll es mit ihm weitergehen?

Noch besser: Wie soll der Betrieb ohne ihn weitergehen? Seinem Sprössling traut er die Weiterführung nicht zu. Schliesslich hat er ja auch Jahre gebraucht bis er sich dieses „Imperium“ aufgebaut hat. Nur er, der Chef, kennt exakt die Betriebsabläufe und seine Crew im Detail, verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung, wovon der Junior nur träumen kann. Aber mal ehrlich: Stand er nicht auch mal am Startblock und fing von Null an?

Der Übergeber verhält sich nicht selten stur, er denkt überwiegend in den Farben schwarz oder weiss. Ein sowohl als auch zieht er nicht in sein Kalkül ein. Ein Fehler?

Mit jedem neuen Kopf werden die Karten neu gewürfelt

Jeder Generationswechsel erfordert einen behutsamen Übergang, der nicht von heute auf morgen von statten geht. Findet sich eine Nachfolgeregelung aus den eigenen Reihen, kann sich der Übergeber glücklich schätzen, denn die hohe Verantwortungslast, die in einer Firmenübernahme steckt, ist heutzutage nicht jeder bereit zu tragen.

Ein Firmenbetrieb steht und fällt mit dem Kopf des Unternehmers. Stammkunden und Mitarbeiter sind mit dem Senior eng verbunden. Ein Abgang kann bedeuten, dass die Kunden und Mitarbeiter abwandern. Muss aber nicht. Die Autorin dieses Artikels ist selbst Nachfolgerin. Bereits 13 gemeinsame Jahre hat sie heuer mit ihrem Senior „hinter sich gebracht“. In kleinen Schritten hat sie die Kundenkontakte von ihrem Senior auf sich umgelenkt, ohne dass es zu Umsatzverlusten führte. Wieder ein Grund mehr, die Übernahmen in Phasen abzuhalten.

Mit Respekt die Nachfolgeregelung unterstützen

Eine der grössten Mankos von Firmenübernahmen ist die Diskreditierung der Leistung des Anderen. Der Junior verkennt die Aufbauleistung seines Vorgängers.

Sehr hilfreich bei Übernahmen ist Goethes Ausspruch „Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Ein Firmenerhalt über mehrere Jahrzehnte ist Knochenarbeit und verdient einen Riesenapplaus. Wer als Junior diese Leistung lächerlich erachtet, ist eines Nachfolgers nicht würdig.

Umgekehrt verkennt der Senior die frischen Ideen und den Veränderungswillen seines Nachfolgers. Ein in die Jahre gekommenes Unternehmen benötigt eine Frischkur, um auch in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig zu agieren. Wer sich da hinter die Sackgassensätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ verschanzt, verbaut sich die Unternehmenszukunft.

Auch auf der emotionalen Ebene verhärten solche Killersätze „Das ist schon immer so gewesen“ die Kommunikationsfronten bei der Nachfolgeregelung. Statt einem gemeinsamen Miteinander endet die Gemeinsamkeit in den Schneckenhäusern der jeweiligen Personen.

So hilft es dem Junior mit Gespür, Samthandschuhen und Diplomatie seine Veränderungen in das Unternehmen einzubringen. Hauruck-Aktionen dagegen machen dem Senior und der gesamten Belegschaft Angst. Angst wiederum erzeugt Widerstand. Und mit Widerstand ist nicht gut Kirschen essen. Eine verkrampfte Atmosphäre ist Gift für das gesamte Klima.

Wichtig: Wenn Firmenübergaben Hand-in-Hand, gemeinsam in Gesprächen erfolgen, wo jeder offen seine Ängste und Befürchtungen auf den Tisch bringen kann, jeder die Leistung des Anderen respektiert, können die emotionalen Barrieren aus dem Weg geräumt werden. Und diese behindern bei der Übergabe am meisten!

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