11.07.2014

Stellenanzeige: Mehr Emotionen ins Stelleninserat!

Die ganz grosse Zeit der Stelleninserate in den Printmedien ist vorbei. Dafür nimmt die digitale Nachrichtenübermittlung (Firmenhomepage, Online-News, Social Media wie Twitter und Facebook) einen immer grösseren Raum ein. Umso wichtiger ist es, dass wir den Zeitungsinseraten Exklusivitätscharakter geben, denn nach wie vor vermitteln sie als Visitenkarte unseres Unternehmens wichtige Botschaften und sind ein Spiegelbild der Firmenkultur. Doch oft ist der gewählte Text ein «Papiertiger», also zu wenig attraktiv. Was können wir tun, um mit diesem «altmodischen», aber immer noch wertvollen Instrument Stellenanzeige die richtigen Leute anzusprechen?

Von: Alex Müller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Alex Müller

Alex Müller war nach längeren Auslandaufenthalten als Personalverantwortlicher bei einer grösseren Bank und später als HR-Leiter einer psychiatrischen Universitätsklinik tätig, wo er reiche Erfahrungen in allen Sparten des Personalmanagements sammeln konnte. Heute arbeitet er als freier Fachautor und Publizist sowie als selbstständiger Berater von Führungskräften, mit Schwerpunkt Out-/Newplacement.

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Stellenanzeige

Fehlende Originalität und Kreativität

Dies soll keine Generalkritik an den Print-Inseraten sein. Die meisten davon sind sehr korrekt abgefasst und konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Kriterien

  • Aufgaben / Stellenprofil
  • Anforderungen / Curriculum
  • Was wir bieten
  • Entwicklungsmöglichkeiten

und kommen deshalb oft eher langweilig daher. Keine Spur von «Pfeffer und Salz» also, und Originalität und Kreativität suchen wir in solchen Texten vergeblich. Diese Inserate gleichen sich wie ein Ei dem andern. Wie können wir denn auf diese Weise einen Controller oder einen Verkäufer ansprechen und überzeugen, dass wir das richtige Unternehmen sind? Wie können wir uns von der Konkurrenz abheben? Auf eine Kurzformel gebracht, lautet unsere Antwort: Mehr Emotionen ins Stelleninserat bringen!

Der Beginn einer kleinen Erfolgsgeschichte

Sie liegt etwas zurück, meine persönliche kleine Erfolgsgeschichte – und bestätigt einen neuzeitlichen Trend, der dem/der aufmerksamen InseratenleserIn nicht entgangen sein wird.

Als jüngerer Personalrekrutierer und Stellvertreter des Personalchefs bei einem Grossverteiler war ich unter anderem verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung und Endredaktion der Inserate – eine faszinierende Aufgabe für mich, da ich schon damals fürs Leben gern Texte verfasste. Schon während meiner Einarbeitungszeit fiel mir das etwas behäbige und schwerfällige Erscheinungsbild auf (heute Design). Die Stellenbeschreibungen waren zwar korrekt, wirkten aber auf die Leser eher langweilig als anregend. Entsprechend schwach war das Echo, und die eingehenden Bewerbungen waren im besten Fall an zwei Fingern abzuzählen.

«Hier muss etwas passieren», sagte ich zu mir selbst und handelte. Langsam, aber beharrlich versuchte ich, unsere Stellenannoncen von der angesetzten Patina zu befreien und ihnen ein neues, zeitgemässes Image zu geben.

Leidenschaft in Worte kleiden

Mir war klar, dass es mit einem neuen Logo nicht getan war; vielmehr sollte aus den neu gestalteten Inseraten bei aller Sorgfalt bei der Darstellung des Stellenprofils eine Portion Leidenschaft herausstrahlen. Diese Leidenschaft versuchte ich in Worte zu fassen, ohne dabei die verlangten fachlichen Kompetenzen zu vernachlässigen. Konkret sah (und sieht heute noch) meine – stärker auf Emotionen fokussierte – Wortwahl wie folgt aus:

früher

  • Wir suchen
  • einsatzbereiten Mitarbeiter
  • grosse Selbständigkeit im Rahmen der bestehenden Reglemente
  • Ihr gewinnendes Auftreten wäre nützlich
  • Unsere hohen Qualitätsstandards erlauben keine Fehler
  • Wir bevorzugen Branchen-Insider

heute

  • Wir freuen uns auf
  • engagierte Persönlichkeit
  • viel Freiräume und Eigenverantwortung
  • Ihre herausragenden Soft Skills sind der entscheidende Erfolgsfaktor!
  • Fehler sind für uns Chancen und Herausforderungen, es künftig besser zu machen
  • Quereinsteiger sind willkommen, da sie Kenntnisse aus andern Branchen mitbringen und neue Perspektiven vermitteln können

Dies sind nur einige wenige – willkürlich ausgewählte – Beispiele, die den Unterschied aufzeigen.

Das glückliche Ende meiner kleinen Erfolgsgeschichte

Ich wollte möglichst bald Resultate sehen. So nutzte ich die Ferienabwesenheit meines damaligen Vorgesetzten aus und überarbeitete eine Stellenausschreibung, die schon seit Wochen in verschiedenen Tages- und Fachzeitungen «herumgeisterte» und keinen Erfolg zeigte. So setzte ich all mein Begeisterungsvermögen in die bestehende Stellenanzeige ein und ergänzte das Anforderungs- und Tätigkeitsprofil mit den gesuchten Soft Skills. Der von uns angesprochene Filialleiter sollte daraus ersehen, dass wir keinen «Fachidioten» suchten, sondern eine Chefpersönlichkeit, die seine Mitarbeitenden fordern, fördern, motivieren und begeistern kann.

Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten: Auf das überarbeitete – mit einem emotionalen Touch versehene – Stelleninserat meldeten sich einige gut qualifizierte Bewerber, von denen wir uns für einen Kandidaten entschieden, der sowohl die fachlichen als auch die führungsmässigen Kompetenzen sowie die Soft Skills mitbrachte, die wir uns wünschten. Für meinen Chef war dies eine angenehme Überraschung nach seiner Ferienrückkehr, und er liess mir in der Folge völlig freie Hand bei der Gestaltung von Inseraten mit mehr Emotionalität.

Mehr Emotionalität in Stellenanzeigen liegt im Trend

Eine Stellenanzeige soll ein Blickfang sein und potenzielle Kandidaten «fesseln». Dazu eignen sich – neben einem spannenden Aufgabenkatalog – emotional gefärbte Botschaften besser als streng formal aufgemachte Texte. Hier haben etliche private Firmen – darunter auch Banken – die Zeichen der Zeit besser erkannt als öffentlich-rechtliche Unternehmen wie etwa Spitäler sowie Bundes- und Kantonsverwaltungen, welche nach meiner Einschätzung immer noch zu viel Gewicht auf rein konventionelle und formale Aspekte legen. Als ob in Spitälern und Rehabilitationszentren keine Emotionen zugelassen wären!

Schlussbemerkungen  

Nach wie vor haben Print-Inserate ihren Platz neben den digitalen Botschaften – aber sie müssen in Design und Text einmalig, attraktiv, exklusiv und emotional sein und sich von der Konkurrenz abheben! Ganz abgesehen davon, dass sie einen inneren Wert, also die Wahrheit ausdrücken müssen!

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