09.06.2015

Jobsuchmaschinen: Mehr Reichweite für Stelleninserate

Recruiter wissen wenig über Jobsuchmaschinen, obwohl diese die Reichweite von Stelleninseraten deutlich vergrössern. Wie funktionieren diese sogenannten Job-Aggregatoren und welche Möglichkeiten bieten sie für die Rekrutierung?

Von: Ralph Hofbauer   Drucken Teilen   Kommentieren  

Ralph Hofbauer

Ralph Hofbauer war Chefredaktor des HR-Magazins personalSCHWEIZ.

 

 

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Jobsuchmaschinen

Recruiter wundern sich immer wieder darüber, dass sie Bewerbungen erhalten, die sich auf Job-Plattformen beziehen, auf denen sie gar keine Anzeige veröffentlicht haben. Verantwortlich für diese automatische Verbreitung von Stelleninseraten im Internet sind Jobsuchmaschinen, auch Job-Aggregatoren oder Job-Verticals genannt. Diese Plattformen sammeln Stelleninserate, die im Internet veröffentlicht werden. Sie wirken als Multiplikatoren, welche die Reichweite von Stellenanzeigen vergrössern, ohne dass deren Urheber über die Weiterverbreitung in Kenntnis gesetzt werden.

Jobsuchmaschinen sind nicht mit Online- Jobbörsen zu verwechseln. Während sich letztere direkt an Arbeitgeber wenden, die auf dem entsprechenden Portal Stellen ausschreiben möchten, sind Jobsuchmaschinen ein Sammelbecken für Stelleninserate. Job-Aggregatoren durchforsten das Internet nach Inseraten und greifen dabei auf verschiedenste Kanäle zurück, von Jobbörsen über Karriereseiten bis hin zu Websites von Personalberatungen. Die gefundenen Inserate werden semantisch analysiert, in Kategorien wie Branchen oder Regionen zusammengefasst und zentral auf einer Website zur Verfügung gestellt.

Qualität hat sich verbessert

Die meisten Jobsuchmaschinen wurden zunächst als suchmaschinenoptimierte Online-Plattformen betrieben, um Klicks zu generieren und dadurch Werbeeinnahmen zu erzielen. Dabei wurden anfangs nur wenige Job-Aggregatoren einem gewissen Qualitätsanspruch gerecht: «Früher fand man auf Jobsuchmaschinen häufi g die gleiche Anzeige doppelt und dreifach. Zudem waren tote Links und Fehler bei der Suche weitverbreitet. Mittlerweile ist die Qualität aber deutlich gestiegen», sagt Eva Zils von Online-Recruiting.net.

Zils analysiert und kommentiert auf ihrem Blog regelmässig aktuelle Recruiting- Trends. Im vergangenen September hat sie einen Report zu Jobsuchmaschinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz publiziert, der Recruitern aufzeigt, welche Plattformen ihnen den grössten Nutzen bringen. «In der Schweiz gibt es eine Reihe von Jobsuchmaschinen, die für das Recruiting interessant sind. Solche Angebote sollten Recruiter unbedingt nutzen, da sie die Reichweite von Inseraten in der Regel ohne Mehrkosten erhöhen», betont Zils.

Die Spreu vom Weizen trennen

Die Mehrzahl der Jobsuchmaschinen basiert auf einem Modell, das ausschliesslich Jobbörsen absucht und daher nur Dienstleistungen für Jobportale anbietet. Solche Jobsuchmaschinen bringen Recruitern keinen Nutzen. Daneben gibt es jedoch auch Jobsuchmaschinen, welche systematisch Karriereseiten von Unternehmen absuchen oder Produkte für direktausschreibende Firmen anbieten. «In der Schweiz verfolgt zum Beispiel jobagent.ch ein Konzept, das für Recruiter sehr interessant ist», sagt Zils.

Das Angebot von jobagent.ch richtet sich direkt an Unternehmen. Die Plattform durchsucht ausschliesslich Karriereseiten von Unternehmen sowie Websites von Personaldienstleistern. Jobbörsen oder andere Jobsuchmaschinen werden kategorisch ausgeklammert. «Die gefundenen Stellenangebote ergeben somit ein nahezu vollständiges Bild des Online- Stellenangebots in der Schweiz», stellt Zils fest. Ein weiterer Vorteil von jobagent.ch sei, dass die aufgefundenen Stellen semantisch angereichert – also mit Synonymen versehen – werden. Zudem würden wichtige Informationen extrahiert und indexiert, so Zils.

Google liebt Jobsuchmaschinen

Jobsuchmaschinen arbeiten ähnlich wie Google. Mithilfe von sogenannten «Spidern » oder «Crawlern» wird das Netz auf Stellenangebote abgesucht. Diese werden gesammelt, mit weiteren Daten angereichert (z.B. Berufskategorie, Arbeitsort, Firmenname, weitere Schlagwörter) und in den Stellenindex der Jobsuchmaschine integriert. Dank der grossen Masse an verfügbaren Jobs und der laufenden Aktualisierung der Inhalte haben Jobsuchmaschinen gegenüber Online-Stellenbörsen einen entscheidenden Vorteil, da Suchmaschinen wie Google aktuelle Inhalte bevorzugen: «Wenn Bewerber ihre Jobsuche über Google starten, landen sie in der Regel zunächst auf Jobsuchmaschinen, bevor sie zum eigentlichen Stelleninserat weitergeleitet werden», sagt Zils. Dies gebe es vor allem deshalb ernst zu nehmen, weil gemäss den Untersuchungen von Online-Recruiting.net sehr viele Bewerber ihre Stellensuche mit Google beginnen.

In der Regel fi nden Crawler Stellenanzeigen, die Unternehmen auf ihren Karriereseiten veröffentlichen. Dennoch kann es sein, dass die Suchprogramme auf gewissen Karriereseiten nicht fündig werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Unternehmen keine eigenständige, in die Website des Unternehmens integrierte Karriereseite hat und diese stattdessen von einem anderen Dienstleister betrieben wird. Hat ein Unternehmen etwa ein Bewerbermanagementsystem, über das auch die Stelleninserate publiziert werden, kann dies in Bezug auf Jobsuchmaschinen ein Nachteil sein.

Ein weiterer Grund, dass Crawler Stellenanzeigen nicht fi nden, ist die Ausgabe von Stelleninseraten mittels sogenannter «iframes», die das Einbetten von Elementen in andere Websites erleichtern sollen. Die Jobsuchmaschine kann in diesem Fall keine Stelleninserate auf der Unternehmenswebsite erkennen und interpretiert die Karriereseite im schlechtesten Fall als inhaltslose Seite. «Testen Sie, ob Ihre Jobs durch den Jobsuchmaschinen-Crawler gefunden werden, bevor Sie weitere Schritte einleiten», rät Zils.

Mehr Sichtbarkeit gegen Aufpreis

Die Nutzung von Jobsuchmaschinen ist für Unternehmen meist kostenlos, zumindest in der Basisvariante. Der sogenannte «organische Traffi c» – jene Klicks, die auf einer Stellenanzeige generiert werden, weil Bewerber die Anzeige durch Suchen entdecken darauf klicken – ist in der Regel gratis. Dafür werden diese Jobs jedoch nach den kostenpflichtigen «Premium-Anzeigen» erscheinen, also jeweils weiter unten in der Suchergebnisliste. Möchten Sie mehr Sichtbarkeit, und damit mehr Klicks auf Ihr Stellenangebot, lohnt es sich, das Bezahlmodell in Anspruch zu nehmen. Hier fallen lediglich dann Kosten an, wenn Stellensuchende tatsächlich auf eine Stellenanzeige geklickt haben.

Quelle: Dieser Beitrag ist eine gekürzte Fassung eines Artikels, der im Dezember 2014/Januar 2015 in der HR-Fachzeitschrift personalSCHWEIZ erschienen ist.

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