25.10.2016

Stichtag für die Grundversicherung: Jetzt noch rechtzeitig wechseln

Wer seine Grundversicherung für das nächste Jahr wechseln möchte, sollte jetzt schnell sein. Der Stichtag für den fristgerechten Versicherungswechsel rückt immer näher. Nur noch bis zum 30. November können Versicherte ihren aktuellen Tarif kündigen, um pünktlich zum 1. Januar 2017 die Leistungen eines anderen Anbieters in Anspruch zu nehmen.

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fotolia.com © niyazz Der Stichtag für den Wechsel der Grundversicherung rückt näher.

Die letzten Monate des Jahres sind eingeläutet und damit auch die diesjährige Frist für einen Wechsel der Grundversicherung. Wer jetzt noch handelt, kann im nächsten Jahr für seine Versicherung mehrere Hundert Franken sparen. Für das Jahr 2017 hat die Versicherungsbranche eine durchschnittliche Steigerung der Prämien um etwa 4,8 Prozent angekündigt. Das Sparpotential variiert aber je nach Anbieter. Deshalb kann es sich lohnen, den eigenen Tarif noch einmal gründlich zu prüfen und mit den Angeboten anderer Versicherer zu vergleichen. Eine gute Gesundheitsversorgung darf zwar durchaus ihren Preis haben, aber wer möchte schon zu viel bezahlen?

Vergleichen lohnt sich

Die Leistungen, die im Rahmen der Grundversicherung abgedeckt sind, sind in der Schweiz zwar vom Gesetzgeber im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) einheitlich geregelt, bei den Prämien und damit bei den Koste, die eine Grundversicherung für den Versicherten mit sich bringt, gibt es aber durchaus Unterschiede, die ins Geld gehen können.

Bis zum 31. Oktober hat der Versicherer jedes Jahr Zeit, um seinen Versicherten die festgesetzten Prämien für das neue Jahr mitzuteilen. Erst auf der Basis der neuen Zahlen hat der Versicherte die Möglichkeit, aktiv zu vergleichen. Einen ersten schnellen Überblick über verschiedene Tarifmodelle bietet das Internet. Mit wenigen Klicks lassen sich auf unabhängigen Vergleichsportalen wie financefox.ch zahlreiche aktuelle Tarife miteinander vergleichen. Dass sich hier im Laufe eines Versicherungsjahres preisliche Unterschiede von mehreren hundert Franken ergeben können, wird schnell klar. Aber erst ein detaillierter Blick auf die angebotenen Leistungen zeigt, ob sich der Wechsel zu einem anderen Versicherer tatsächlich lohnt.

Prämien sind nicht alles: Worauf kommt es beim Versicherungswechsel an?

Die Prämie, die der Versicherer in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) festlegt, ist nicht der einzige Faktor, der die Beitragshöhe und damit das Sparpotential eines Versicherungstarifes bestimmt. Die Kosten, die auf den Versicherten im Rahmen der Grundversicherung zukommen, setzen sich aus den folgenden Posten zusammen:

  1. Die Prämie
  2. Die Höhe der gewählten Franchise (zwischen CHF 300.- und 2‘500.-)
  3. Das Alter des Versicherten
  4. Der Wohnort des Versicherten (Kanton)
  5. Das gewählte Arztmodell

Hier können einzelne Versicherer sehr unterschiedliche Bedingungen anbieten. Wer einen Wechseln in Betracht zieht, sollte sich deshalb nach der Mitteilung der neuen Prämien durch seinen aktuellen Versicherer umfassen informieren.

Besondere Vorsicht ist bei eventuell abgeschlossenen Zusatzversicherungen geboten. Hier kann es passieren, dass ein Versicherter sich nach dem Wechsel deutlich schlechter steht oder einige Zusatzleistungen gar nicht in den neuen Tarif übernehmen kann. Der Gesetzgeber sieht zwar vor, dass jedem Schweizer Bürger eine Grundversicherung zusteht, dies gilt aber nicht für eventuelle Zusatzversicherungen. Die einzelnen Versicherer sind deshalb zwar verpflichtet, einem Antrag auf gesetzlich obligatorische Grundversicherung zuzustimmen, die Inklusion von freiwilligen Zusatzleistungen in den Vertrag liegt allerdings jeweils im Ermessen des Versicherers und kann je nach Alter oder gesundheitlicher Vorgeschichte eines Antragsstellers durchaus abgelehnt oder nur zu deutlich ungünstigeren Konditionen bewilligt werden. Hier sollten Versicherte ihren aktuellen Tarif gründlich prüfen, bevor sie sich zu einem Wechsel entschließen.

Sollte sich abzeichnen, dass die vereinbarten Zusatzleistungen bei einem Wechsel nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen übernommen werden können, ist es auch möglich, nur die Grundversicherung zu wechseln und die Zusatzversicherungen beim alten Versicherer zu belassen. Wird dies gewünscht, sollte aber ein ausdrücklicher Vermerk in das Kündigungsschreiben aufgenommen werden. Der Versicherer muss dem Beibehalt der Zusatzversicherungen nicht zustimmen, er muss allerdings ausdrücklich über diese Entscheidung des Versicherten in Kenntnis gesetzt werden.

Es gibt auch Umstände, unter denen ein Versicherer die Möglichkeit hat, die Aufnahme in die obligatorische Grundversicherung zu verweigern. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Versicherte seinem bisherigen Versicherer eine oder mehrere Prämienzahlungen schuldig geblieben ist. In diesem Fall kann es passieren, dass ein neuer Versicherer den Vertragsabschluss ablehnt.

Die Grundversicherung wechseln: In wenigen Schritten zum neuen Tarif

Wer jetzt noch schnell seine Grundversicherung wechseln möchte, sollte alle Formalitäten berücksichtigen und die gesetzten Fristen einhalten. Mit fristgerechter Kündigung ist ein Wechsel zum 1. Januar 2017 möglich. Der Versicherungsschutz bleibt dabei lückenlos bestehen.

Jeder Versicherte muss bis spätestens zum 31. Oktober 2016 ein Schreiben seines Versicherers erhalten, in dem dieser ihm die neue Prämie für das kommende Jahr mitteilt und ihn außerdem auf sein Kündigungsrecht aufmerksam macht. Kommt der Versicherer dieser Pflicht nicht nach, ist er säumig und der Versicherte hat ein erweitertes Kündigungsrecht.

Für die fristgerechte Kündigung der aktuellen Versicherung muss der Versicherer das Kündigungsschreiben bis spätestens zum 30. November 2016 oder bis zum letzten Arbeitstag im November erhalten haben. Für die Einhaltung dieser Frist kommt es nicht auf das Absenderdatum des Kündigungsschreibens an, sondern auf das Datum, zu dem der Versicherer die Kündigung tatsächlich erhalten hat. Es empfiehlt sich deshalb, die Kündigung ein paar Tage vor Ablauf der Frist per Einschreiben mit Rückschein zu versenden. Der Versicherte ist damit auf der sicheren Seite und hat einen schriftlichen Nachweis darüber, dass seine Kündigung den Empfänger rechtzeitig innerhalb der gesetzten Frist erreicht hat.

Verzögerung auf Seiten des Postzustellers gelten übrigens nicht als rechtsgültige Entschuldigung, sollte das Kündigungsschreiben erst einige Tage nach Ablauf der Frist beim Versicherer eingehen. Der Versicherte ist verpflichtet, mögliche Verzögerungen einzukalkulieren und das Schreiben mit ausreichendem Vorlauf auf den Weg zu bringen.

Der Wechsel der Grundversicherung in wenigen übersichtlichen Schritten:

  1. Den bestehenden Versicherungstarif fristgerecht per Einschreiben kündigen.
  2. Die Anmeldung beim neuen Versicherer vornehmen. Der Anmeldung wird idealerweise eine Kopie des fristgerecht eingereichten Kündigungsschreibens beigefügt, um Rückfragen zu vermeiden.
  3. Der neue Versicherer stellt dem Versicherten eine Aufnahmebestätigung zu, die als Nachweis seines Versicherungsschutzes gilt.
  4. Der neue Versicherer informiert den früheren Versicherer über den Wechsel. Die Mitteilung muss spätestens bis zum Jahresende erfolgen. Passiert dies nicht, bleibt der Versicherte bei seiner alten Versicherung versichert.
  5. Mit der Mitteilung des neuen Versicherers an den alten Versicherer ist der Wechsel rechtsgültig vollzogen.

Was passiert, wenn der Wechsel nicht funktioniert?

Grundsätzlich verläuft ein Wechsel der Grundversicherung für den Versicherten reibungslos, sofern alle Fristen und Voraussetzungen erfüllt werden. Es gibt allerdings Ausnahmen, die dazu führen können, dass der neue Versicherungsvertrag nicht zustande kommt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Versicherte seinem vorherigen Versicherer die Prämienzahlungen schuldig geblieben ist oder wenn er sich für einen neuen Anbieter entschieden hat, in dessen territoriales Tätigkeitsgebiet er nicht fällt. Der neue Vertrag kommt dann in der Regel nicht zustande.

Die gesundheitliche Versorgung ist aber trotzdem lückenlos gewährleistet, weil der Versicherte in diesem Fall automatisch in seiner bisherigen Grundversicherung versichert bleibt. Die gesetzliche Grundlage zur obligatorischen Versicherung sieht vor, dass eine Kündigung der alten Versicherung nur rechtsgültig ist, wenn sich die Aufnahme in eine neue Versicherung anschließt.

Sollten sich aufgrund des Wechsels die Zuständigkeiten der Versicherungen überschneiden, weil zum Beispiel der Verwaltungsaufwand nicht lückenlos bewältigt werden kann, bringt dies für den Versicherten aber keinen Nachteil mit sich. Das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) sieht vor, dass ein Versicherer niemals bei zwei Versicherungen gleichzeitig versichert ist und dementsprechend auch keine doppelten Prämien zu leisten hat.

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