07.07.2015

Benchmarking: Steigern Sie die Wertschöpfung

Die Benchmark ist ein sehr wirksames Instrument, um das Leistungsniveau Ihres Unternehmens anzuheben und die Wertschöpfung zu erhöhen. Entstanden ist Benchmarking 1979 vom damaligen Präsidenten von Xerox, der die japanische Übermacht fürchtete. Er schickte ein Team von Mitarbeitenden nach Japan, um herauszufinden, wo genau die Konkurrenz besser ist.

Von: Beat Wyser  DruckenTeilen Kommentieren 

Dr. oec. HSG Beat Wyser

Beat Wyser ist seit über 16 Jahren Referent an verschiedenen Fachhochschulen in der Schweiz zum Thema eCommerce, Online-Marketing und Social Media. Er ist spezialisiert auf Workshops für Klein- und Grossunternehmen mit Schwergewicht «Elektronische Märkte» und «Neue Technologien». Ebenso betreibt in enger Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne Technologie- und Trendforschung.

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«Benchmarking» heisst übersetzt, «sich an einem Zielpunkt auszurichten».

Benchmark im unternehmerischen Sinn heisst also, die Ausrichtung an:

  • besten Leistungen
  • besten Verfahren
  • besten Organisationsstrukturen


Als Bezugspunkt dient dabei der Benchmarking-Partner.

So läuft Benchmarking ab

Benchmarking ist ein Instrument der Wettbewerbsanalyse, mit dessen Hilfe die Marktposition eines Unternehmens bestimmt, kontrolliert und verbessert werden soll. Eine Analyse umfasst die folgenden fünf Schritte:

1. Auswahl des Objektes

Entscheidend beim Benchmarking ist, dass mit denjenigem Konkurrent verglichen wird, der sich durch die Best Practice auszeichnet, das heisst, führend auf diesem Gebiet ist. Benchmarking macht nur Sinn, wenn es eine grundlegende Ähnlichkeit in den Leistungen mit dem Vergleichsunternehmen gibt. Die anspruchsvollste Art der Benchmark ist der Vergleich mit branchenfremden Unternehmen. Diese Unternehmen haben aber den Vorteil, dass sie wirklich neue Ideen und Lösungen zeigen. Suchen Sie sich Unternehmen aus, die in Ihren Problembereichen führend sind. Denn so profitieren Sie direkt von der Kernkompetenz des Unternehmens.

2. Festlegen der Vergleichswerte und Auswahl des Vergleichsunternehmens

Jetzt geht es darum festzulegen, in welchen Bereichen Sie sich vergleichen möchten. Diese Vergleichswerte, auch kritische Faktoren genannt, müssen quantifizierbar sein. Deshalb müssen Sie Kennzahlen für Leistungen und Prozesse entwickeln. Auch weiche Faktoren wie z.B. Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit werden berücksichtigt: sie sind zwar schwieriger zu messen, können aber mit Indikatoren durchaus verglichen werden.

Übersicht: Messbare und qualitative Faktoren

Messbar:

  • Produktivität: Umsätze, Output in Mengen, Kosten, Ergebnis usw.
  • Zeitaufwand: Für Produktion, für Dienstleistung, Lieferzeiten, Entwicklungszeiten, Umrüstzeiten, Wartezeiten für Kunden usw.
  • Qualität: Anzahl Beschwerden, Anzahl neue/alte Kunden, Dauer der Auftragsbearbeitung, Anzahl Schritte für die Auftragsbearbeitung usw.

Qualitativ:

  • Anzahl Qualitätskontrollen und deren Ergebnisse
  • Anzahl und Umfang der Engpässe
  • Komplexität der Leistung
  • Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit
  • Benutzerfreundlichkeit
  • Betriebsklima

3. Datengewinnung über Marktforschung

Ein wichtiger Baustein einer Benchmark ist nicht der reine Vergleich von Leistungen, sondern immer die Untersuchung der dahinter liegenden Gründe. Durch eine sorgfältige Analyse bringen Sie die Erfolgsfaktoren ans Licht. Deshalb geht es bei der Benchmark nicht nur um externe Daten, sondern auch um das Beschaffen der internen Daten. Bereits dieser Prozess löst in den meisten Unternehmen Verbesserungen aus. Hingegen kann es schwierig werden, mit Ihrem direkten Konkurrenten Informationen auszutauschen. Versuchen Sie über die klassischen Marktforschungs-Instrumente an die gewünschten Kennzahlen und Werte zu kommen.

4. Feststellung der Leistungslücken des eigenen Unternehmens und ihrer Ursachen

Bestimmen Sie in Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitenden, in welchen Bereichen Sie die grössten Verbesserungs-Chancen erwarten. Legen Sie fest, von welchen Faktoren diese Leistungen und Prozesse abhängen. Diese Faktoren nennt man kritische Erfolgsfaktoren.

5. Seine eigene Best Practice entwickeln

Jetzt gilt es, die bisherigen Massnahmen und Verfahren zu hinterfragen und neue zu planen. Die Benchmark zeigt Ihnen, wie viel besser andere in anderen Bereichen sind. Während die stetige Verbesserung in kleinen Schritten keine Probleme bei den Mitarbeitenden hervorruft, können grössere Änderungen Frustrationen erzeugen im Sinne von «das kann ja gar nicht sein, dass wir so viel schlechter als die anderen sind». Stellen Sie einen Massnahmenplan auf, um alle Veränderungen zu realisieren. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, um schnell Erfolg zu erzielen. So steigt die Motivation, die gesetzten Ziele umzusetzen. Steht das eigene Unternehmen beim Benchmarking nicht an der Spitze, dürfen die Mitarbeitenden dabei eines nicht vergessen: Die Orientierung an der bestplatzierten Organisation darf nicht zu einer Mentalität des Einholens, statt des Überholens führen. Sonst belegt das eigene Unter nehmen auf Dauer nur einen tiefen Platz auf den Rängen.

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