04.05.2020

Krankenrückkehrgespräch: Praxisbeispiel bei Abwesenheit ohne Auffälligkeiten

Bei kurzen oder seltenen Krankheitsabwesenheiten wie eine gelegentliche Grippe führen Sie als direkter Vorgesetzter das Krankenrückkehrgespräch möglichst am Tag der Rückkehr, meist kurz und unter vier Augen. Es gibt keine generell gültigen Rezepte für den Gesprächsablauf. Hier wird Ihnen ein Beispiel-Gespräch gezeigt, bei welchem es um ein Krankenrückkehrgespräch bei Abwesenheit ohne Auffälligkeiten geht.

Von: Thomas Wachter  DruckenTeilen 

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren beim Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, zuletzt als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

Krankenrückkehrgespräch

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Ziele des Krankenrückkehrgesprächs

  • Wilkommen zurück, Wertschätzung
  • Noch allfällig bestehende gesundheitliche Einschränkungen erkennen und allfällig Absprachen treffen.
  • Informationen über die Zeit der Abwesenheit
  • allfällig Verbesserungsmassnahmen bei Schwierigkeiten mit der Stellvertretungsaufgabe verein­baren oder planen
  • Pendenzen ansprechen, Unterstützung zusichern

Gesprächsraster für das Krankenrückkehrgespräch

  • Schaffen Sie Vertrauen: Geben Sie dem Mitarbeitenden zu verstehen, dass Sie froh sind, dass er wieder da ist.
  • «Wir sind froh, dass Sie wieder hier sind, besonders ich. Sie haben uns bereits gefehlt.»
  • Erkundigen Sie sich nach dem Gesundheitszustand und klären Sie allfällige gesundheitliche Einschränkungen oder weitere krankheitsbedingten Absenzen.
  • «Wie geht es Ihnen heute? Sind Sie schon wieder voll belastbar? Werden Sie noch Arzttermine wahrnehmen müssen, welche Ihre Anwesenheit hier am Arbeitsplatz einschränken?»
  • Geben Sie dem Mitarbeitenden die erforderlichen Informationen, was während der kurzen Zeit der Abwesenheit im Betrieb gelaufen ist. 
  • «Gestern hat die Geschäftsleitung beschlossen ... Herr Meier von der Firma Muster AG hat sich nach dem Stand des Auftrags erkundigt. Ich habe ihm gesagt, dass die Termine auf jeden Fall eingehalten werden können. Könnten Sie ihn bitte doch noch zurückrufen, er scheint etwas verunsichert. Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, es ist sicher besser, wenn Sie das übernehmen.»
  • Falls beispielsweise die Stellvertretung nicht reibungslos verlaufen ist: Reflektieren Sie mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter, was sich verbessern lässt.
  • «Ein Anliegen habe ich noch. Es hat sich gezeigt, dass es nicht einfach war, die erforderlichen Unterlagen für den Auftrag Meister zu finden. Wir haben uns ja vorgenommen, auch alltägliche Schwierigkeiten als Chancen wahrzunehmen, um noch besser zu werden. Im Moment werden Sie ja erst die Pendenzen aufarbeiten müssen. Können wir uns dann nächste Woche darüber unterhalten, was sich hier noch optieren liesse? Sagen wir Dienstag um 11.30 Uhr, passt Ihnen das?» «Vielleicht haben Sie bis dann schon Vorschläge.» oder «Können Sie mir dann bitte einen Vorschlag machen, wie sich das noch besser organisieren liesse, damit in einer ähnlichen Situation das noch reibungsloser abläuft. Danke.» 
  • Pendenzenberg besprechen.
  • «Wie gesagt, werden Sie jetzt erst mal Ihre Pendenzen sichten. Bitte informieren Sie mich, falls hier Besonderheiten auftauchen oder Verzögerungen in der Auftragsabwicklung drohen, damit wir gemeinsam die erforderlichen Massnahmen treffen können.»
  • Abschluss: «Gut. Haben Sie im Moment noch Anliegen? Wie gesagt, ich bin froh, dass Sie wieder gesund sind. Ich wünsche Ihnen (weiterhin) einen erfolgreichen Start.»

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