03.12.2014

Mobile Business: Auch der Finanzsektor verändert sich

Die Mobilisierung hat in unserer digitalisierten Welt eine neue Bedeutung erhalten. Einem wahren Wettrüsten gleich präsentieren Mobiltelefon-Hersteller in sehr kurzen Zyklen immer leistungsfähigere, multifunktionalere Geräte und lösen damit bei den Konsumenten einen veritablen Kaufrausch aus. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie sich auch der Finanzsektor verändert durch diesen Mobile-Business-Trend.

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Mobile Business

Smartphones revolutionieren das Internet

Bei guter Kundenakzeptanz kann sich modernes Mobile Banking zum Hauptinteraktionskanal zwischen Bank und Bankkunde entwickeln. Benutzerverhalten und Benutzeranforderungen werden sich dadurch ändern. Speziell im Bankenumfeld sind rasche Entwicklungsschritte durch die Komplexität der Systeme, hohe Qualitätsansprüche und restriktive Sicherheitsstandards aber eingeschränkt. Entsprechend wichtig sind Agilität und Flexibilität bei der Umsetzung von neuen Anforderungen.

Mobile Applikations-Architekturen

Nicht überall, wo mobile draufsteht, ist auch mobile drin. Eine Abgrenzung ist daher angebracht. Unter dem Begriff «Mobile Banking» wurden bereits in den 1990er-Jahren erste Banken-Dienstleistungen basierend auf SMS oder WAP lanciert und als sehr zukunftsweisend bewertet.

Als Mitteilungskanal und als Zweitkanal für Loginverfahren ist SMS auch in aktuellen Anwendungen sehr häufig im Einsatz. WAP-Anwendungen hingegen waren in der Schweiz kein durchschlagender Erfolg. Kaum ein Finanzinstitut bietet heute noch einen WAP-Dienst an. Erst durch die leistungsfähigeren Smartphones konnten sich Mobile Banking-Anwendungen etablieren.

Für die Umsetzung von Smartphone-Diensten existieren unterschiedliche technische Formate. Der Unterschied der Formate liegt in der Applikations-Architektur. Grundsätzlich sind zwei Kategorien von Mobile-Applikations-Architekturen unterscheidbar: Native Apps und Web-Apps. Die meisten mobilen Banking-Anwendungen sind momentan Hybrid-Anwendungen, das heisst eine Kombination einer nativen App gekoppelt mit Web-Views, welche auf HTML5 basieren.

Trends im Mobile App Design

Die Tatsache, dass ein Smartphone in der Regel über ein knapp handflächengrosses Touch-Display verfügt, welches sich mit einem oder zwei Fingern bedienen lässt, verlangt nach einer speziellen Benutzeroberfläche und einem geeigneten Bedienungskonzept für das Mobile Business.

Der Anspruch der Benutzer an Anwendungen auf einem Smartphone ist stark geprägt von Apple. Apple hat einen Quasi-Standard für Smartphones geschaffen und verteidigt diesen vehement mit Patentrestriktionen. Die meisten App-Entwickler orientieren sich für das GUI Design ihrer mobilen Anwendungen am öffentlichen Apple Style Guide. Selbstverständlich müssen einige Kompromisse eingegangen werden. Die wesentlichsten Grundsätze des Style Guide konnten aber beherzigt werden:

  • Buttongrössen, Design und Abstand                 
  • Gestik-Control, Navigation auf Detailseiten stets nach rechts               
  • Positionierung des Buttons auf Settings            
  • Anzahl Elemente in Navigation-Bar für Segmented Control, maximal drei                
  • Anzahl Elemente in Tab-Bar, maximal fünf

Für ein erfolgreiches Produkt ist die User Experience, also das Erlebnis bei der Nutzung, sehr relevant. Die Orientierung am Style Guide von Apple alleine garantiert aber noch für gar nichts.

Grosse Anstrengungen sind angezeigt, um den darzustellenden Inhalt und die Navigationstiefe auf das absolute Minimum zu beschränken. Mit einer, durch den Benutzer selber zusammenstellbaren Startseite, hat sich ein Trend: Mass-Customization in mobilen Apps. Ein durch den Benutzer individualisierbares Produkt erfüllt mehr als nur die Basisfunktionen und kann damit die Benutzererwartungen übertreffen. Der Benutzer kann sein Produkt in einem gewissen Mass selber mitgestalten, womit sich im Sinne des Kano-Modells die Kundenzufriedenheit steigern lässt.

Neue Geschäftsmodelle bei Online-Banken

In den letzten Jahren sind immer wieder neue Bankinstitute in den Markt eingetreten, welche als reine Online-Banken ohne ein Filialnetz operieren. Vereinzelt haben auch renommierte Schweizer Bankinstitute unter eigenständigen Labels Online-Banken aufgebaut. Um den Bedürfnissen der Kunden in allen Lebenslagen gerecht werden zu können, ist eine ausgereifte Technologie Grundvoraussetzung. Speziell bei sehr beratungsintensiven Finanzgeschäften wie Hypotheken und Kapitalanlagen ist ein Geschäftsabschluss rein auf Basis einer Online Kommunikation und auch mit allfälliger Telefonauskunft nur schwer vorstellbar.

Ein ganz spezielles Konzept einer Direktbank verfolgt die Fidor Bank AG. Als Steigerung des Konzepts Online-Bank erschuf die Bank den Begriff Community Banking. Fidor Bank AG setzt auf eigenwillige und konsequente Integration von Social Media im Bankengeschäft:

  • Kunden beraten Kunden und werden dafür belohnt       
  • Kunden tauschen Erfahrungen untereinander aus            
  • Kunden können eigenes Geld an andere Kunden ausleihen        
  • Kunden vergleichen anonym ihren Finanzstatus mit anderen Kunden

Die Bank sieht sich durch den Mobile-Business-Trend in ihrem Konzept bestärkt. Verglichen mit normalen Online Benutzern sind mobile Nutzer stärker im Social Media vernetzt. Konsequenterweise hat Fidor auch eine Mobile App lanciert. Die App bietet unter anderem auch die Möglichkeit einer elektronischen Geldbörse und entsprechend die Möglichkeit, Geld zu senden. Eine Anwendung, welche sich in der PostFinance-App ebenfalls zu einem Renner entwickelt hat.

Mobile Business – Bezahlen mit Smartphones

Mobiltelefone eignen sich neben dem reinen Telefonieren noch für viele weitere Funktionen, unter anderem auch für mobiles Bezahlen.

Google Wallet, eingeführt im September 2011 in den USA, ist sicherlich das bekannteste Beispiel dafür. Das separate Mitführen einer Kreditkarte ist nicht mehr notwendig, das Portemonnaie kann also zuhause bleiben.

Damit der berührungslose Dienst funktioniert, muss das Smartphone über eine eingebaute NFC-Funktion verfügen. Die NFC-Technologie ist kompatibel zu RFID ISO 18000-3 und funktioniert auf eine Distanz von maximal 20 cm. Für die Abwicklung einer Bezahlung an physischen Verkaufsstellen ist im Falle von Google Wallet ein Paypass-fähiges POS-Terminals notwendig.

Das Bezahlen mit dem Smartphone, welches in Japans Mobile Business bereits bestens eingeführt ist, setzt langsam auch in Europa durch. In Grossbritannien gibt es ein auf NFC basierendes System, über welches sich Beträge bis 15 £ berührungslos abwickeln lassen. Hinter dem Bezahldienst namens Quick Tab steht der Mobilfunkkonzern Orange zusammen mit dem Kreditkartenunternehmen Barclaycard.

Mit PayPal Mobile betreibt die seit 2002 zu eBay gehörende PayPal weltweit einen innovativen Bezahldienst für Smartphones. Im Gegensatz zu Google Wallet funktioniert das PayPal-System anonym. PayPal kann an physischen Verkaufsstellen nur bedingt eingesetzt werden. Der Geldtransfer findet immer ab einem PayPal-Konto statt. Das Konto kann durch Einzahlungen, Kreditkartentransaktionen, aber auch physisch mit Prepaid-Karten von MoneyPak geladen werden. Über die innovative Bump-Funktion kann zudem ein Geldbetrag zwischen zwei Smartphones ausgetauscht werden. Dazu reicht eine kurze Berührung der beiden Geräte. Durch die Verwendung von so genannten QR Codes kann der Onlineshop-Betreiber selber Payment Buttons gestalten oder die Codes auf Rechnungen ausdrucken. Auch eine Kameraunterstützung für das Scannen von Gutschriften-Checks ist eingebaut. Für die Betriebssysteme iOS, Android, RIM Blackberry und Ovi von Nokia werden native Apps angeboten. PayPal Mobile funktioniert in reduziertem Umfang auch auf SMS-Basis. PayPal besticht vor allem durch eine hohe Transparenz der Transaktionsgebühren und durch sein moderates Pricing.

BitCoin Wallet ist eine weitere Variante des bargeldlosen Bezahlens. Die native App für die umstrittene Internetwährung bietet Funktionen wie das Senden und Empfangen von Bitcoin über NFC, QR Codes oder spezifische URL, Anzeige des Wallet-Guthabens und Anzeige eines aktuellen, fiktiven Wechselkurses. Bitcoins können erworben werden über Tauschbörsen, durch Handel mit Dienstleistungen oder durch Zurverfügungstellung von Rechenleistung. Die Rechenleistung wird benötigt, um das auf Basis Peer-to-Peer funktionierende Netzwerk aufrechtzuerhalten, damit überhaupt Transaktionen möglich sind.

Neben Google Wallet, PayPal und BitCoin Wallet existieren noch unzählige weitere Systeme, welche das Bezahlen mit einem Smartphone oder Mobiltelefon ermöglichen. In der Schweiz bietet PostFinance mit PostFinance Mobile einen Bezahldienst per Mobiltelefon an. Diverse Online Shops, Bergbahnen und andere Dienstleister sind im System eingebunden.

Seit Juli 2014 ist mit Tapit (www.tapit.ch) ebenfalls eine Lösung von Mobilfunkbetreibern im Einsatz. Swisscom, Orange und Sunrise haben dieses System lanciert, bei dem eine NFC-SIM-Karte notwendig ist. Die dazu notwendigen Bezahl-Terminals mit Kontaktlos-Technologie sind bereits weit verbreitet, nachdem Migros, Coop, SBB und IKEA demonstrativ alle Terminals auf den Start hin ausgetauscht haben.

Auch in Österreich existieren Bezahlverfahren mit Mobiltelefonen, bspw. paybox mit über 6000 Akzeptanzstellen. Das System funktioniert durch Telefonrückruf und Pin-Eingabe zur Autorisierung einer Zahlung, ein internettaugliches Smartphone ist dazu nicht notwendig. Paybox unterhält Kooperationen mit Mobilnetzbetreibern.

Speziell erwähnenswert ist ein Beispiel aus Afrika. In Kenia besitzt lediglich jeder fünfte Einwohner ein Bankkonto. Das in Kooperation zwischen Vodafone und Mobilfunkanbietern aufgebaute Mobile Payment-Verfahren M-PESA ermöglicht seit 2007 Geldtransfers wie bspw. das Bezahlen einer Stromrechnung über das Mobiltelefon. Die Anforderungen an das Endgerät sind gering (SMS), und die Verbreitung von Mobiltelefonen im Vergleich zu Bankkonten ist sehr gross. Geldeinzahlungen erfolgen über die lokalen Geschäftsstellen der Mobilfunkanbieter. Banken und auch Bankkonten werden dadurch überflüssig. M-PESA wurde durch Vodafone auch in weiteren Entwicklungsländern erfolgreich eingeführt. 

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