28.10.2019

Lernen im Alter: Notwendigkeit im Angesicht der Digitalisierung

Lernen hört heute nicht mehr nach Ausbildungs- oder Studienzeit auf. Der Weg geht auf vielfältige Weise weiter. Dabei liegt die Verantwortung nicht allein bei den Arbeitnehmenden, die sich immer weiterqualifizieren, sondern auch bei den Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen sollten.

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Lernen im Alter

Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Durch die Digitalisierung wandeln sich die Berufsbilder, neue Anforderungen kommen hinzu. Der Einzug von digitalen Technologien und internetbasierten Anwendungen bringt es mit sich, dass andere zum Teil neue Fähigkeiten und Qualifikationen notwendig sind. Der Umgang mit Robotik, künstlicher Intelligenz und Smart Hardware wird in den nächsten Jahren alltäglich. Technologische Fähigkeiten sind mehr denn je gefragt. Aber nicht nur die vorhandenen

Abbildung 1: Pixabay © geralt (CC0 Public Domain)

Berufsbilder verändern sich. Es wird in wenigen Jahren viele Berufe gar nicht mehr geben. Auf der anderen Seite entwickeln sich neue Berufsbilder, die es heute noch gar nicht gibt. Der Bedarf an Umschulungen und Weiterbildung steigt damit enorm.

Weiterbildung liegt in der Verantwortung der Arbeitnehmenden

Der Bedarf an Experten für komplexe Datenanalysen ist besonders groß, genauso wie der Bedarf an nutzerorientierten Designern und Web-Entwicklern, die sich mit der Konzeption und Administration von vernetzten IT-Systemen auskennen. Quer durch alle Branchen brauchen die Beschäftigten zusätzliche Qualifikationen, digitale und nicht digitale. Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit zur Kollaboration. Dabei spielt die Digitalisierung auch bei der Weiterbildung eine wichtige Rolle. Das digitale Lernen und die Bereitschaft lebenslang zu lernen, sich selbstständig fortzubilden gehören hier genauso dazu. Dabei kommen verstärkt digitale Medien zum Einsatz.

Nicht immer zahlt der Arbeitgeber die gewünschte Weiterbildung, auch Fördermittel gibt es nicht in jedem Fall. Weiterbildung liegt noch immer in der Verantwortung jedes Einzelnen. Wer sich weiterbilden möchte, steht dann vor der Herausforderung, die Bildungsmassnahmen zu finanzieren. Umfangreichere Kurse können schnell mehrere tausend Franken kosten. Eine Möglichkeit besteht darin, einen Kredit aufzunehmen. Hier lohnt es sich, im Internet die Konditionen zu vergleichen und günstige Kredite im Netz zu suchen und nicht nur bei der eigenen Bank nachzufragen.

Lernen hört nach Ausbildung oder Studium nicht auf

Eine einmalige Ausbildung in der Jugend oder ein Studium reicht heute bei Weitem nicht mehr aus. Menschen müssen sich in der Arbeitswelt ständig ändernden Anforderungen stellen und neue Kompetenzen erwerben. So bleiben sie langfristig für einen Arbeitgeber attraktiv. Zunehmende Komplexität und rapide Veränderungen machen die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen notwendig.

Immer mehr privatwirtschaftliche Unternehmen werden sich hier ihrer Verantwortung bewusst und investieren in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Der Arbeitgeberverband und digitalswitzerland haben anlässlich des dritten Digitaltages in der Schweiz eine Initiative auf den Weg gebracht. Die nationale Kampagne #LifelongLearning ist eine Selbstverpflichtung von 125 Arbeitgebern ihren Mitarbeitern lebenslanges Lernen zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen.

Schweizer Arbeitnehmer unterschätzen die Notwendigkeit

Nicht nur der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt. Die steigende Lebenserwartung in Verbindung mit einem verbesserten Gesundheitszustand und rückläufige Geburtenraten machen langfristig längere Lebensarbeitszeiten wahrscheinlich. Das erfordert die Bereitschaft, sich auch im fortgeschrittenen Lebensalter noch weiterzubilden und neue Kompetenzen und Fähigkeiten zu erwerben. Das unterschätzen jedoch viele Arbeitnehmende. Sie sehen die Notwendigkeit nicht, sich weiterzubilden.

Lebenslanges Lernen ist keine Option, sondern ein Muss

Die Arbeit wird zusehends komplexer, interaktiver und auch abwechslungsreicher. Die Anforderungen an die Arbeitskräfte verändern sich dadurch auch. Gefragt sind verstärkt Mitarbeiter mit sozialer Intelligenz, mit ausgeprägten Kompetenzen im Umgang mit modernen Technologien und im Bereich Kreativität. Unternehmen müssen Aus- und Weiterbildung anpassen, um heute und in der Zukunft ihren Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Schon heute haben viele Unternehmen in der Gesundheitsbranche oder im Bereich ICT Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Lebenslanges Lernen ist keine Option mehr, es ist ein Muss für alle Arbeitnehmenden. Die Anforderungen, die der Arbeitsmarkt heute stellt, können morgen schon überholt sein. Eine berufliche Karriere verläuft nicht mehr linear.

Die Realität sieht anders aus

In der Realität zeigt sich derzeit noch ein anderes Bild. Ein Drittel der Arbeitskräfte macht keine Weiterbildung. In der Deloitte-Studie „Motiviert, optimistisch und pflichtvergessen“ geben 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, dass sie im letzten Jahr keine Weiterbildungsmaßnahme besucht haben. Mehr als die Hälfte dieser Personen sieht dafür auch keine Notwendigkeit. Bei anderen sind es Zeit oder Kosten, die als Lernbarriere genannt werden. Oft fehlt es auch an der Beratung, an attraktiven Lernmethoden und an einem unterstützenden Arbeitsumfeld. Generell sind externe Faktoren die grösseren Hürden gegenüber den Faktoren, die im Verantwortungsbereich jedes Einzelnen liegen.

Unternehmen sind ebenfalls in der Verantwortung

Einerseits ist es notwendig, die Mitarbeitenden verstärkt für die Bedeutung des lebenslangen Lernens zu sensibilisieren. Andererseits sind hier auch die Unternehmen in der Verantwortung, die Weiterbildungsbemühungen ihrer Mitarbeitenden nach besten Kräften zu unterstützen. So könnte das Lernen ein integrierter Bestandteil im Arbeitsalltag sein. Möglich wäre auch ein persönlicher Entwicklungsplan für jeden Mitarbeitenden. Dabei spielt das staatliche Bildungssystem ebenfalls eine wichtige Rolle. Dessen Aufgabe besteht darin, Erwerbstätige besser auf zukünftige Trends vorzubereiten. Staat, Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen hier an einem Strang ziehen und jeder muss seinen Teil der Verantwortung übernehmen.

Langfristige Beschäftigung ist das Ziel

Sowohl für die Arbeitnehmenden als auch für die Unternehmen ist langfristige Beschäftigung das Ziel. Unternehmen sind daran interessiert, qualifizierte Mitarbeitende zu halten und sie langfristig zu motivieren. Dazu reicht es nicht aus, ein ausreichend hohes Gehalt zu zahlen. Heute zählt weniger der berufliche Aufstieg als vielmehr die Freude an der Arbeit. Menschen brauchen ein positives Arbeitsumfeld und eine sinnvolle Aufgabe.

Die Digitalisierung betrachten viele als Chance und stehen ihr positiv gegenüber. Als wichtigsten Grund für einen Jobwechsel nennen Arbeitnehmende ein zu geringes Gehalt. Weitere Gründe sind der im Unternehmen vorherrschende Führungsstil, Stress, das Arbeitsklima und die Arbeitszeiten. Das Geld ist allerdings nur dann ein Motiv, wenn der Jobwechsel mindestens 25 Prozent mehr Gehalt verspricht. Unternehmen, die ihre guten Mitarbeiter nicht verlieren möchten, sollten in erster Linie sicherstellen, dass der Umgang im Unternehmen wertschätzend, motivierend und fair ist. Im Unternehmensalltag können solche Soft Facts sehr schnell zu relevanten harten Fakten werden.

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