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Koordinationsregeln im UVG: Ein Überblick

Die umfangreichen Koordinationsregeln im UVG mit anderen Sozialversicherungen sind eine Herausforderung. Begriffe wie Ausschliesslichkeit, Kumulation und Überentschädigung der Leistungen kommen allesamt im UVG zur Anwendung. Die Koordination der Versicherungsleistungen bei Unfall findet aufgrund der ganz unterschiedlichen Leistungen auf unterschiedlichen Ebenen statt.

22.09.2022 Von: Beatrix Bock
Koordinationsregeln im UVG

Bei Unfall erbringen mehrere Sozialversicherungen unterschiedliche Leistungen. Besteht eine UVG-Deckung bei Berufs- resp. Nichtberufsunfall, ist der UVG-Versicherer grundsätzlich zuständig. Damit nicht mehrere Versicherer bei einem Unfall gleichzeitig Leistungen erbringen, gibt es je nach UVG-Leistung ganz unterschiedliche Koordinationsregeln im UVG.

Gesetzliche Lohnfortzahlung

Die gesetzliche Lohnfortzahlung sieht bei Unfall in Art. 324b OR eine Lohnfortzahlung von 80% während der Wartefrist bis zum Einsetzen des UVG-Taggeldes vor. Die meisten Arbeitgebenden ergänzen die Lohnfortzahlung auf 100% während den ersten zwei Tagen nach dem Unfall und oft darüber hinaus. Dazu gibt es unterschiedliche Regelungen, die im Personalreglement der jeweiligen Unternehmung festgehalten sind.

Heilbehandlung

Wird eine medizinische Heilbehandlung in Anspruch genommen, können verschiedene Versicherer zuständig sein, weshalb definiert wurde, welcher Versicherer zuerst die Leistungen erbringt. Die Heilbehandlung wird ausschliesslich von einer einzigen Sozialversicherung in folgender Reihenfolge bezahlt:

  1. Militärversicherung
  2. Unfallversicherung
  3. Invalidenversicherung
  4. Krankenversicherung

Erkrankt eine bereits verunfallte Person im Spital, werden die Heilungskosten alleine durch die Unfallversicherung übernommen, auch wenn der Gesundheitsschaden nur zum Teil auf einen von ihm zu deckenden Versicherungsfall zurückzuführen ist. Ebenfalls werden die Gesundheitsschädigungen bezahlt, die während des Spitalaufenthalts auftreten und nicht getrennt behandelt werden können.

Hilfsmittel

Bei einem Unfall können Sachleistungen wie Hilfsmittel gewährt werden. Die Sachleistungen werden in folgender Reihenfolge beglichen:

  1. Militärversicherung oder Unfallversicherung
  2. Invalidenversicherung oder Altersund Hinterlassenenversicherung
  3. Krankenversicherung

UVG-Taggelder

Die Unfalltaggelder werden ab dem 3. Tag nach dem Unfall erbracht und kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt, wobei die Überentschädigungsregel zur Anwendung kommt. Dabei darf das Zusammentreffen von Leistungen mit anderen Sozialversicherungen nicht zur Überentschädigung führen, wobei nur Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung berücksichtigt werden. Eine solche liegt vor, wenn die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den mutmasslich entgangenen Verdienst, zuzüglich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten sowie allfälliger Einkommenseinbussen von Angehörigen übersteigen.

Während in der Krankentaggeldversicherung die Leistungsdauer der Taggelder klar definiert ist, werden die UVG-Taggelder bis zum Einsetzen der UVG-Invalidenrente erbracht, wobei das Datum offenbleibt. Der UVG-Rentenanspruch entsteht erst, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Dieser Zeitpunkt ist individuell und letztlich ungewiss. Dies kann nach einem Jahr, zwei Jahren oder sogar erst nach 5 Jahren der Fall sein.

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