02.03.2020

Sicherheit im Zahlungsverkehr: Tipps für sicheres Bezahlen im Alltag

Der Zahlungsverkehr bringt diverse Risiken mit sich. Sowohl im Alltag von Unternehmen als auch Privatpersonen. Neben dem Verlust von Bank- und Kreditkarten lauern im Onlinebanking zahlreiche Gefahren und mangelhafte, interne Kommunikation kostet Betriebe Millionen. Zum Schutz vor Zahlungsverkehrsbetrug gilt es wirkungsvolle Massnahmen zu ergreifen.

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Sicherheit im Zahlungsverkehr

Bank- und Kreditkarten – unverzichtbar für bargeldlose Transaktionen

Debitkarten sind längst Standard und erleichtern den Alltag immens. Ob Geld abheben, bargeldlos Bezahlen im Supermarkt oder die kontaktlose Bezahlung für noch mehr Komfort. Insbesondere die kontaktlose Abwicklung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Bankkarte bleibt in den eigenen Händen und beschleunigt den Bezahlvorgang im

Bildquelle StockSnap / pixabay.com

stationären Handel. Auch hinsichtlich Missbrauchsversuchen bietet sie gegenüber Bargeld überzeugende Vorteile. „Debitkarten gelten insgesamt als sehr sicher, denn sowohl Bargeldverfügungen am Geldautomaten als auch Zahlungen in Geschäften und an anderen Orten sind nur möglich, wenn Sie sich entweder durch Eingabe der PIN oder durch Ihre Unterschrift legitimieren“, erklärt die Redaktion des Finanz- und Wirtschaftsportals in einem Artikel zur Bankkarte für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Merkmale wie Geheimzahl, EMV-Chip und Magnetstreifen gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Dass die Eingabe der PIN nie für Dritte erkennbar sein sollte, versteht sich von selbst. Um sich bestmöglich vor finanziellen Risiken zu schützen, ist es ratsam ein Limit festzulegen. Kann pro Woche beispielsweise maximal über 1.000 Euro verfügt werden, grenzt das potenzielle Verluste bei einem zunächst unbemerkten Diebstahl ein.

Kreditkarten sind die praktische Ergänzung zur Debitkarte, weil sie das Bezahlen im Ausland erleichtern und ein Höchstmass an Flexibilität bieten. Während Bankkarten vielerorts nicht akzeptiert werden, sind Kreditkarten weltweit ein gern gesehenes Zahlungsmittel. Auch für sichere Online-Transaktionen sind Kreditkarten ideal. Bei Kartenverlust ist die umgehende Sperrung ein Muss. Notrufnummern der Banken sollten deshalb immer griffbereit sein.

Sicherheit für Bankgeschäfte im Internet

Das Internet stellt eine komfortable Plattform zum Abwickeln diverse Bankgeschäfte dar. Leider dient es auch Kriminellen für betrügerische Machenschaften. Diverse Schwachstellen erleichtern ihnen den Zugang zu sensiblen Daten und die Anonymität des World Wide Web verschafft erheblichen Spielraum, um ohne Konsequenzen an Gelder anderer zu gelangen. Eine der wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen besteht darin, die Firewalls und Virenprogramme auf den für das Online-Banking eingerichteten Computern aktuell zu halten. Im Idealfall werden Updates automatisiert durchgeführt, damit keine Gefahr für veraltete Barrieren besteht. Ebenso wichtig, ist das Löschen von E-Mails dessen Adressat unbekannt ist. Schliesslich verbreitet sich Schadsoftware über elektronische Nachrichten besonders gern. Hinzu kommen Phishing-Mails angeblich bekannter Absender, die darauf abzielen sensible Daten zu entlocken. Weitere Tipps:

  • Vertrauliche Daten wie TAN, PIN, Zugangsdaten für Mail-Programme oder Kreditkartennummern niemals an Dritte weitergeben! Banken fordern Kunden niemals zur Herausgabe derartiger Daten auf.
  • Vor der Durchführung von Bankgeschäften die im Browser ablesbare Adresszeile prüfen. Fehlt hier das „https“ ist der Abbruch des Vorgangs die einzig richtige Entscheidung. Das „s“ im Beginn der URL ist die Abkürzung für „secure“ und steht für eine verschlüsselte Datenleitung. Die TLS-Verschlüsselung gewährleistet, dass während der Datenübertragung niemand mitlesen kann.
  • Das kleine Schloss-Symbol zu Beginn der Adresszeile informiert zusätzlich darüber, ob die Datenübertragung sicher ist. Das symbolische Schloss muss geschlossen sein!
  • Ein Passwort ist Voraussetzung für Sicherheit. Um die Risiken für Datendiebstahl zu minimieren, ist es wichtig für das Online-Banking der Bank niemals das identische Passwort wie auf Internetshops zu nutzen. Ein sicheres Passwort besteht aus einer wahllos generierten Abfolge von Zahlen und Buchstaben.
  • Nach Erledigung der Bankgeschäfte ist es ratsam den „Abmelden“ Butten zu nutzen und nicht nur den Browser zu schliessen. Dieser Klick trennt die Datenverbindung zuverlässig. Das Schliessen des Browsers nicht.
  • Das Löschen des Zwischenspeichers (Cache) steigert den Schutz vor Missbrauch ebenfalls. Noch sicherer ist die Verwendung des Inkognito-Modus der Browser, weil hier keine Historie zustande kommt, die Cyber-Kriminelle ausnutzen können.
  • Werden Smartphones für das Online-Banking verwendet, sollten Applikationen von Banken und dazugehörige TAN-Apps nie auf dem identischen Gerät zur Anwendung kommen, weil dies Dieben das Knacken der digitalen Barrieren deutlich erleichtert.

Prävention statt Opferrolle

Für Unternehmen ist Prävention vor Cybercrime inzwischen ein elementarer Faktor. Da sich betrügerische Strategien ständig ändern, braucht es kontinuierliche Sicherheits-Checks und eine Sensibilisierung der gesamten Belegschaft. Fälle von CEO Fraud (Chief Executive Officer Fraud) haben in der Vergangenheit gezeigt, wie wichtig sichere Kommunikationsstandards und individuelle Kontrollen sind. Bei der genannten Betrugsmasche nutzen Straftäter falsche Identitäten, um per Überweisungen an Gelder zu gelangen. Sie geben sich als Teil der Geschäftsführung aus und erschleichen sich über Mitarbeiter via E-Mail oder Brief nicht zu unterschätzende Geldbeträge. „Allein in der Schweiz belaufen sich die mit dieser Betrugsmasche Jahr für Jahr ergaunerten Beträge auf Millionen Franken“, erklärt die Basler Versicherung AG zum CEO-Betrug. Die beste Präventionsmassnahme sei die Sensibilisierung des Personals und die Definition verbindlicher Prozesse. Der Versicherer zitiert im Beitrag den Ressortleiter Kriminalprävention des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt Marco Liechti, der bei Überweisungen ab gewissen Beträgen zur Kollektivunterschrift und dem Vieraugenprinzip rät.

Zwei weitere Ratschläge für Unternehmer:

  • Die Whitelist: Listen mit allen vertrauenswürdigen Kontoverbindungen sind ein wirkungsvolles Mittel im Kampf gegen Zahlungsverkehrsbetrug. Eine solche firmeninterne Whitelist erfordert allerdings einen überaus strukturierten Validierungsprozess.
  • Payment Factory: Hiermit wird der Zahlungsverkehr der gesamten Unternehmung zentralisiert und ein Maximum an Transparenz in die Geldströme gebracht. Ungewöhnliches und konkrete Betrugsversuche fallen zügig auf. Die Zahlungsverkehrsplattform im Rahmen eines Treasury-Management-Systems (Software zur Verwaltungs-Automatisierung von Finanzvorgängen) trägt massgeblich zu Manipulationsschutz bei.

Ohne Systemunterstützung und Compliance-gerechten Konzepten steigen die Risiken Betrugsmaschen zum Opfer zu fallen erheblich. Nicht nur eine hohe Anzahl an Personen, die am Zahlungsverkehr beteiligt sind, bringt Gefahren mit sich, sondern auch die mangelnde Transparenz. Diverse Bankverbindungen, Tochterunternehmen mit individueller Struktur, unterschiedlichste Zahlungsverkehrslösungen und eine lückenhafte Stammdatenverwaltung machen Unternehmen angreifbar. Nur wenn präventive Sicherheitsvorkehrungen mit aller Konsequenz durchgeführt werden, lässt sich Sicherheit im Zahlungsverkehr auf allen Ebenen erzielen.

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