20.04.2017

Mitarbeitendenmotivation: Mitarbeitende engagieren

Mitarbeitende zu engagieren ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen, denn engagierte Mitarbeitende sind produktiver und bleiben der Firma länger erhalten. Dabei spielen «weiche» Faktoren wie Unternehmenswerte, Teamzusammenhalt, unternehmerische Verantwortung (CSR) oder Betriebliche Gesundheitsförderung (BGM) eine immer wichtigere Rolle.

Von: Irene Schlatter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Irene Schlatter

Irene Schlatter ist beim ETH-Spinoff WeAct für Marketing und Kommunikation zuständig. Mit der schweizweiten We Act Challenge organisiert das Startup einen jährlichen Teamwettbewerb zur Förderung von Mitarbeiterengagement, Nachhaltigkeit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

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Wertvolle Ressourcen

Mitarbeitende sind für Firmen eine der wertvollsten «Ressourcen» überhaupt und ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Die grosse Herausforderung für Unternehmen besteht heutzutage mehr denn je darin, qualifizierte Mitarbeitende zu finden und zu halten. Dabei gilt analog zum Verkauf: Es ist teurer einen neuen Mitarbeitenden einzustellen als einen jetzigen zu halten. Schweizer Arbeitgeber verlieren durch die im internationalen Vergleich hohe Fluktuation darum jedes Jahr viel Zeit und Geld (Quellen: KMU Portal & Kelly Global Workforce Index).

Arbeitgeberattraktivitätsfaktoren

Neue Studien zeigen, dass nicht nur der Lohn der Hauptgrund für einen Jobwechsel ist, sondern sogenannte «weiche» Faktoren ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Eine Umfrage von GfK zeigt, dass ein schlechtes Arbeitsklima mit 53% direkt nach einer schlechten Bezahlung mit 61% einer der zwei wichtigsten Gründe für einen Jobwechsel ist. Eine weitere Studie, von Kelly Services, untersucht die Faktoren für Arbeitgeberattraktivität genauer: Das wohl interessanteste Ergebnis ist, dass Arbeitnehmer sogar bereit sind einen geringeren Lohn zu akzeptieren, wenn Sie dafür die Möglichkeit bekommen neue Fähigkeiten zu lernen (57%), eine bessere Work-Life Balance zu besitzen (52%), flexiblere Arbeitsbedingungen haben (36%) oder eine sozial sinnvolle Arbeit tätigen (29%).

Produktivität und Profitabilität

Es reicht nicht aus, Mitarbeitende zu halten, wenn diese unzufrieden sind und lediglich «Dienst nach Vorschrift» leisten. Zwischen engagierten und nicht engagierten Mitarbeitenden gibt es grosse Unterschiede in der Arbeitsleistung, wie eine Studie von Gallup zeigt: Die Unternehmen mit den 25% besten Ergebnissen beim Mitarbeiterengagement haben insgesamt eine deutlich höhere Produktivität (21%), Profitabilität (22%), bessere Kundenbewertungen (10%), weniger Absenzen (37%) sowie auch weniger Abwanderung (25-65%) als die Firmen mit den 25% niedrigsten Engagement-Werten.

Mitarbeiterengagement verbessern

Die oben erwähnten Studien zeigen, dass Firmen sich bemühen müssen für Arbeitnehmer attraktiv zu bleiben, um auf dem Markt erfolgreich zu sein. Was also können Arbeitgeber tun, um die Arbeitsbedingungen und somit auch die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden zu verbessern? Hier die wichtigsten Ansätze:

  • Unternehmenswerte definieren und in der Unternehmenskultur verankern. Häufig sind Unternehmenswerte nur auf dem Papier vorhanden, werden aber nicht wirklich gelebt. Dabei helfen Werte die richtigen Entscheidungen zu treffen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Die Vorbildfunktion von Führungskräften und Kommunikation anhand konkreter Alltagsbeispiele sind dabei nicht zu unterschätzen.
  • Teamzusammenhalt fördern. Teammitglieder sind meist die wichtigsten Bezugspersonen für den beruflichen Alltag. Darum sind eine gute Stimmung und der Zusammenhalt im Team entscheidend für die allgemeine Jobzufriedenheit. Dies kann gefördert werden, indem das Unternehmen den Teams ein Budget und Zeit für Teambuilding Aktivitäten bereitstellt.
  • CSR (Corporate Social Responsability) Programme anstossen. Für immer mehr Mitarbeitende ist es wichtig, in einer Firma mit verantwortungsvollen und nachhaltigen Praktiken zu arbeiten. Dabei sind die Lösungsansätze je nach Branche und Firmengrösse unterschiedlich. Man kann damit anfangen, Ideen von Mitarbeitenden zu sammeln und Stakeholder zu befragen, um dann die relevantesten Bereiche Schritt für Schritt zu verbessern. Besonders engagierte Mitarbeitende helfen gerne bei der Gestaltung und Umsetzung von Massnahmen und empfinden dies als Bereicherung. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen ist es wichtig, die firmeninternen CSR-Programme in angemessener Form nach innen und aussen zu kommunizieren.
  • Mitarbeitergesundheit im Auge behalten. Ein immer häufigeres Problem sind Burn-Outs durch Überforderung und zu viel Stress bei der Arbeit. Hat ein Mitarbeitender erstmal ein Burnout, dauert es lange bis dieser wieder voll arbeitsfähig ist. Prävention ist daher die wesentlich günstigere Variante. Diese beginnt mit der Sensibilisierung der Mitarbeitenden und dem Angebot von gesundheitsfördernden Massnahmen in den Bereichen Bewegung, Ernährung sowie Entspannung. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz bietet hilfreiche Werkzeuge für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM).
  • Flexible Arbeitsbedingungen ermöglichen. Modelle, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, Teilzeit oder von Zuhause aus zu arbeiten sind im Kommen und werden von vielen Arbeitnehmenden geschätzt. Tipps für die Einführung solcher Massnahmen bietet die Initiative Work Smart.
  • Weiterentwicklung ermöglichen. Firmen und Führungskräfte, die ihren Mitarbeitenden ermöglichen sich weiter zu entwickeln, sei dies über Weiterbildungen, Coachings oder Übertragung von neuen Aufgabenbereichen, profitieren nicht nur von den zusätzlichen Fähigkeiten der Mitarbeitenden, sondern auch von deren gesteigerter Motivation.

Lohnendes Investment

Massnahmen für mehr Mitarbeiterengagement sind oft nicht einfach zu implementieren und erfordern Zeit und Fingerspitzengefühl. Eine Umfrage unter Mitarbeitenden zeigt, wo der Schuh am meisten drückt und man zuerst ansetzen sollte. Anschliessend ist es wichtig auf die Umfrageergebnisse einzugehen, damit sich die Mitarbeitenden ernst genommen fühlen. Häufig fehlen die internen Ressourcen um diese Themen anzupacken und eine langfristige Verbesserung zu bewirken. Bei der Massnahmenplanung und -umsetzung kann es darum hilfreich sein, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eines ist sicher: Langfristig wird es sich lohnen in die Zufriedenheit und das Engagement von Mitarbeitenden zu investieren.

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