07.06.2016

Medientext: So entstehen gute journalistische Texte

Ob ein Zeitungsartikel bei den Lesenden ankommt oder nicht, darüber entscheiden weder Schreibtalent, angeborene Begabung noch Zauberei. Vielmehr handelt es sich auch beim mediengerechten Schreiben um ein Handwerk, das jeder erlernen kann.

Von: Daniela A. Caviglia   Drucken Teilen   Kommentieren  

Daniela A. Caviglia

Daniela A. Caviglia ist engagierte Online-Publisherin mit journalistischem und redaktionellem Hintergrund. Sie ist seit 2003 selbstständig als Trainerin und Beraterin für interaktive, dialogorientierte Kommunikation in Print, online und crossmedial.

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Medientexte

Leserfreundlich geschriebene Artikel

Für Zeitungen schreiben kann, wer Grundkenntnisse in Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau besitzt. Vorausgesetzt er oder sie hat gelernt, welchen Regeln journalistische Texte unterliegen. Natürlich befähigen diese Kenntnisse niemanden, hauptberuflich in den Journalismus einzusteigen. Aber korrekt und leserfreundlich geschriebene Artikel haben eine höhere Chance, in Lokal- und Regionalzeitungen veröffentlicht zu werden. Und damit eröffnen sich neue Informationskanäle fürs eigene Geschäft, für den Verein oder die Gemeinde.

Vier Hauptkriterien

Die Grundlagen des mediengerechten Schreibens lassen sich aufs Wesentliche reduzieren. Vier Kriterien entscheiden darüber, ob ein Text gelungen ist: Die Basis bilden Aktualität und Wichtigkeit. Kaum jemand erwartet in einer Zeitung einen Bericht, der nicht aktuell ist. Die Wichtigkeit ist von Zeitung zu Zeitung unterschiedlich. Sie hängt vom Leserinteresse ab, welches die Redaktionen vertreten. Wer eine Zeitung aufmerksam durchsieht, findet schnell heraus, welchen Informationen die Redaktion den Vorzug gibt. Das Zentrum eines journalistischen Textes ist die Korrektheit. Sie setzt vor allem sorgfältige Arbeit voraus.  

An der Spitze der Kriterienpyramide steht die Vermittlung. Ein Zeitungsartikel hat primär die Aufgabe, Informationen an die Lesenden zu vermitteln. Klare und aussagekräftige Sätze, zahlreiche interessante Informationen sowie ein Textaufbau nach absteigender Wichtigkeit fördern die Vermittlung. Zeitungsspezifische Schreibweisen wie zum Beispiel diejenige der Zahlen verhindern, dass Redaktionen den Text anpassen müssen oder das Leserauge über Ungewohntes stolpert.

Alle Informationen verständlich verpackt

Damit ein Medientext alle wichtigen Informationen enthält, wurden die W-Fragen definiert, welche auch geübten Journalisten helfen, nichts Wichtiges zu vergessen. Diese W-Fragen müssen Sie im Text beantworten: wer, was, wann, wo, wie viel (Zuschauer, Teilnehmer), wie, warum, woher (welche Quelle, woher haben Sie die Information). Beim Journalismus geht es darum, wichtige Informationen zu vermitteln. Je eher diese im Text erscheinen, umso schneller erfüllt der Text seine Aufgabe. Ordnen Sie also die Informationen nach absteigender Wichtigkeit, das ermöglicht auch den Redaktionen, den Text von hinten zu kürzen und ihn auf den zur Verfügung stehenden Platz besser anzupassen.

Zuerst schreiben, dann verbessern

Wer nicht täglich für Zeitungen schreibt, für den wirken diese Vorgaben wohl etwas abschreckend. Deshalb empfiehlt es sich, erst einmal alles frei niederzuschreiben. Danach kann der Text nach Wichtigkeit strukturiert, überprüft und wo notwendig verbessert werden. Wer sich nicht sicher ist, kann den Text auch jemandem zu lesen geben, der vom beschriebenen Thema noch nichts weiss. So lässt sich überprüfen, ob alle Informationen vorhanden sind, also alle W-Fragen beantwortet wurden, und ob der Text ausreichend klar formuliert ist.

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