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Stresshaftung: Vorbeugen ist besser als heilen

Rund ein Drittel der Arbeitnehmer leidet an den Folgen von Stress – Tendenz steigend. In arbeitsrechtlicher Hinsicht gewinnt damit die Haftung des Arbeitgebers für die übermässige Belastung des Arbeitnehmers zunehmend an Bedeutung.

03.11.2020 Von: Astrid Lienhart
Stresshaftung

Stress schadet

Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und Überstunden haben ihren Preis. Immer mehr Menschen leiden unter stressbedingten Gesundheitsproblemen, seien diese psychischer oder physischer Natur. Stress, eigentlich in vielerlei Hinsicht eine sehr nützliche biologische Schutzfunktion, welche rasche und gezielte Handlungen in Gefahrensituationen ermöglicht, wirkt auf die Dauer gesundheitsschädigend. Der ständige körperliche Alarmzustand kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Magen- und Darmproblemen, zu Schlafstörungen, aber auch zu schwerwiegenden psychischen Problemen wie Depressionen, Burn-out oder Angstzuständen führen.

Volkswirtschaftlich ist Stress ein gewichtiger Faktor. In einer Studie aus dem Jahr 2000 bezifferte das Seco die durch Stress verursachten Kosten (konservativ) auf 4,2 Milliarden pro Jahr. In der Stressstudie 2010 erhob das Seco zwar keine Zahlen mehr, indessen zeigt die Studie u.a., dass die Anzahl Personen, die unter chronischem Stress leiden, bei 34,4 Prozent liegt, eine Zahl, die gegenüber der Stressstudie aus dem Jahr 2000 deutlich gestiegen ist.

Rechtliche Grundlagen

Arbeitgeber sind also gefordert. Denn wer einen Arbeitnehmer über längere Zeit einer übermässigen Belastung aussetzt, verletzt sowohl die arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht (Art. 328 OR) als auch öffentlich-rechtliche Normen, die im Arbeitsgesetz sowie in den Verordnungen zum Arbeitsgesetz zu finden sind (insbesondere Art. 6 ArG). Solche Vertrags- und/oder Gesetzesverletzungen können eine Haftung des Arbeitgebers begründen.

Wo liegen die Grenzen?

Übermässig ist eine Belastung erst, wenn sie die physische oder psychische Gesundheit des Arbeitnehmers ernsthaft beinträchtigen könnte. Die Beurteilung, wie belastend die Situation am Arbeitsplatz ist, ist entgegen der sonst vorherrschenden Maxime des objektivierten Vergleichs mit einer Durchschnittsperson immer aus der Sicht des betroffenen Arbeitnehmers vorzunehmen.

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