28.08.2015

Master-Studiengänge: Endlich Durchblick bei Hochschul-Abschlüssen

Würde man eine Top-Five-Fragenliste zur Hochschulbildung erstellen, so gäbe es klare Favoriten: Was ist der Unterschied zwischen MBA, EMBA, MAS? Wann sollte ein EMBA und wann ein MSc. erworben werden? Wie sind die Zulassungsbedingungen? Welcher Abschluss bringt mir persönlich am meisten?

Von: Andrea Rögner  DruckenTeilen Kommentieren 

Prof. Dr. Dr. Andrea Rögner

Prof. Dr. Dr. Andrea Rögner ist Prorektorin für Weiterbildung an der Kalaidos Fachhochschule. Sie ist und war Professorin und Dozentin an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten im In- und Ausland. In grossen und kleineren Unternehmen hat sie Bereiche geleitet und war u.a. erfolgreich in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Sie kennt die Möglichkeiten im Hochschulbereich sowie die Anliegen der Studien-Interessierten sowie der Unternehmen und setzt sich für deren Interessen ein. Sie bietet Beratungsgespräche für Unternehmen und Studieninteressierte zum Thema Studien- und Hochschulauswahl an.

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Abschlüsse kennen

Weiterbildungswillige, Vorgesetzte und Personalberater stossen hier oftmals an Grenzen. Dennoch ist es für die Beteiligten wichtig, die Abschlüsse zu kennen und sich letztlich für den „Richtigen“ zu entscheiden. Die Kalaidos Fachhochschule bietet aktuelle und umfassende Entscheidungshilfen.

Zugegeben, es ist nicht leicht, den Durchblick zu haben und vor allem zu behalten, denn nicht nur die Wirtschaft wartet mit Innovationen auf, auch die Hochschulen sind bei der Lancierung neuer Studiengänge kreativ und die gesetzliche Grundlage lässt Freiräume.

Der Unterschied zwischen MBA/EMBA/MAS und MSc./M.A.

Dieser Vergleich entspricht dem, Äpfel und Birnen zu vergleichen. Beide Gruppen sind Master, beide an einer Hochschule, doch von der Form und dem Geschmack (Inhalten) absolut unterschiedlich. Während die Gruppe MSc./M.A. eher wissenschaftlich theoretisch ausgebildet wird, ist die Gruppe der MBA/EMBA und MAS praxisorientierter. Auch der Aufwand unterscheidet sich. Für einen MSc. muss mit einem Aufwand zwischen 90 und 120 ECTS gerechnet werden (1 ECTS = ca. 30 h), wohingegen ein EMBA zwischen 60 und 90 ECTS liegt (1 ECTS = 25-30 h). Welcher Abschluss geeigneter ist, ist abhängig von den bisherigen Ausbildungen, Erfahrungen und persönlichen Karrierezielen einerseits und der Funktion bzw. dem Unternehmen, manchmal auch den Vorlieben der Vorgesetzten andererseits. Bei wissenschaftlich geprägten Stellen ist der MSc. oder M.A. unumgänglich, wobei dieser aufgrund des Abschlusses wenig zur Praxisnähe aussagt. Die beiden Gruppen schliessen sich daher nicht aus und nicht selten absolvieren Studierende auch beide Programme.

Entsprechend spricht man bei der Gruppe MSc. / M.A. von den Mastern der Ausbildung, da sie auf das Wissen im Bachelorstudium aufbauen (=konsekutiver Master) und bei der anderen Gruppe (MBA/EMBA, MAS) von Mastern der Weiterbildung. Dies ist auch der Grund, warum auf Internetseiten der Hochschulen unter (klassischen) „Master“ die MSc. und M.A. stehen und die anderen unter der Rubrik Weiterbildung. Beide Gruppen sollten nie zusammen in einem fachlichen Klassenverband sitzen, zu stark unterscheiden sich ihre Ausrichtung und Interessen. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist dabei, dass die Weiterbildungsmaster das Doktorat ausschliessen, aber auch das hat sich in den letzten Jahren geändert.

Der Unterschied zwischen MBA/EMBA und MAS

MBA/EMA und MAS sind Weiterbildungsmaster, die weiter unterschieden werden können. Während der MBA/EMBA auf eine Management- und Führungslaufbahn abzielt, fokussieren MAS auf Fach- und Expertenlaufbahnen. Dies wird bereits durch die Abschlusstitel ersichtlich. Während z.B. beim EMBA auf dem Diplom steht „Executive Master of Business Administration FH mit der Vertiefung in xy“, steht auf dem Diplom des MAS „Master of Advanced Studies xy FH“. Die Fachrichtung (xy) steht beim MAS vor dem FH, beim EMBA oder MBA danach. Das bedeutet aber auch, dass der EMBA/MBA mit der identischen Fachrichtung wie ein MAS besucht werden kann. Zu den dabei vermittelten Fachkompetenzen können aber weitere und breitere Kompetenzen ergänzt werden, wohingegen im MAS die Fachkompetenz weiter vertieft wird.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen MAS und MBA/EMBA ist zudem, dass der MAS ein reines „Schweizer Produkt“ ist, das international zwar anerkannt aber nicht bekannt ist. Da sich der ursprüngliche MBA/EMBA zunehmend auch fachlich orientiert, verschwinden die Grenzen zwischen MAS und MBA/EMBA. Früher musste man sich auf eine Vertiefungsrichtung festlegen, heute können bis zu 3 Vertiefungen gewählt werden.

Der Unterschied zwischen MBA und EMBA

Gesetzlich gibt es keinen Unterschied und beide sind betriebswirtschaftlich orientiert. Dennoch gibt es viele Internetseiten und auch Meinungen, was die Unterschiede sein könnten und sein sollten. Letztlich legt die Hochschule in der Akkreditierung fest, welcher Abschluss vergeben werden soll. So kann es sein, dass identische Inhalte an einer Hochschule zum MBA, an einer anderen Hochschule zu einem EMBA führen. Wenn eine Hochschule sowohl MBA- wie auch EMBA-Programme anbietet, erfolgt die Einstufung durch die entsprechende Hochschule. So wird bei der einen Hochschule der MBA und an der anderen Hochschule der EMBA „höher“ gewichtet. In der Schweiz sind wir u.a. geprägt vom amerikanischen System, welches den EMBA als „Senior-Weiterbildung“ höher stellt als den MBA, welcher eher als „Junior-Weiterbildung“ gilt.

Zugangsmöglichkeiten – wer darf was?

Der Zugang zu den Ausbildungsmastern (MSc., M.A.) ist nur im Anschluss an ein Bachelorstudium an einer Hochschule möglich. Der Zugang zu den Weiterbildungsmastern (EMBA, MBA, MAS) steht sowohl Bachelor-AbsolventInnen wie auch Fachkräften, Potenzialträgern und Führungskräften offen, die nicht über einen Bachelorabschluss verfügen (Sur-Dossier-Aufnahme). Je nach Hochschule und Fachrichtung gelten hier unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Die Sur-Dossier-Aufnahme trägt dem Umstand Rechnung, dass Berufserfahrung, Karriere, Potenzial, Belastbarkeit etc. vorhanden sind, und damit äquivalente Voraussetzungen bestehen, um ein Masterstudium an einer Hochschule zu absolvieren. In der nachfolgenden Tabelle ist dies visualisiert.

Kostenlose Entscheidungshilfen

In Beratungsgesprächen werden zahlreiche weitere Fragen rund um die Hochschulbildung gestellt. Deshalb hat die Kalaidos Fachhochschule in der Broschüre „Im Masterdschungel von Bologna“ Antworten auf folgende und viele weitere Fragen übersichtlich zusammen gefasst: „Wie sieht ein Dur-Dossier-Verfahren aus?“, „Was ist ein CAS, was ein DAS?“, „Universität oder FH?“, „Teilzeit- oder Vollzeitstudium?“ etc. Sie können die Broschüre „Im Masterdschungel von Bologna“ kostenlos bei katja.schwedhelm@kalaidos-fh.ch anfordern. Ebenfalls gratis erhalten Sie die Checkliste „55 Entscheidungskriterien“ die Sie bzw. Ihre Mitarbeitenden systematisch unterstützt, den richtigen Weiterbildungsweg zu finden.

Grafik Unterschiede von Master-Abschlüssen

MSc. / M.A.EMBA/MBAMAS
Anzahl ECTS90-12060-9060-90
Aufwand1 ECZS = 30 h1 ECTS = 25-30 h1 ECTS = 25-30 h
StudienformTeilzeit und VollzeitTeilzeit und VollzeitTeilzeit und Vollzeit
ZuordnungAusbildungWeiterbildungWeiterbildung
OrientierungPraxisorientiert, starker Fokus auf anwendungsorientierte Forschung, wissenschaftliche Methoden, theoriegeleitetPraxisorientiert, managementorientiert, Einbezug anwendungsorientierter ForschungPraxisorientiert, fachorientiert, Einbezug anwendungsorientierter Forschung
VoraussetzungBaut zwingend auf einschlägigem Bachelorstudium aufBaut nicht zwingend auf einschlägigem Bachelorstudium aufBaut nicht zwingend auf einschlägigem Bachelorstudium auf
ZulassungBachelorabschluss einschlägig (gleiches oder verwandtes Fach)Bachelorabschluss oder Sur DossierBachelorabschluss oder Sur Dossier
Anschliessendes Doktorat MöglichMöglichMöglich
PraxiserfahrungKeine notwendigNotwendigNotwendig
FührungserfahrungKeine notwendigJe nach Festlegung HochschuleJe nach Festlegung Hochschule
International bekanntNeinJa (je nach Hochschule)Ja (je nach Hochschule)
Zwischenabschlüsse möglichJaJaNein
Zusammensetzung der InhalteNur innerhalb Wahlmodule Spezialisierungen (je nach Hochschule)Je nach Hochschule aus bis zu 40 Bausteinen flexibel zusammensetzbarJe nach Hochschule aus bis zu 15 Bausteinen zusammensetzbar
Fachliche VertiefungVorgegebenwählbarvorgegeben
StärkeAnwendungsorientierte ForschungPraxisorientierungPraxisorientierung
Einstellung vorzugsweiseWissenschaft und Forschung, teilw. Wirtschaft WirtschaftWirtschaft
StudiendauerMind. 4 SemesterMind. 4 SemesterMind. 4 Semester

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