16.07.2014

Firmenkultur: Analysieren und Erfolgsfaktoren der Zukunft bestimmen

Immer mehr Arbeit wird auf weniger Menschen verteilt. Ein Blick aus der Sicht des Konsumenten zeigt deutlich, dass sich nicht nur die Vielfalt der Produkte erhöht, sondern sich auch die Zeitspanne neuer Modelle am Markt permanent verkürzt. Diese beiden Aspekte täuschen aber nicht darüber hinweg, dass sich Produkte und Dienstleistungen in den verschiedenen Segmenten immer mehr angleichen.

Von: Markus Marthaler   Drucken Teilen  

Markus Marthaler

Seine fachlichen Kompetenzen liegen im Führungs- und im psychologischen Bereich des integrierten Gesundheitsmanagements. Gemeinsam mit der Firma check-up AG betreut er Unternehmen in deren Umsetzung. Er leitet persönlichkeitsbildende Seminare und betreut Programme zur Burn-out-Prophylaxe.

 zum Portrait

Firmenkultur

Firmenkultur beeinflusst Motivation

Die Auswirkungen der immer grösseren Komplexität werden auch vor der Motivation des Menschen als Leistungserbringer nicht Halt machen. In Zeiten, in denen Unsicherheit und Ängste Krisenstimmungen verbreiten, verändert sich auch das Verhalten des Mitarbeiters. Aufgabe und Verantwortung von Führungskräften wird es vermehrt sein müssen, ein Umfeld zu schaffen, worin alle Beteiligten aus eigenem Antrieb bereit sind, tagtäglich ihre bestmögliche Arbeitsleistung abzurufen.

Die Art und Weise, wie eine Unternehmenskultur vor- und mitgelebt wird, prägt die Menschen und beeinflusst gleichzeitig die Qualität der Herstellung von Produkten bis hin zum Erbringen von Dienstleistungen.

Noch interessiert sich in den Führungsetagen kaum mehr als eine Handvoll Leistungsträger für das Thema Firmenkultur. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch die Führungskräfte erkennen werden, dass die Pflege der Unternehmenskultur im hart umkämpften Wirtschaftsleben nicht nur ein Schlüssel zum Erfolg ist, sondern zu einem echten Unic Selling Point werden kann.

Verständnis der Firmenkultur

Das Wort Kultur an sich stammt aus dem Lateinischen «cultura» und bedeutet so viel wie «pflegen, bearbeiten» und etwas symbolischer ausgedrückt, «einen Acker bestellen». Dieses Bild weist also auf eine aktive Arbeit hin, drückt aus, dass etwas gesät werden muss, wenn man entsprechend zu ernten gedenkt. Ähnlich verhält es sich mit der Kultur innerhalb eines Unternehmens. Diese ist in erster Linie nicht konkret fassbar, sondern Konsequenz und Auswirkung von Handlungen einer bestimmten Gruppe von Menschen. Die Unternehmenskultur wird von Mitarbeitern, aber auch von Kunden und wichtigen Dritten in erster Linie über die Emotionen gelebt und gleichzeitig dadurch auch wahrgenommen. «So ist es bei uns üblich, an unserer Haltung erkennen Sie uns», ist denn auch eine zweckmässige Aussage des Inhabers eines mittelständischen Unternehmens zum Thema Firmenkultur. Wirtschaftsspezifischer versteht man darunter in erster Linie die Summe der Werte, vorhandener Normen und definierter Philosophie.

Eine Aussage des griechischen Gelehrten Pythagoras allerdings bringt einen weiteren Aspekt in die Menge der vorhandenen Definitionen. «Kultur ist die Pflege der menschlichen Güter und beinhaltet die Gesamtheit der geistigen Lebensäusserungen, welche sich nach dem inneren Sinn richten.»

Das Unternehmen als Organismus

Um Dinge zu beeinflussen, ist es hilfreich, zu wissen, wie sie funktionieren. Das Studium der inneren Struktur von mehr als 20 erfolgreichen Unternehmen ist in ihrer Gemeinsamkeit durch das aktive Bearbeiten von vier tragenden Säulen aufgefallen. Die Haltung gegenüber unternehmerischen Werten, die Art und Weise der Führung, der Umgang mit Zielen und das Verständnis von Geben und Nehmen standen dabei in einem regen Austausch. Das Zusammenspiel dieser tragenden Elemente belebt ein Unternehmen, und kann es in der strategischen Ausrichtung entscheidend hemmen oder fördern. Die Firmenkultur kann die Verbindung zwischen diesen Säulen konkret und nachhaltig beeinflussen.

Die Analyse

Wenn wir wissen, wohin wir wollen, ist es ratsam, zu erkennen, wo wir sind. Der erste Schritt zur Intensivierung Firmenkultur setzt eine Bestandsaufnahme voraus. Um die Gefahr der Voreingenommenheit zu umgehen, empfiehlt es sich, hierbei auf eine externe Fachkraft zurückzugreifen, die mit einer klaren Zielsetzung den Auftrag erhält, die umfassende IST-Analyse vorzunehmen. Es empfiehlt sich, bei der Befragung einen ausgewogenen Mix zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern auch bezüglich Dienstalter zu berücksichtigen. Key-Players dürfen ebenso wenig fehlen wie Mitarbeiter, welche gegenüber dem Unternehmen kritisch eingestellt sind.

Hier eine Auswahl an möglichen Fragen zum Erstellen der Analyse:

  • Was hat sich aus Ihrer Sicht in den letzten 3–5 Jahren im Unternehmen verändert?
  • Woran erkennen Sie Werte und Leitbild des Unternehmens im praktischen Alltag?
  • Beschreiben Sie in 5 Schlagworten die Kultur Ihres Arbeitgebers.
  • Müssten Sie das Unternehmen mit einer Automarke vergleichen, wie würden Sie sich entscheiden und warum?
  • Was zeichnet aus Ihrer Sicht die Qualität dieses Unternehmens aus?

Produkt-Empfehlungen

  • Mein Unternehmen

    Mein Unternehmen

    Was erfolgreiche Firmen anders machen

    CHF 78.00

  • Rechtssicher

    Rechtssicher

    Sicherheit bei Rechtsfragen im Geschäftsalltag

    Mehr Infos

  • Steuer- und Finanzratgeber für Unternehmen

    Steuer- und Finanzratgeber für Unternehmen

    Steuertipps. Vorsorge- und Finanzplanung. Kostenoptimierungen.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Das Geschäftsführer-Seminar

    Ein KMU als oberste Führungskraft wirkungsvoll führen

    Nächster Termin: 07. März 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Das Unternehmens-Cockpit

    Die zehn wichtigsten Zahlen für KMU-Führungskräfte

    Nächster Termin: 13. Juni 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Persönlichkeitstraining: Intuition schärfen

    Schwierige und komplexe Entscheidungen richtig treffen

    Nächster Termin: 23. Mai 2018

    mehr Infos