02.09.2015

Vergütung von Expatriates: Das optimale Vergütungsmodell finden

Die Vergütung von Expatriates ist eine komplexe Herausforderung, da die Rahmenbedingungen von Land zu Land variieren und einem stetigen Wandel unterliegen. Eine Übersicht zu den gängigen Vergütungsmodellen bei Entsendungen.

Von: Marco Dilenge   Drucken Teilen   Kommentieren  

Marco Dilenge

Marco Dilenge ist Regional Marketing Manager Europe, Middle East, Africa bei Crown World Mobility und deren Mutterunternehmen Crown Worldwide Group.

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Vergütungsmodell

Gängige Vergütungsmodelle

Die Tätigkeit eines Vergütungsspezialisten für entsandte Mitarbeitende ist sehr komplex, sie befasst sich mit dem Auffi nden von Fakten und ist eine beständige Lernerfahrung. Je nach Anzahl der Gehaltsabrechnungen, der Drittparteienzahlungen und der Debitoren, die betroffen sind, kann dies ein sehr aufwendiger Prozess sein. Zudem sind Kenntnisse zu landespezifischen Steuergesetzen unabdingbar. In Brasilien zum Beispiel ist ein 13. Monatsgehalt als Weihnachtsgeld für alle Mitarbeitenden vorgeschrieben, ebenso wie eine jährliche Inflationsanpassung. Ein Vergütungsspezialist muss länderspezifi sche Kenntnisse besitzen und mit Bezug auf Steueränderungen und die Beschäftigungsentwicklung in den Ländern, in welche seine Mitarbeitenden entsandt werden, auf dem neuesten Stand bleiben.

Home-based Payroll

Das häufigste Salärmodell für entsandte Mitarbeitende ist die Home-Base-Vergütung, bei welcher der Mitarbeitende unter die Gehaltsabrechnung seines Heimatlandes fällt. Etwa zwei Drittel der Schweizer Kunden von Crown World Mobility nutzen diesen Ansatz bei ihren langfristigen Entsendungen.

Host-based Payroll

Das Gastland-basierte Modell nimmt an Beliebtheit zu und wird von ca. 10 Prozent der Firmen genutzt, da es mehr Kostenkontrolle ermöglicht. Gerade wenn Mitarbeitende häufig entsendet werden und kein eigentliches Heimatland mehr haben, ist dieser Ansatz sinnvoll. Es gibt bei dieser Gehaltsabrechnung vier Haupttypen:

  • Lokale Marktrisiken für Gehälter und Benefits
  • Marktsatz des Entsandten für Gehälter und Benefits  
  • Lokales Gehalt zuzüglich Expat-Benefits
  • Eine Mischung des Vorstehenden unter Bezugnahme auf lokale und Expat- Marktsätze

Der Angestellte wird unter Verwendung eines dieser Konzepte aus der Gehaltsabrechnung des Heimatlandes heraus- und in die Gehaltsabrechnung des Gastlandes aufgenommen.

Split Payroll

Eine Split Payroll liegt vor, wenn ein Teil des Gehalts und der Zulagen des Heimatlandes des Entsandten im Gastland gezahlt wird. Der Abgleich und die Erfassung von Split Payrolls können sehr komplex sein. Normalerweise muss der Vergütungsberater die gezahlte globale Gehaltsabrechnung abgleichen, um die Vergütung korrekt zu erfassen und die Gehaltskomponenten nicht doppelt zu zählen.

Währungsumwandlung

Hierbei handelt es sich um einen Teil des Split-Payroll-Ansatzes: In unterschiedlichen Währungen vorgenommene Zahlungen müssen an dem Datum, an dem die Zahlung getätigt wird, umgetauscht werden.

Shadow Payroll

Die «Schatten-Gehaltsabrechnung» ist eigentlich keine an den Mitarbeitenden getätigte Zahlung, sondern eine Methode zur Erfassung des am Gaststandort verdienten, aber an anderer Stelle gezahlten Einkommens. Sobald das Einkommen ermittelt wurde, berechnet der Arbeitgeber oder der Steuerberater die am Gaststandort zu zahlende Steuer und der Arbeitgeber leitet sie an die zuständigen Steuerbehörden weiter.

Balance-Sheet-Ansatz

Der traditionelle Balance-Sheet-Ansatz bei der Vergütung für Expatriates wird seit Jahren verwendet. Er soll dafür sorgen, dass die Expats während ihrer Entsendung nicht schlechter gestellt werden, als sie es zu Hause waren. Das Ziel ist es, eine Kaufkraft am Gaststandort zu gewährleisten, die derjenigen entspricht, die der Mitarbeitende zu Hause hatte. In einfachen Worten: Der Expat erhält einen Ausgleich für alle Differenzen mit Bezug auf die Lebenshaltungskosten zwischen dem Heimat- und dem Gaststandort. Die eigentliche Berechnung und die Methodologie für diesen Ansatz sind recht komplex, aber es ist der Standard für die Schaffung eines Ausgleichs für Expatriates.

Reduced balance sheet

Dieser Ansatz versucht, die Vergütung an den Wert der Mitarbeitenden für das Unternehmen anzupassen und somit bei Expatriate-Paketen Kosten zu sparen. Trainees oder jüngere Mitarbeitende, die bereit sind, sich aus Karriereentwicklungsgründen ins Ausland entsenden zu lassen, erhalten üblicherweise ein «Expat- Light-Paket», also ein reduziertes oder modifiziertes Balance-Sheet-System. Zu den Benefits, die gekürzt werden, zählen Unterkunft, Teuerungszulage, Mobilitätsprämien und Härtezulage.

Nettogehaltspaket

Das Nettogehaltspaket garantiert dem Expat für jeden Zahlungszyklus dasselbe Einkommen nach Steuern. Somit kennt der Assignee bereits sein Nettogehalt und wird nicht von der Steuerverbindlichkeit im Entsendungsland überrascht.

Quelle: Dieser Beitrag ist eine gekürzte Fassung eines Artikels, der im Juli-August 2015 in der HR-Fachzeitschrift personalSCHWEIZ erschienen ist.

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