13.03.2017

Gesundheitsmanagement: Wichtiger Faktor bei der Arbeitsplatzwahl

Nicht nur beim Arbeitgeber, auch beim Arbeitnehmer werden die sogenannten Soft Skills immer wichtiger. Besser gesagt sind es oft verschiedene „weiche Kriterien“, die heute als Faktor bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz mit ausschlaggebend sind. Beim Rennen um die besten Köpfe lohnt es sich etwa, in ein eigenes Gesundheitsmanagement zu investieren.

Kommentieren   Teilen   Drucken

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 

Bild: Fotolia, © fizkes

Gut ausgebildete Spezialisten können sich wegen des zunehmenden Fachkräftemangels ganz genau aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Die Unternehmen müssen sich auf gestiegene Erwartungen und  höhere Ansprüche bezüglich der Arbeitsplätze einstellen.

Betriebsklima stärken

Ein gut ausgebautes Gesundheitsmanagement mit speziellen Angeboten für die Angestellten kann sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Betriebsklima auswirken und zudem langfristig für zufriedene, gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sorgen. 

Laut einer Umfrage des Online-Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent ist ein gutes Betriebsklima mit über 72 Prozent Zustimmung der wichtigste Motivationsfaktor für Arbeitnehmer. Dabei spielt Gesundheit am Arbeitsplatz und beispielsweise auch sportlicher Ausgleich eine wichtige Rolle bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter.

"Gutes Personal setzt längst auf mehr als einen adäquaten Verdienst. So genannte weiche Faktoren beeinflussen die Entscheidung für oder gegen einen Job immer häufiger. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Unternehmen diesen Trend nicht verschlafen", so der Geschäftsführer einer Immobilienberatungsgesellschaft Alexander Stock.

Einen Grossteil unserer Lebenszeit verbringen wir am Arbeitsplatz. Umso wichtiger ist es, dass dies ein Ort ist, an dem sich jeder gerne aufhält. Gemeinschaftliche Angebote können dabei auch den Austausch und Zusammenhalt unter den Kollegen stärken.

Gesundheit am Arbeitsplatz erhalten

Da sich immer mehr Arbeitnehmer gestresst fühlen, gewinnt die Gesundheitsvorsorge im Berufsleben zunehmend an Bedeutung. Auch zur Erkennung und Vorbeugung von Überlastung oder Burn-Out können verschiedene Massnahmen getroffen werden.  

Neben Informationsveranstaltungen und der ergonomischen Ausstattung des Arbeitsplatzes können noch weitere Punkte dazu beitragen, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Dabei ist die Ressource Gesundheit nicht nur aus rein körperlichen Aspekten wichtig. Ein aktives Management in dieser Richtung strahlt auch in anderer Weise auf die Unternehmenskultur nach innen und die Wahrnehmung als verantwortungsbewusster Arbeitgeber nach aussen ab.

Fitnessangebote vom Arbeitgeber

Vor allem bei vielen Berufsbildern im Büro kann sich die lange Verweildauer am Schreibtisch langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken. Die einseitige Körperhaltung beim Sitzen und mangelnde Bewegung sind Faktoren, die sich in verschiedenen körperlichen Beschwerden bemerkbar machen können.

Deshalb versuchen viele, in ihrer Freizeit für einen entsprechenden Ausgleich zu sorgen. Doch nicht immer lässt sich dies mit der ohnehin knappen Zeit vereinbaren. Ein Angebot des Arbeitgebers kann hier ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Kurze Wege sind ein grosser Vorteil, sich für einen Gesundheits- oder Fitnesskurs zu entscheiden. 

Dabei sind nicht immer hohe Investitionen notwendig. Bei einer Kooperation mit einem nahegelegenen Fitnessstudio etwa, können beipielsweise die Mitgliedsbeiträge der Angestellten übernommen und so ein Anreiz zur sportlichen Betätigung geschaffen  werden.  Dann ist es nicht notwendig, selbst eine entsprechende Ausrüstung anzuschaffen und Räumlichkeiten bereitzuhalten.

Individuelle Förderung

Oftmals zeigt sich jedoch, dass entsprechende Angebote trotz der Attraktivität relativ selten in Anspruch genommen werden. Dabei kann es helfen, die Angestellten bei der Planung miteinzubeziehen und individuelle Lösungen zu erarbeiten. Je flexibler ein Sport- oder Gesundheitsprogramm genutzt werden kann, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Vielzahl der Mitarbeiter für eine Teilnahme entscheidet. Wer zudem selbst bei der Auswahl mit beteiligt war, identifiziert sich stärker mit der Massnahme.

In manchen Fällen kann es hilfreich sein, einen Gesundheitscoach zu engagieren, der auf der einen Seite allgemein beratend tätig ist und auf der anderen Seite auch individuelle Trainingspläne für die Angestellten ausarbeiten kann. So können persönliche Faktoren wie die passende Zeiteinteilung, unterschiedliche sportliche Ziele oder körperliche Schwächen berücksichtigt werden. Je passgenauer das Angebot  umso grösser ist der gesundheitliche Erfolg und Nutzen für die Mitarbeiter. 

Je nach Betriebsgrösse kann es sich jedoch auch lohnen, auf dem eigenen Gelände geeignete Angebote zu schaffen. Für manche Sportarten ist es mit wenig Aufwand machbar, dem Personal auch vor Ort eine sportliche Ausgleichsmöglichkeit zu bieten:

  • Yoga
  • Pilates
  • Boxen

Die Räumlichkeiten können dabei gemeinschaftlich im Rahmen eines Kursangebots vor oder nach Feierabend, oder auch einzeln für eine kurze Auszeit etwa in der Mittagspause genutzt werden.   

Gesundheit als Teil der Unternehmenskultur

Das hohe Leistungsniveau stellt hohe Anforderungen an Angestellte, aber auch die Führungskräfte. Da das umfangreiche Arbeitspensum bei vielen Erwerbstätigen zu krankheitsbedingten Ausfällen führt, sind Massnahmen zur gesundheitlichen Förderung auch aus betriebswirtschaftlicher Hinsicht notwendig. Denn Arbeitsausfälle oder eine reduzierte Leistungsfähigkeit sind für hohe Folgekosten für die Betriebe, aber auch die Krankenkassen verantwortlich.

Entscheidet sich ein Unternehmen bewusst dafür, seinen Mitarbeitern Massnahmen zur gesundheitlichen Prävention anzubieten, wirkt sich dies in verschiedenen Bereichen Positiv aus:

  • Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber
  • Steigerung der Reputation
  • Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit
  • Förderung der Mitarbeiterbindung

Konkrete Angebote und zusätzliche Leistungen werden als Teil greifbarer Unternehmenskultur wahrgenommen. Anders als abstrakt formulierte Werte und Prinzipien des Firmenleitbildes können solche Massnahmen deshalb für eine positive Aussendarstellung sorgen und ein Arbeitgeber kann sich so in positiver Weise von Konkurrenten abheben. 

Gesunde Führungskultur

Dabei spielt es auch eine grosse Rolle, wie das aktive Gesundheitsmanagement nach aussen kommuniziert wird. Wenn in verschiedene Programme investiert wird, sollte dies auch publik gemacht und entsprechend als Vorteil dargestellt werden. Oftmals wird dieser Punkt nur stiefmütterlich behandelt und der Aufwand zahlt sich nicht aus.

Deshalb ist es wichtig, die Gesundheitsförderung nicht nur nebenbei laufen zu lassen. Neben der gesetzlichen Verpflichtung zu Arbeitsschutz und betrieblichem Eingliederungsmanagement zeigen sich die Vorteile von freiwilligen Angeboten meist am besten, wenn sie passgenau auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sind. 

Durch eine gesunde Führungskultur kann den Mitarbeitern die Wichtigkeit von Vorsorge- und Präventionsmassnahmen vermittelt werden. Im Interview mit dem EuPD Research Sustainable Management machte Hans M. Verheijke, der Vorsitzende der Business Performance Academy deutlich, dass Unternehmen hier verstärkt ihre Verantwortung wahrnehmen sollten.  

„Unternehmen werden zukünftig viel genauer und systematischer auf psychische Belastungsquellen schauen müssen. Zu diesen elementaren Quellen zählen dabei laut Arbeitsschutzgesetz soziale Faktoren, wie zum Beispiel auch die Führungskultur im Unternehmen. Um sich also gegen psychische Belastungen zu schützen, werden Unternehmen nicht darum herum kommen, eine nachhaltige, gesunde Führungskultur zu implementieren“, so Verheijke.

Führungskräfte schulen

Dabei ist es notwendig, dass die Führungskräfte für diese Aufgabe auch entsprechend geschult werden. Vor allem in den kleinen und mittelständischen Betrieben, wo einzelne Personen gleich mehrere Aufgaben übernehmen ist dies im Moment noch viel zu selten der Fall. Dabei gibt es verschiedene Anlaufstellen, die mit Informationsmaterial, aber auch fertigen Modulbausteinen bereits fertige Lösungen anbieten können. So ist es auch mit kleinerem Budget möglich, ein umfangreiches Gesundheitsmanagement in die Unternehmenskultur zu integrieren. Folgende Institutionen und Organisationen helfen als direkte Anlaufstelle weiter:

  • Fachstelle Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Angebote und Informationen zu Gesundheitspsychologie, Organisationsentwicklung und Change Management, Fachwissen in Public Health, ergonomische Arbeitsplatzberatung
  • Gesundheitsförderung Schweiz: Umfangreiche Informationen zur Gesundheitsförderung und Prävention, Projektmanagement-Tools, Projektförderung, Fachtagungen
  • Swiss Venture Club: Unabhängige Stiftung mit Informations- und Weiterbildungsangeboten
  • Dialog Gesundheit: Umfangreiches Informationsportal im Internet

Die unterschiedlichen staatlichen oder privaten Initiativen bieten zahlreiche Möglichkeiten, Informationen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zu bekommen. Sie unterstützen Unternehmen dabei, eigene passende Angebote zu entwickeln und Führungskräfte mit dem notwendigen Fachwissen auszustatten. Neben den bereits bestehenden Lösungen helfen speziell entwickelte Leitfäden dabei, die eigenen Massnahmen nach verschiedenen Qualitätskriterien auf ein hohes Niveau zu bringen. Wer sich entschliesst, die Gesundheit seiner Mitarbeiter auf unterschiedliche Weise zu fördern, findet dort kompetente Hilfe und die passenden Ansprechpartner.

Produkt-Empfehlung

PersonalPraxis Premium

PersonalPraxis Premium

Einfache und komplexe Personalaufgaben sicher umsetzen, Geschäftsleitung und Linienverantwortliche kompetent unterstützen.

ab CHF 348.00

Produkt-Empfehlung

Burn-out

Burn-out

Persönliche Prophylaxe und betriebliche Gesundheitsförderung

CHF 38.00

Produkt-Empfehlung

Absenz- und Case Management

Absenz- und Case Management

Erfolgsfaktoren und Umsetzung im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

CHF 68.00

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Absenzmanagement – Grundlagen, Konzept und Fallbeispiele

Wirksame Betreuung von kranken und verunfallten Mitarbeitenden

Nächster Termin: 27. September 2017

mehr Infos