02.02.2016

Quellensteuertarife: Grundsätzlich den schlechtesten Tarif anwenden

Die Realisierung von ELM Quellensteuer machte es erforderlich, dass in allen Kantonen dieselben Quellensteuertarife zur Anwendung gelangen. Erfahren Sie, welche Tarife für welche Personengruppen verwendet werden.

Von: Brigitte Zulauf   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Zulauf

Brigitte Zulauf, PwC, Partner, Leiterin Treuhand Schweiz, absolvierte die Grundausbildung Wirtschaftsmatura, erwarb anschliessend das Lehrerpatent und 1992 den Fachausweis Treuhänder. Sie bildet sich seitdem laufend weiter und hat im November 2013 den Master of Advanced Studies ZFH in Human Capital Management abgeschlossen. Nebst der Gesamtverantwortung für den Bereich Treuhand bei PwC prägt sie vor allem die Weiterentwicklung der Outsourcing- und Beratungsdienstleistungen rund um die Personal- und Saläradministration.

 

 

 

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Quellensteuertarife

Seit dem 1. Januar 2014 gelten in allen Kantonen einheitlich folgende neue Tarife:

 

Tarif AAlleinstehendeFür alleinstehende Steuerpflichtige (ledige, geschiedene, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende und verwitwete), die nicht mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen im gleichen Haushalt zusammenleben.
Tarif B Alleinverdienende Verheiratete Für in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebende Ehegatten (gilt auch für Personen, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben), bei welchen nur ein Ehegatte (gilt auch für Personen, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben)  erwerbstätig ist oder wenn der Ehegatte nach Tarif F besteuert wird
Tarif C Doppelverdienende

Für in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebende Ehegatten (gilt auch für Personen, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben), bei welchen beide Ehegatten (gilt auch für Personen, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben)  erwerbstätig sind und zwar auch dann, wenn diese Erwerbseinkünfte ergänzend ordentlich veranlagt werden und die Steuerbelastung erst danach definitiv ist;

Neu gilt dieser Tarif auch, wenn eines der beiden Einkommen im Ausland erwirtschaftet wird;

Neu gilt dieser Tarif auch, wenn eines der beiden Einkommen im Ausland erwirtschaftet wird; Für beide Ehegatten wird, unter Berücksichtigung der Anzahl Kinder, der gleiche Tarif angewendet.

Tarif D Nebenerwerb/Ersatzeinkünfte

Nur für Personen mit Nebenerwerbseinkommen oder für Personen mit Ersatzeinkünften (Bsp. Taggelder, welche von der Versicherung direkt an die/den Quellensteuerpflichtige(n) überwiesen werden).

Beim Nebenerwerbseinkommen gelten neu die Beschränkungen der Arbeitszeit und des monatlichen Bruttoeinkommens für die Anwendung des Tarifs D nicht mehr. Der Tarifcode D wird immer angewendet, wenn eine andere Haupterwerbstätigkeit besteht. Als Haupterwerbstätigkeit gilt dabei jeweils diejenige Tätigkeit mit dem höchsten Bruttoeinkommen.

Tarif E Vereinfachtes Abrechnungsverfahren Für Personen, die im vereinfachten Abrechnungsverfahren über die Sozialversicherungsanstalt besteuert werden (Schwarzarbeitsgesetz)
Tarif F Doppelverdienende Grenzgänger (I-CH) Für doppelverdienende Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die in einer italienischen Grenzgemeinde leben und deren Ehegatte* ausserhalb der Schweiz erwerbstätig ist
Tarif H Alleinstehende mit Kindern im gleichen Haushalt (Halbfamilien) Für alleinstehende Personen (ledige, geschiedene, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende und verwitwete Personen), die mit Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten
Tarif L 1) Grenzgänger DE-CH (Alleinstehende) Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (DBA-D). welche die Voraussetzungen für eine Einstufung nach Tarif A erfüllen
Tarif M Grenzgänger DE-CH (Alleinverdienende Verheiratete) Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für eine Einstufung nach Tarif B erfüllen
Tarif N Grenzgänger DE-CH (Doppelverdienende) Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für eine Einstufung nach Tarif C erfüllen
Tarif O Grenzgänger DE-CH (Nebenerwerb) Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche Voraussetzungen für eine Einstufung nach Tarif D erfüllen
Tarif P Grenzgänger DE-CH (Halbfamilien) Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für eine Einstufung nach Tarif H erfüllen

Anzahl Kinder:

0-9Anzahl Kinder gemäss Angaben des Kantons (max. 9); Ausnahme: die Tarifcodes H und P werden nur mit 1-9 berechnet.

Kirchensteuer:

YMit Kirchensteueranteil
NOhne Kirchensteueranteil

1) Als Grenzgänger gilt nur, wer täglich an seinen Wohnort in Deutschland zurückkehrt und vorgängig eine deutsche Ansässigkeitsbescheinigung (Formular Gre-1) eingerichtet hat. Die Zumutbarkeit der täglichen Rückkehr ist gegeben, wenn die Entfernung zwischen dem schweizerischen Arbeitsort und dem deutschen Wohnort pro Weg geringer als 110 km ist oder die Fahrzeit bzw. die Reisedauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln pro Weg maximal 4.5 Std. beträgt.

Empfehlung:
Ohne genügend Angaben ist grundsätzlich der «schlechteste» Tarif anzuwenden und dann allenfalls später zu korrigieren, wenn die Unterlagen und Angaben vollständig sind. Die Ermittlung der neuen Tarife wird in den meisten Kantonen den Arbeitgebern überlassen. Der Arbeitgeber ist für die richtige Ablieferung der Quellensteuer verantwortlich und haftbar.

Wie werden Kinderlasten berücksichtigt (Beispiel Kanton Zürich)?

Erhält die quellensteuerpflichtige Person die Familienzulage (Kinder-/Ausbildungszulage), so hat der Arbeitgeber direkt bei der Tarifeinstufung den entsprechenden Kinderabzug zu gewähren (Indiz). Der Kinderabzug ist ab Folgemonat der Geburt entsprechend zu berücksichtigen. Wird der quellensteuerpflichtigen Person dagegen keine Familienzulage (Kinder-/Ausbildungszulage) oder nur eine Differenzzulage ausgerichtet, bleibt es dem Arbeitgeber bzw. der quellensteuerpflichtigen Person vorbehalten, den Nachweis anzutreten, dass der Pflichtige tatsächlich zur Hauptsache für das unter seiner elterlichen Sorge stehende Kind (minderjährige Kinder oder in Erstausbildung stehende volljährige Kinder bis zum 25. Altersjahr) aufkommt und deshalb der entsprechende Kinderabzug beansprucht werden kann.

Quellensteuertarife und eingeschlossene Steuern

Mit der Quellensteuer sind die Steuern von Bund, Kanton und Gemeinde (inkl. Fürsorge- und Kirchensteuer sowie Feuerwehrersatzabgabe) abgegolten, soweit sie für das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit geschuldet sind.

Für Quellensteuerpflichtige, die keiner Landeskirche (dies sind: Römisch-Katholische, Evangelisch-Reformierte und Christkatholische) angehören, ist der jeweilige Tarif «ohne Kirchensteuer» anzuwenden.

Unvollständige Zahltagsperiode infolge Ein- und Austritt

Bei Ein- und Austritten während einer Zahltagsperiode ist der Quellensteuerbetrag anteilmässig (pro rata) vom Bruttolohn einer vollen Zahltagsperiode zu berechnen. Als Basis dienen in den meisten Kantonen 30 Tage je Kalendermonat (Bundessteuerregelung). Verschiedentlich wird auch von 20 Arbeitstagen pro Monat ausgegangen. Mit Hilfe des Prozentsatzes im Tarif lässt sich die Teilsteuer auf einfache Weise ermitteln.

Beim Stundenlohn ist bei Ein- und Austritt aus dem Arbeitsverhältnis im Verlauf eines Monats der Stundenansatz mit der massgebenden Monatsstundenzahl (180 Stunden) zu multiplizieren, um den Monatsbruttolohn zu ermitteln.

Bei der Anwendung des D-Tarifs wird der Bruttolohn nicht hochgerechnet.

In der Praxis sind in den Kantonen verschiedene Umrechnungsregeln anzutreffen.

Tarifkorrekturen/Nachträgliche Veranlagung

In Art. 138 Abs. 2 DBG wird vorgeschrieben, dass zu viel bezogene Quellensteuern der quellensteuerpflichtigen Person zurückzuerstatten sind.

Welche Aufwendungen letztlich abzugsfähig sind, ist abhängig von den gesetzlichen Grundlagen im betreffenden Kanton.

Gesuche um Rückerstattung sind bis spätestens Ende März des Folgejahres an die kantonale Steuerverwaltung, Abteilung Quellensteuer zu stellen.

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