04.01.2017

Jobvideos: Jobs erlebbar machen

Jobvideos vermitteln Kandidaten einen konkreten Eindruck der künftigen Stelle und können so die Qualität der Bewerbungen massgeblich steigern. Welche Faktoren es bei der Umsetzung von Jobvideos zu berücksichtigen gilt, erfahren Sie hier.

Von: Stefan Rohner   Drucken Teilen   Kommentieren  

Stefan Rohner

Stefan Rohner ist Project Manager beim Videoportal livejobs.ch, das sich auf die Produktion und Distribution von Recruiting-Videos spezialisiert hat. Er ist unter anderem verantwortlich für die Portalentwicklung und Projektabwicklung von Videoproduktionen.

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Jobvideos

Nicht selten kommt es vor, dass ein Kandidat vor dem ersten Arbeitstag weder seine künftigen Kollegen noch seinen Arbeitsplatz zu sehen bekommt. Erstaunlich, wenn wir bedenken, dass wir bei der Planung unserer Ferien die Hotelzimmer bis ins Detail studieren und uns Bilder und Videos vom Ferienort anschauen. Bei der Wahl des Arbeitgebers aber, wo wir die meiste Zeit unseres Lebens verbringen, soll eine einfache Stellenanzeige und ein Gespräch mit dem HR ausreichen, um uns zu entscheiden?

Mehr passende Bewerbungen

Herkömmliche, auf Text beschränkte Stellenanzeigen bieten limitierte Möglichkeiten und kommen im heutigen digitalen Zeitalter unter Druck – zu Recht. Denn wie wollen Sie Ihr Team, die Arbeit und das Arbeitsklima mit Worten authentisch und lebhaft beschreiben?

Ein Jobvideo bietet hingegen die Möglichkeit, dem potenziellen Bewerber das Umfeld, die künftigen Kollegen, die Vorgesetzten und das Arbeitsumfeld konkret vor Augen zu führen. So kann er sich bereits während der Stellensuche entscheiden, ob ihm die entsprechende Position und das Umfeld zusagen würden. Ist der Eindruck positiv, kann dies den entscheidenden Ausschlag zur Bewerbung geben.

Das Ziel eines jeden Jobvideos sollte es sein, mit einem authentischen, kurzweiligen Video einen Verstärker zu setzen, um das Matching von Kandidaten und Unternehmen zu verbessern. Durch ein professionelles Video entsteht eine Win-Win Situation aus Kandidaten- und Unternehmenssicht. Der Kandidat erhält einen gesamtheitlichen Eindruck der Stelle und bewirbt sich nur, wenn ihm die Stelle auch wirklich zusagt. Das Unternehmen erlangt höhere Sichtbarkeit und eine verbesserte Möglichkeit, die Stelle potenziellen Kandidaten zu präsentieren. Das Berner Inselspital zieht aus den kürzlich produzierten Jobvideos beispielweise folgendes Fazit: «Seit der Integration des Jobvideos direkt in der Online-Stellenanzeige können wir uns über mehr Rücklauf freuen und vor allem über attraktivere und ansprechendere Profile.»

Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von Jobvideos

Vor der Umsetzung eines Jobvideos tauchen viele Fragen auf: Wie soll das Video aufgebaut sein? Wer tritt im Video auf? Wie hoch muss das Budget sein? Und wieviel Zeit beansprucht die Vorbereitung und die Produktion? Im Folgenden wird auf die zentralen Fragen eingegangen, die es vor der Produktion eines Jobvideos zu klären gilt:

Jobvideo oder Arbeitgeber-Image-Video?

Die wichtigsten Fragen vor einer Videoproduktion lauten: Was will ich mit dem Video erreichen, wo soll es eingesetzt werden und wer ist meine Zielgruppe? Möchte ich einen bestimmten Job oder ein Jobprofil in unserem Unternehmen zeigen oder will ich mich allgemein als Arbeitgeber präsentieren?  

Die Erfahrung zeigt, dass es empfehlenswert ist, zuerst mit einer kleineren Produktion, respektive mit einem Jobvideo zu beginnen. Videos, die direkt auf einen Job bezogen sind und auf das Stelleninserat passen, erhalten erfahrungsgemäss die meisten Views und interessieren besonders, da ein Bewerber seine künftigen Kollegen 1:1 kennenlernen kann. Ein Arbeitgeber-Image-Video zeigt hingegen das gesamte Unternehmen, die wichtigsten Produkte und die verschiedenen Jobprofile. Diese Art von Videos benötigt meist deutlich mehr Vorbereitungszeit und Produktionstage.

Welche Art von Video passt zu uns?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und fällt je nach Branche, Zielgruppe und Einsatzzweck unterschiedlich aus. Im Marketing- und Produktebereich macht es natürlich Sinn, hochwertige Videos mit Unterstützung von Schauspielern zu produzieren. Im Personalmarketing ist es jedoch wichtig, die eigenen Mitarbeitenden authentisch zu präsentieren. Dadurch erhält das Unternehmen Sympathiepunkte und Glaubwürdigkeit. Was nicht heisst, dass die Videos günstig oder sogar selbst produziert werden sollten. Selbstproduzierte Videos, die wackeln und schlecht belichtet sind, vermitteln einen unprofessionellen Eindruck.

Neben der Professionalität der Aufnahmen machen über 50 Prozent des Erfolgs eines Videos die Darsteller aus. Wählen Sie deshalb gezielt die passenden Mitarbeitenden aus. Entscheidend ist zudem, ob sich ein Unternehmen eher konservativ oder eher progressiv darstellen möchte. Ein ausgefallenes Recruiting Video kann durch seine Viralität viel Aufmerksamkeit erzeugen und auf YouTube und weiteren Social Media Kanälen zum Hit werden. Allerdings muss hier der humoristische Effekt immer sorgfältig abgewogen werden, damit ein Video nicht ins Lächerliche kippt und nur deshalb im Internet verbreitet wird.

Wie viel kostet ein Jobvideo?

Ein professionelles Video ist bei Low-Cost-Anbietern bereits ab 2‘000 Franken erhältlich. Die Preise erstrecken sich bei höchst professionellen Produktionen, teils unter Einbezug einer Werbeagentur, bis in den sechsstelligen Franken-Bereich. Durchschnittlich bewegt sich ein professionelles Jobvideo jedoch um die 8‘000 Franken und ein Arbeitgeber-Image-Video zwischen 12‘000 bis 20‘000 Franken. In diesen Preisen sind die Ideenfindung, das Erstellen des Drehbuchs und die Produktion inbegriffen. Der Preisunterschied definiert sich durch Faktoren wie den Einsatz von speziellen Animationen und Aufnahmetechniken, den Einsatz einer Visagistin oder der Überarbeitung des Videos mittels einer Farbkorrektur.

Im Vorfeld empfiehlt es sich, die Produktionen und Filme der potenziellen Produktionspartners genau unter die Lupe zu nehmen. Darauf gilt es, den Produktionsprozess vom Drehbuch bis zur Umsetzung zu begleiten, um am Ende keine negativen Überraschungen zu erleben. Wenn an der falschen Stelle gespart wird, kann es zu bösem Erwachen kommen – schliesslich will niemand der Geschäftsleitung und den potenziellen Bewerbern ein Video präsentieren, hinter dem das Unternehmen nicht hundertprozentig stehen kann.

Wie gross ist der Zeitaufwand?

Die gesamte Dauer von der Initialisierung bis zum fertigen Produkt kann im besten Fall innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Nach dem Entscheid ein Video zu produzieren, vereinbaren wir ein Drehbuch-Meeting, bei dem während eines Brainstormings die Ideen aller Beteiligten gesammelt und geordnet werden. Anschliessend wird innerhalb von 3 bis 4 Tagen das Drehbuch fertiggestellt und zur Abnahme zugesendet. Schliesslich wird der Drehtermin vereinbart und auf Seite des Unternehmens muss bloss noch die Organisation und Verfügbarkeit der Teilnehmer erfolgen. Nach dem Dreh erhält das Unternehmen innerhalb von rund einer Woche das Endresultat zur Ansicht und kann allfällige Änderungswünsche äussern. Nach deren Umsetzung ist das Video bereit für den Einsatz.

Wo setzen wir das Video ein?

Das beste Video nützt nichts, wenn es versteckt auf der Unternehmenswebsite schlummert und ein bis zwei Views pro Monat generiert. Die grössten Erfolge erzielen Videos, die Zielgruppengerecht eingesetzt und vielfältig integriert werden. Dabei ist die Integration in die eigene Karriere-Website sowie auch direkt in die Stellenanzeige unerlässlich. Mithilfe von Media-Tools wie MyP oder PMS lässt sich bequem bestimmen, in welchem Stelleninserat welches Video erscheinen soll. YouTube sollte zwingend berücksichtigt werden, ist es doch die zweitgrösste Suchmaschine nach Google. Zudem können die Videos auf dem eigenen Twitter- und Facebook-Accounts gepostet werden.

Mitarbeiterbindung wird gestärkt

Bereits heute ist der Konsum von Online-Videos enorm und wird in den kommenden Jahren noch ansteigen. Im Personalmarketing kann durch diesen Extra-Effort, sich per Video zu präsentieren, den Bewerbern ein innovatives und vertiefendes Bild des eigenen Unternehmens gezeigt werden. Nicht zu unterschätzen ist die positive Wirkung auf die eigenen Mitarbeitenden. Sie sind stolz sich im Video zu präsentieren und nebst dem Employer Branding stärken Sie die Bindung der Mitarbeitenden zum Unternehmen.

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