18.04.2017

BVG Mindestzinssatz: Der Mindestzinssatz wurde auf ein Prozent gesenkt

Der Bundesrat hat den Mindestzinssatz in der obligatorischen Beruflichen Vorsorge von 1,25% per 1. Januar 2017 auf 1% gesenkt. Mit dem Mindestzinssatz wird bestimmt, zu welchem Satz das Vorsorgeguthaben der Versicherten im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge mindestens verzinst werden muss.

Von: René Mettler   Drucken Teilen   Kommentieren  

René Mettler, eidg. dipl. Versicherungsfachmann

René Mettler arbeitet nach über zwanzigjähriger Erfahrung in den Schadenabteilungen von Versicherungsgesellschaften und nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Schleudertrauma-Verbandes seit 2002 als selbständiger Berater für verunfallte und erkrankte Personen in Versicherungs- und Leistungsfällen. Er ist in den Bereichen Haftpflicht-, Versicherungs- und Sozialversicherungsrecht Dozent an verschiedenen Schulen/Fachhochschulen.

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BVG Mindestzinssatz

Einleitung

Die Höhe des Mindestzinssatzes im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge wird durch den Bundesrat mindestens alle zwei Jahre aufgrund der Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie zusätzlich der Aktien, Anleihen und Liegenschaften geprüft und festgelegt (siehe Tabelle).

Wertschwankungen und Rückstellungen

Zu berücksichtigen ist, dass nicht die ganze Rendite einer Vorsorgeeinrichtung für die Mindestverzinsung verwendet werden kann. Die Vorsorgeeinrichtungen haben auch die gesetzliche Pflicht, Wertschwankungsreserven zu bilden, notwendige Rückstellungen vorzunehmen und die gesetzlichen Rentenanforderungen zu erfüllen. Soweit nicht anderweitig finanziert, müssen sie auch die Verwaltungskosten der Vorsorgeeinrichtung mit dem Vermögensertrag decken.

 

1985–2002:
4,00% 2009–2011:
2,00%
2003:
3,25% 2012–2013:
1,50%
2004:
2,25% 2014–2015:
1,75%
2005–2007:
2,50% 2016:
1,25%
2008:
2,75% 2017:
1,00%

 

 

Mindestzinssatz 2017

Aufgrund der tiefen Zinsen und der ungenügenden Entwicklung der Aktienmärkte wurde der Mindestzinssatz per 1. Januar 2017 auf 1% gesenkt. Der Bundesrat folgte damit der Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für Berufliche Vorsorge. Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder reichten von 0,50% bis 1,25%. Es wurde über verschiedene Varianten abgestimmt. In der Schlussabstimmung hat sich eine Mehrheit für 1% und gegen 1,25% ausgesprochen.

Die Rendite der Bundesobligationen ist weiter gefallen und auf rekordtiefe Werte gesunken. Die Verzinsung der siebenjährigen Bundesobligationen lag Ende September 2016 bei minus 0,73%. Im September des Vorjahrs hatte der Wert noch minus 0,39% betragen.

Tiefe Zinsen im Bereich der Anleihen lassen sich weltweit beobachten. Die Performance der Aktienmärkte war sowohl 2015 als auch im bisherigen Verlauf von 2016 insgesamt unbefriedigend. Mit Immobilien konnte eine ansprechende Rendite erzielt werden, doch beträgt ihr Anteil am Vorsorgevermögen nur 18%.

Angesichts der aktuellen Negativverzinsung von Obligationen guter Qualität ist ein Zinssatz von 1% vergleichsweise attraktiv.

Auswirkungen auf die Altersvorsorge

Das bisherige Altersguthaben wird per 31. Dezember verzinst, die Altersgutschriften im laufenden Jahr erst im folgenden Jahr. Eintrittsleistungen und Einkäufe müssen ab dem Tag, an dem die Vorsorgeeinrichtung über das Guthaben verfügt, verzinst werden.

Der Mindestzinssatz gilt lediglich im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge, also für AHV-Löhne bis CHF 84 600.– mit maximalem Koordinationsabzug von CHF 24 675.–. Für weitere überobligatorische Teile der beruflichen Vorsorge kann ein anderer Zinssatz gewählt werden.

Je tiefer der Mindestzinssatz oder die Verzinsung des überobligatorischen Teils, desto tiefer fällt das Altersguthaben bzw. die Altersrente aus.

Bei Rentenbezug hat die Verzinsung zusätzlich Einfluss auf den künftigen Rentenumwandlungssatz. Mit Erreichen des gesetzlichen oder reglementarischen Rentenalters wird das Altersguthaben nicht mehr verzinst. Die Verzinsung wird beim Rentenumwandlungssatz berücksichtigt. Je tiefer die Verzinsung, desto mehr muss der Rentenumwandlungssatz gesenkt werden. Der Rentenumwandlungssatz hat eine grosse Auswirkung auf die Altersrente. Je tiefer der Rentenumwandlungssatz, desto kleiner die Altersrente.

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