15.01.2016

Social Media Review: Die 5 wichtigsten Entscheidungen für KMU`s in 2016

Es ist das Jahr 2016. Ihre Firma hat schon lange eine Webseite und Sie sind auch schon länger damit beschäftigt, die Errungenschaften des neuen digitalen Zeitalters zur Kundenkommunikation zu nutzen. E-Mails, Newsletters und auch die sozialen Netzwerke sind keine Fremdwörter für Sie. Allerdings möchten Sie jetzt entscheiden, wie die Effektivität der Investitionen in „Social Media-Marketing“ verbessert werden kann. Notwendigerweise brauchen Sie und Ihr Marketingteam eine Übersicht der neuesten Entwicklungen im Markt. Neben unzähligen Jahresrückblicken und „ultimativen Tipps“, die man im Internet finden kann, stechen einige Haupt-Trends im Universum der sozialen Medien und digitalen Wirtschaft heraus.

Von: Wigbert Boell   Drucken Teilen   Kommentieren  

Wigbert Boell

Wigbert Boell ist ein internationaler Manager und Kommunikationsexperte, der sich auf strategische Beratung spezialisiert hat. Nach vielfältigen Erfahrungen in und um startups, kleinen und mittleren Unternehmen, sowie mit Gründern in Europa und den USA, konzentriert er sich inzwischen auf die Kreativ-Industrie und den non-profit Bereich. Durch langfristige Verträgen mit einem Deutschen Werbemittel- und Geschenkartikel Hersteller für den Marken-Aufbau in den USA und später in Nord- und Osteuropa hat er Geschäfte in über 50 Ländern durchgeführt. Ebenso hat er auch als Projektmanager und Marketingberater mit den verschiedensten Organisationen und Unternehmen gearbeitet, inklusive z.B. UNDP, GermanTV und Film Festivals. Bereits seit 1998 erforscht Wigbert Boell das Netz, schreibt Online-Beiträge, publiziert Newsletter und Blogs und ist ein früher Nutzer der sozialen Medien. Zur Zeit des ersten Internet-Booms war er Abteilungsleiter Business Development für ein US-Israelisches startup. Wigbert Boell hat ein M.A. in Kommunikationswissenschaften, sowie Kultur- und Medien-Management.

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Social Media Review

1. Mobile First

Bitte denken Sie «mobil»! Die Anzahl der Menschen mit einem Smartphone nähert sich in 2016 der 2 Milliarden Marke - knapp 1/3 der Weltbevölkerung. Insbesondere in einigen afrikanischen Ländern stellt die mobile Konnektivität über 75% der Internet Verbindungen. In der Schweiz, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern geschehen mehr als die Hälfte der Aufrufe von Webseiten via Mobile Devices. Es ist also mehr denn je wichtig, sich sowohl bei dem Design des eigenen Internet-Auftritts und der Kommunikationsstrategie auf die mobile Nutzung zu konzentrieren, da diese auch in 2016 immer mehr zunehmen wird. Neben augenfälligen gestalterischen Besonderheiten, wie z.B. dem interaktiven Design für die anderen Bildschirme von Smartphones, Tablets und leichten Laptops gilt dies auch besonders für die Kundenansprache.

Insbesondere Social Media ist per Definition mobil und wird heute schon von der überwiegenden Mehrheit der Benutzer unterwegs aufgerufen. Aber auch die schnelle Recherche neuer Produkte und Marken geschieht heute hauptsächlich auf mobilen Bildschirmen. Das ändert sich oft auch dann nicht, wenn der Nutzer zu Hause ist, denn immer häufiger geschieht das Online shoppen ähnlich wie Produktvergleiche auf dem Smartphone zeitgleich zum fernsehen. 58% der Bevölkerung in der Schweiz benutzen schon 3 oder mehr „connected devices“, mit denen sie regelmässig Angebote im Internet benutzen und 81% der Schweizer Konsumenten suchen Informationen zuerst im Internet.

2. Engagement

Auch die sozialen Medien entwickeln sich weiter. Für 2016 sind viele Neuerungen geplant. Dazu gehören beispielsweise die Veränderung von Algorithmen, was bei Facebook in 2015 dazu führte, dass die Seitenaufrufe von vielen Firmen und Marken und anderen Seiten massiv einbrachen. Inoffizielles Ziel von Facebook war es, dass die sogenannte „organische Reichweite“ im Gegensatz zu „bezahlter Reichweite“ – also Seitenaufrufe durch Anzeigen – in den Hintergrund tritt, um mehr Werbegelder zu generieren. Auf die Details der Veränderungen aller Netzwerke einzugehen würde zu weit führen, aber einige der Links im Download (auf der rechten Seite) führen zu guten Einblicken.

Neben der Herausforderung, Nutzer zu erreichen steht in 2016 besonders das Schlüsselwort „Engagement“ im Vordergrund. Bereits 2011 hat Brian Solis in seinem Buch „Engage!“ dargelegt, dass Unternehmen und Marken viel stärker mit Konsumenten in Interaktion treten müssen, denn diese haben durch die sozialen Medien ihre eigene Stimme gewonnen. Nicht nur die Zahl der Likes oder Followers ist also wichtig, sondern auch wie viele der Menschen kommentieren, teilen oder anderweitig auf den veröffentlichten Beitrag reagieren. Brian Solis geht inzwischen weiter und betont die wachsende Bedeutung der Kundenerfahrung im digitalen Zeitalter. Trotzdem bleibt „Engagement“ ein wichtiger Sammelbegriff für alle Bemühungen, Kunden zu Reaktionen und Interaktionen zu bewegen. Es geht darum, gerade durch die sozialen Medien eine fliessende Kommunikation mit den Menschen einzugehen, durch die ständig Rückschlüsse auf das eigene Unternehmen, Marke und/ oder Produkte zu gewinnen sind.

Dabei sind wiederum der „emotionale Faktor“ und „Geschwindigkeit“ Schlüsselworte zu Wettbewerbsvorteilen. Die Werbebranche kennt seit jeher die Bedeutung, Kunden emotional anzusprechen. Unter den erfolgreichsten Posts sind auch heute noch Katzen- und Babybilder genauso wie emotional ansprechende Zitate. Ebenso erwartet der mündige digitale Konsument eine schnelle Antwort von einer Firma – spätestens jedoch innerhalb von 24 Stunden. In diesen Bereichen kann auch ein kleines Unternehmen Pluspunkte sammeln.  

Nicht unerwähnt bleiben in diesem Zusammenhang sollten die „Brand Advocates“, also Markenbotschafter, die ihre Begeisterung für eine Marke oder Firma auch kundtun. Feedback ist heute für einen Kunden sehr einfach und direkt. Ein Drittel der aktiven Nutzer sozialer Medien äussert sich auch über Erfahrungen und Erlebnisse mit Firmen, Produkten und Dienstleistungen.  

Beispielhaft für gutes Engagement kann eine alte Grundregel in Twitter herangezogen werden. Regelmässig Tweets der eigenen Followers zu retweeten. Es sollte dabei darauf geachtet werden, dass solche retweets a) ein Bezug zu der gewünschten eigenen Marken-Identität stehen und b) positiv sind, damit sie nicht schlecht auf die eigene Marke zurückstrahlen.

3. Content (Inhalte)  

Grundsätzlich kommt es auf die Inhalte an. Es reicht schon lange nicht mehr, nur Bilder der neuesten Produkte zu posten in der Hoffnung, dass irgendjemand diese dann vielleicht teilt. Strategische Kommunikation in den sozialen Medien setzt heute auf sinnvolle Inhalte, die sorgfältig ausgesucht und produziert und planmässig verbreitet werden.

Dabei hilft die genaue Beobachtung, was wann und wie die Followers am besten erreicht werden. Der digitale Konsument weiss genau, was er möchte und lässt sich heute nicht mehr etwas vormachen. Nichts ist einfacher, als in Sekunden zu anderen Inhalten und Angeboten zu springen, die ihm und ihr eine bessere emotionale Zufriedenheit vermitteln und die ihn nicht nur als wertvolle Ressource anerkennen, sondern eben auch als Mensch ernst nehmen. Relevante Inhalte sind z.B. Beiträge, die Hilfestellung geben (Rezepte von einem Lebensmittelhersteller) oder Probleme lösen (Ratgeber). Ebenso beliebt sind auch Wettbewerbe, die einen konkreten Mehrwert für eine Zielgruppe ergeben.  

In der Ideenfindung für gut funktionierende Inhalte kann ein Unternehmen auch in direkten Dialog mit einer Gruppe der bereits erwähnten Markenbotschaftern treten. Oft finden sich Vorschläge bereits in ihren Facebook-Kommentaren oder Blogbeiträgen. Zusätzlich kann man gerade sie durch spezifische Ansprache motivieren, an der Entwicklung von Beiträgen mitzuwirken, die der Kundenkreis wirklich mag (working with influencers and creating content people love).

4. Apps  

Der App-Markt wächst schnell. Zwischen 2014 und 2015 gab es einen Zuwachs von 58% in der mobilen Nutzung von Apps, wobei davon fast alle Kategorien profitieren, wie z.B. auch „shopping“. Während nur 22% von kleinen und mittleren Unternehmen eine eigene App entwickelt haben, benutzen bereits 89% der weltweit grössten Konzerne mindestens eine App in ihrem Unternehmen. Von dem Rest plant bereits die Hälfte eine eigene App bis 2018. Dabei sind die Funktionen der Apps so vielfältig wie der Möglichkeiten generell. Schauen Sie einmal auf Ihr eigenes Handy:  für fast alles gibt es in unserem digitalen Zeitalter eine App.    

Aber macht eine eigene App überhaupt Sinn für KMU´s? Meistens ja, auch wenn es natürlich immer auf die Situation und Zielsetzung ankommt. Die Vorteile einer App, nämlich Teil der sogenannten „real estate“ auf einem Smartphone oder Tablet in einer klar definierten und begrenzten Zielgruppe zu werden sind offensichtlich: direkte Kommunikation,  vereinfachte Datensammlung und mögliche promotion points, durch die auf Produkte, andere Inhalte, die eigene Webseite, Beiträge oder Wettbewerbe hingewiesen wird. Die Entwicklung einer eigenen App ist heute nicht mehr kompliziert und auch für kleine Unternehmen erschwinglich. Ein kleiner deutscher Geschenkartikelhersteller (z.Zt. 23 Angestellte) lässt beispielsweise schon seit 2011 seinen Produktkatalog, Verkaufspräsentationen, Erklärungsvideos für Gebrauchsanweisungen und Verkaufsstellen in einer eigenen App präsentieren, die zwar hauptsächlich für das eigene Vertriebsnetzwerk gedacht ist, aber auch von Endkunden und Zwischenhändlern gerne genutzt wird, wenn sie sie brauchen.

5. Video  

Ebenso eine rasante Entwicklung macht der Video-Markt, der längst über YouTube hinausgewachsen ist.  Von den Milliarden Internet Nutzern geben immerhin 100 Millionen an, täglich Videos anzuschauen. Aber auch durchschnittliche Nutzer sagen, dass sie sich eher an Webseiten mit Videos erinnern können und 90% behaupten, dass sie das Anschauen eines Produktvideos hilfreich für eine Kaufentscheidung finden.  

Eigene Videos sind eine einfache Möglichkeit, Fans und Kunden hinter die Kulissen blicken zu lassen oder Sachverhalte und Produktionsweisen zu erklären. Darüberhinaus können sie auch Händlern, Partnern und anderen Webseiten dienen, eigene Nutzer zu gewinnen. Koproduzierte Videos mit existierenden Influencern oder sogenannten „YouTube-Stars“ ermöglichen direkten Zugang zu einer grossen Fanbase, also vielen potentiellen neuen Kunden.  

Selbstverständlich sind die Befolgung erwiesener Methoden essentiell für eine erfolgreiche Videoproduktion. Dazu gehören z.B.:

  • ein Video sollte nicht länger als 2 Minuten sein (es sein denn, es ist ein Trainings- oder Erklärungsvideo“).
  • Grösste mögliche Spezialisierung auf eine eng begrenzte Zielgruppe um den Zuschauer nicht zu verwirren.
  • 15-20 Sekunden Videos („promo-video“) können auch Teil der Selbstvermarktung sein und dienen z.B. als Visitenkarte.

Fazit  

Egal in wie weit die Zukunft schon Gegenwart geworden ist, auch in 2016 geht die rasante Entwicklung der digitalen Medien weiter. Jede Woche bringt neue Entwicklungen. Die Bedeutung guter Suchmaschinenoptimierung für alle digitale Medien bleibt davon aber unberührt. Neben der Wiederholung bestimmter Schlüsselworte gehören heute auch „hashtags“ – also die Verwendung des Symbols „#“ in Verbindung mit einem Schlüsselwort - zu den sich abzeichnenden Trends. Die eigene Marke mit selbst kreierten Hashtags zu verbinden ist ein Muss und eine Kunst im modernen Social Media-Marketing. Die Fast Food Kette „Subway“ hat dies z.B. mit dem Hasthag „SaveLunchBreak“ geschafft, indem sie eine soziale Komponente („Rettet die Mittagspause“) einfügte, die nicht nur relevant sondern auch authentisch (weil selbstironisch) ist.  

All die genannten Entwicklungen und Trends sind natürlich nicht für jedes Unternehmen passend, genauso wenig, wie keine Firma versuchen sollte, auf allen sozialen Netzwerken gleichzeitig unterwegs zu sein. Aber passend zu der eigenen Unternehmensstrategie und Zielsetzung ist es wichtig auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

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