05.04.2017

Lohngleichheit: Eine Selbstverständlichkeit?

Oftmals ist ein direkter Lohnvergleich mit Kollegen oder Kolleginnen möglich. Ergeben sich beispielsweise nicht erklärbare Lohnunterschiede zwischen einem männlichen Vorgänger und einer Mitarbeiterin mit gleichen Qualifikationen, Erfahrung und Aufgaben, entspricht dies nicht mehr dem Prinzip der Lohngleishheit und eine Klage wegen Lohndiskriminierung hat gute Chancen.

Teilen   Drucken

Interview mit Dr. Martin Urech, Experte für die Überprüfung der Lohngleichheit, über die Schwierigkeiten und Stolpersteine bei der Umsetzung von Lohngleichheit in der Praxis

Lohngleichheit im Gesetz

Das Gleichstellungsgesetz verlangt die Lohngleichheit, nämlich dass für gleichwertige Arbeit ein gleicher Lohn bezahlt wird.

Vor der Berücksichtigung der individuellen Qualifikation ist - sofern kein direkter Lohnvergleich möglich ist - eine Arbeitsplatzbewertung erforderlich. Bei dieser werden die verschiedenen Arbeitstätigkeiten personenunabhängig bewertet. Dabei werden die Anforderungen (Ausbildung, erforderliches Fachwissen, Verantwortung, soziale Kompetenzen etc.) wie die Belastungen der verschiedenen Tätigkeiten miteinander verglichen.

Systematische Arbeitsbewertungsverfahren müssen objektiv sein und dürfen keine Diskriminierungsquellen aufweisen. Es ist darauf zu achten, dass nicht einseitig die Tätigkeit von männlichen Arbeitnehmern höher bewertet oder vorwiegend typisch männliche Attribute, wie z.B. Körperkraft, als Massstab genommen werden.

Konsequenzen

Alle Vertragsklauseln, sei es in Einzelarbeitsverträgen oder in Gesamtarbeitsverträgen, welche das Gebot der Lohngleichheit missachten, sind nichtig. Es ist der Lohn nachzuzahlen und zukünftig zu entrichten, welcher gerechterweise geleistet werden muss.

Für Lohnforderungen gegenüber dem Arbeitgeber gilt eine Verjährungsfrist von 5 Jahren. Der vergleichbare Lohn umfasst den üblichen Lohn, den Grund- oder Mindestlohn sowie alle zusätzlichen Vergütungen wie Gratifikationen, Boni, Naturallohnleistungen etc. Eine Lohngleichheitsforderung ist somit für sämtliche Lohnbestandteile möglich, die nicht verjährt sind. Liegt eine Lohndiskriminierung vor, so kann die Arbeitnehmerin die Nachzahlung für den noch nicht verjährten korrekten Lohn geltend machen. Die Verjährungsfrist beträgt für Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis 5 Jahre.

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Lohn und Arbeitsrecht

Arbeitsrechtsfragen im Zusammenhang mit Lohnzahlungen sicher klären

Klären Sie Arbeitsrechtgsfragen im Zusammenhang mit Lohnzahlungen sicherund treffen Sie in der Praxis die richtigen Entscheidungen in Bezug auf Lohnabrechnungen.

Nächster Termin: 24. August 2017

mehr Infos

Produkt-Empfehlungen

  • Lohn- und GehaltsPraxis

    Lohn- und GehaltsPraxis

    So wickeln Sie Lohnabrechnungsprozesse in allen Fällen effizient und korrekt ab.

    ab CHF 168.00

  • personalSCHWEIZ

    personalSCHWEIZ

    Kompetent, fokussiert und pragmatisch! Das Magazin für die Schweizer Personalpraxis.

    Mehr Infos

  • PersonalPraxis Premium

    PersonalPraxis Premium

    Einfache und komplexe Personalaufgaben sicher umsetzen, Geschäftsleitung und Linienverantwortliche kompetent unterstützen.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Variable Löhne und Mitarbeiterbeteiligungen

    Rechtliche Möglichkeiten, Auswahl und Einführung

    Nächster Termin: 04. Mai 2017

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Lohnabrechnung – Professional

    Spezialfälle im Zusammenhang mit komplexen Lohnabrechnungen sicher lösen

    Nächster Termin: 28. November 2017

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Lohnabrechnung - Basic

    Sicher und kompetent korrekte Lohnabrechnungen erstellen

    Nächster Termin: 31. Mai 2017

    mehr Infos