02.07.2015

Lohnangabe: Lohntransparenz lohnt sich

Der Lohn ist im Bewerbungsprozess nach wie vor ein Tabuthema. Dass es auch anders geht, zeigt die Schweizer Personalberatung Careerplus. Sie publiziert den Salärrahmen seit einem Jahr im Stelleninserat und hat damit gute Erfahrungen gemacht.

Von: Gabriela Gentilini   Drucken Teilen   Kommentieren  

Gabriela Gentilini

Gabriela Gentilini hat 2004 einen Master in Angewandter Psychologie an der Universität Zürich abgeschlossen. Ihre Karriere begann sie als Rekrutierungsspezialistin bei Careerplus Finanzen in Zürich. Anschliessend arbeitete sie während 6 Jahren in New York. Zuerst war sie als Rekrutierungsspezialistin tätig, anschliessend baute sie den Sourcing-Bereich des Wealth Management einer Schweizer Grossbank auf und wechselte in das Shared Services Center. Nach einer Familienpause und der Rückkehr in die Schweiz arbeitet sie seit 2013 wieder bei Careerplus als Teilzeitangestellte für Projekte.

 zum Portrait

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 

Wer über die Personalberatung Careerplus online eine Stelle sucht, wird überrascht. Im Stelleninserat ist zu lesen: «Mitarbeiter Rechnungswesen mit mehrjähriger Erfahrung und fachbezogener Weiterbildung, Jahreslohn zwischen 75 000 bis 85 000 Franken.»  

Careerplus gehört zu den ersten Schweizer Unternehmen, welche die Lohntransparenz in Stelleninseraten aktiv fördern. «Wir haben vor rund einem Jahr damit begonnen, den Salärrahmen in den Stelleninseraten zu publizieren. Dabei legen wir das Salär mit einer Bandbreite von 10‘000 bis 20‘000 Franken fest – je nach Anforderungsprofil», sagt Vanessa Hunkeler, die bei Careerplus für die Standorte Olten, Basel und Luzern verantwortlich ist. Je spezifischer die Stellenausschreibung, desto enger wird der Salärrahmen gesetzt. 

Transparenz liegt im Trend

Auch andere Schweizer Unternehmen haben damit begonnen, ihre Löhne in Stelleninseraten publik zu machen, unter anderem die die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) und die Stellenplattform Experteer.ch. Ein Tabubruch, der eigentlich längst fällig ist, wird in Stelleninseraten doch im Detail beschrieben, was der Arbeitgeber den potenziellen neuen Mitarbeitenden bietet und was er von ihnen erwartet. Bewerber müssen in ihrem Bewerbungsschreiben fast alle persönlichen Daten von sich preisgeben, doch die Details zur Entlöhnung bleiben fast bis ganz zum Ende des Rekrutierungsprozesses ungewiss. Ein Informationsungleichgewicht, das in Zeiten, in denen vielerorts mehr Transparenz gefordert wird, wenig zeitgemäss anmutet.  

In Österreich müssen Unternehmen gemäss Gleichstellungsgesetz schon seit mehr als zwei Jahren in Stelleninseraten den Mindestlohn angeben. Damit soll für gleich lange Spiesse in den Lohngesprächen gesorgt und die Situation von Frauen in Lohnverhandlungen verbessert werden. Dies ist laut Experten jedoch umstritten, da der Mindestlohn oft so tief angesetzt wird, dass der Verhandlungsspielraum immer noch sehr gross ist.  Das Gleichstellungsgesetz in der Schweiz umfasst hingegen keinen Artikel zum Thema Lohntransparenz in Stellenanzeigen und es gibt bisher auch keine Bestrebungen, ein Gesetz zu erlassen, das dies vorschreibt. Dennoch meint Vanessa Hunkeler: «Wo Transparenz und Gleichberechtigung herrscht, ist auch die Lohngleichheit und Lohngerechtigkeit besser verankert».  

Kritiker melden Bedenken an

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen gegenüber der Lohntransparenz in Stellenanzeigen. So warnt Martin Poreda, Mitbegründer der Arbeitgeberplattform Kununu, auf dem Blog von VBZ-Personalchef Jörg Buckmann davor, dass sich bei zu tiefen Lohnangaben echte Topshots gar nicht erst bewerben würden. Bei zu hohen Gehältern würden sich hingegen oftmals unterqualifizierte Kandidaten melden, angezogen vom hohen Gehaltsversprechen.  

Auch bei Careerplus gibt es vereinzelt Kunden, die befürchten, dass sich gut qualifizierte Kandidaten aufgrund des Salärrahmens nicht bewerben. Dies ist aber gemäss Vanessa Hunkeler nicht der Fall: «Gut qualifizierte Kandidaten melden sich bei uns und fragen nach. Beispielsweise, ob sich das Anfangssalär in Zukunft noch entwickeln lasse.» Zudem habe sich die Anzahl an passenden Bewerbungen bei spezifischen Profilen mit engem Salärrahmen im Vergleich zu vorher erhöht.

Dieser Beitrag ist im September 2014 in der Sonderausgabe «Rekrutierung» der HR-Fachzeitschrift personalSCHWEIZ erschienen.

Produkt-Empfehlung

Personal gewinnen mit Social Media

Personal gewinnen mit Social Media

So finden Sie High Potentials im Web.

CHF 48.00

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Personalgewinnung mit Frechmut und Können

    Social Media und Internettools im Recruiting erfolgreich einsetzen

    Nächster Termin: 16. Mai 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Bewerberinterviews effektiv führen

    Professionelle Gesprächstechniken kennenlernen und trainieren

    Nächster Termin: 08. Mai 2018

    mehr Infos