08.02.2017

Lohnnebenleistungen: Gewinnung von Talenten und Schlüsselpersonen

Die Lohnnebenleistungen – oder eben Fringe Benefits – geniessen nach wie vor einen hohen Stellenwert; sie werden in der Chefetage genauso geschätzt wie bei den Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung.

Von: Alex Müller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Alex Müller

Alex Müller war nach längeren Auslandaufenthalten als Personalverantwortlicher bei einer grösseren Bank und später als HR-Leiter einer psychiatrischen Universitätsklinik tätig, wo er reiche Erfahrungen in allen Sparten des Personalmanagements sammeln konnte. Heute arbeitet er als freier Fachautor und Publizist sowie als selbstständiger Berater von Führungskräften, mit Schwerpunkt Out-/Newplacement.

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Lohnnebenleistungen

Wichtig im Kampf um Talente

Auch die Unternehmen profitieren von attraktiven «Goodies», wie die Lohnnebenleistungen ebenfalls genannt werden. In jedem Fall handelt es sich dabei keinesfalls um «milde Gaben». Im Gegenteil, sie stellen einen erheblichen Motivations- und damit verbundenem Gewinnfaktor dar, der sich nicht unmittelbar in Franken berechnen lässt, jedoch entscheidend für ausserordentliches Engagement und überdurchschnittliche Leistungen sein kann.

Schliesslich geht es auch um die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Hier kann eine spezifische Vergünstigung den Unterschied ausmachen, ob sich die Bewerberin X oder der Bewerber Y für uns als Arbeitgeber entscheidet – oder eben nicht. Aus der Vielzahl der angebotenen Lohnnebenleistungen möchte ich einige herausgreifen, die einen langfristigen Anreiz-Charakter haben.

Langfristige Anreizsysteme als Bindungsmassnahmen

Unter dem Stichwort «Retention Management» versuchen zahlreiche Unternehmen ihre Führungskräfte und Key People mit möglichst langfristigen Anreizsystemen an sich zu binden. Gut qualifiziertes und motiviertes Personal verschiedenster Funktionen und Hierarchiestufen stellt ein Kapital dar, das im Gegensatz zu den gegenwärtigen Bankzinsen einen hohen Return on Investment bringt; zu diesem gilt es Sorge zu tragen – sinnvolle und nicht ausschliesslich auf Effekthascherei ausgerichtete Fringe-Benefits tragen zur Gewinnung und Erhaltung von kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern massgeblich bei.

Lohnnebenleistungen mit Langzeitcharakter

Aus der Vielzahl der angebotenen Fringe Benefits greife ich einige aktuelle «Extras» heraus, die eine eher längerfristige und nachhaltige Bindung an das Unternehmen bezwecken sollen:

  • Beteiligung an Krankenkassenprämien: Die laufend steigenden Prämien der Krankenversicherung machen eine substanzielle Beteiligung des Unternehmens an diesem Kostenfaktor zu einer Lohnnebenleistung, die immer stärker ins Gewicht fällt
  • Kinderbetreuung: Die heutigen flexiblen Arbeitszeitmodelle und die stärkere Einbindung der Frauen in den Berufsprozess bringen es mit sich, dass es hier noch Nachholbedarf für Unternehmen gibt, die noch keine Beiträge für die Kinderbetreuung leisten, sei es an eine firmeneigene oder eine private Krippe bzw. eine Kita (Kindertagesstätte). Es ist eine Tatsache, dass die Unterbringung von Kindern für berufstätige Eltern mit grossem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden ist.
  • ÖV statt Privatfahrzeug: Dies ist keine Kampagne gegen das private Auto. Doch die Zahl der Firmen, die Parkplätze zur Verfügung stellen und die Kosten dafür grösstenteils übernehmen, ist – dem Trend folgend – im Abnehmen begriffen. Vielmehr geht die Entwicklung immer stärker in Richtung ÖV: Durch finanzielle Anreize soll das Personal vermehrt zur Benutzung von Bahn, Tram oder Bus gewonnen werden.
  • Aktienbeteiligungspläne für Kader: Trotz gelegentlicher Turbulenzen rund um die Börse in jüngster Vergangenheit bleiben Aktienbeteiligungspläne und -optionen aktuell. Grund: Nicht wenige Firmen versuchen, qualifizierte Führungskräfte mit langfristigen Anreizsystemen an sich zu binden. Dabei wird ein Teil des Salärs an das Ergebnis gekoppelt. Je höher die Karrierestufe desto höher die Beteiligung an der langfristigen Entwicklung des Unternehmenswertes.

Dies sind nur einige wenige Fringe Benefits, die im Trend liegen. Daneben werden weitere Vergünstigungen gewährt, die vielleicht weniger spektakulär «daherkommen», jedoch bei vielen Mitarbeitenden ebenfalls beliebt sind:

Eine Auswahl von etablierten Vergütungen

  • Vaterschaftsurlaub (bis zu 5 Tagen)
  • Essensvergünstigungen
  • Reka-Checks
  • Gratis-GA für SBB
  • Geschäftsauto
  • Mobiltelefon
  • Zusatzleistung für berufliche Vorsorge
  • «deferred compensation»: Salärbestandteile werden von der Firma für zusätzliche Vorsorge zurückbehalten (Gratifikationen, Boni)
  • Gewährung von zinsgünstigen Darlehen oder Hypotheken
  • Diverse Dienstleistungen und Produkte zu Vorzugspreisen
  • Beiträge für Kreditkarte
  • Private Telefonanschlüsse, die auch geschäftlich genutzt werden
  • Gratis-Berufskleider

Last but not least

Bei aller Würdigung der genannten Lohnnebenleistungen – oder eben Fringe Benefits:

Das Wichtigste im Wettbewerb um die Gewinnung von Talenten und Schlüsselpersonen, aber auch zur Pflege und zum Wohlbefinden unseres bisherigen Personals auf den verschiedenen Hierarchiestufen sind die Übertragung verantwortungs- und anspruchsvoller Aufgaben, motivierende Vorgesetzte und eine fortschrittliche Unternehmenskultur, die Freiräume zur Entfaltung individueller Stärken schafft. Dann können die gewährten Fringe Benefits einen entscheidenden Faktor für ausserordentliche Leistungen darstellen!

Fazit:
Fringe Benefits sind ein Gewinn für Unternehmen und Mitarbeitende!

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