03.01.2018

Kalenderjahreswechsel: Ein Jahresanfang ohne Schrecken

Alljährlich stellt der Kalenderjahreswechsel Personalabteilungen im ganzen Land vor Heraus­forderungen. Neben dem Tagesgeschäft müssen Lohnausweise erstellt, AHV-, Versicherungs- und Quellensteuerdeklarationen ausgefüllt und muss die Lohnbuchhaltung auf das neue Jahr hin angepasst werden.

Von: Brigitte Zulauf   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Zulauf

Brigitte Zulauf, PwC, Partner, Leiterin Treuhand Schweiz, absolvierte die Grundausbildung Wirtschaftsmatura, erwarb anschliessend das Lehrerpatent und 1992 den Fachausweis Treuhänder. Sie bildet sich seitdem laufend weiter und hat im November 2013 den Master of Advanced Studies ZFH in Human Capital Management abgeschlossen. Nebst der Gesamtverantwortung für den Bereich Treuhand bei PwC prägt sie vor allem die Weiterentwicklung der Outsourcing- und Beratungsdienstleistungen rund um die Personal- und Saläradministration.

 

 

 

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Kalenderjahreswechsel

Gleichzeitig bringt der Jahreswechsel in der Regel gesetzliche Änderungen, welche rechtzeitig berücksichtigt werden müssen. Wir weisen auf die wichtigsten Änderungen hin, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Lohnbuchhaltung

Für die Einrichtung der Lohnbuchhaltung des neuen Jahres müssen die arbeitgeberseitigen Verwaltungskosten für AHV-Ausgleichskasse und Familienausgleichskassen überprüft und nötigenfalls angepasst werden. Auch die Ansätze für Personenversicherungen wie die Unfall-, Unfallzusatz- und Krankentaggeldversicherung können sich ändern. Neue oder überarbeitete Gesetze können darüber hinaus zu Anpassungen von spezifischen Lohnarten führen. Als Beispiel für den anstehenden Jahreswechsel seien Lohnarten im Zusammenhang mit der Übernahme von Weiterbildungskosten (siehe nachfolgende Ausführungen zur Subjektfinanzierung) genannt.

Wegleitungen AHV/IV

Alljährlich werden auch die wichtigsten Wegleitungen in der AHV und IV den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig werden jeweils Präzisierungen und Klarstellungen eingearbeitet, welche die Arbeit mit den Wegleitungen erleichtern und die Interpretation der Normen vereinfachen sollen. Die Änderungen in der Wegleitung über den massgebenden Lohn (WML) und die Wegleitung über die Versiche-rungspflicht (WVP) auf das Jahr 2017 hin sind hauptsächlich kosmetischer Natur. So wurden in der WML bereits geltende Regeln in den Bereichen Dividendenaufrechnung und Umrechnung von Renten in Kapital bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses präzisiert, die Rechtsprechung nachgeführt und weitere Klarstellungen zu den Themen Zuwendungen anlässlich besonderer Ereignisse und überobligatorischer Familienzulagen ergänzt.

Die WVP wurde mit Hinblick auf die Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens mit der EU auf Kroatien ergänzt. Auch trägt die Überarbeitung per 1. Januar 2017 dem Umstand Rechnung, dass eine stetige Zunahme der Bedeutung von grenzüberschreitenden Tätigkeiten zu erkennen ist, indem eine erhöhte Dokumentationspflicht verlangt wird, um Ausgleichskassen die Überprüfung der Versicherungspflicht zu vereinfachen. Neu eingeführt wurde das Formular «Antrag zur Weitergeltung des schweizerischen Sozialversicherungsrechts während einer vorübergehenden Tätigkeit im Ausland», welches das bisherige Formular «Antrag auf Entsendung, Entsendungsverlängerung oder langfristige Entsendung» ersetzt. Eine wichtige Präzisierung wurde im Bereich der Teilerwerbstätigkeit bei internationalen Arbeitsverhältnissen gemacht, indem nun explizit festgehalten wird, dass das Kriterium des wesentlichen Teils der Beschäftigung (>25 Prozent) im Verhältnis zum Gesamtpensum zu betrachten ist. Weitere kleinere Anpassungen sowie die Aktualisierung der Rechtsprechung sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Subjektfinanzierung

Ab dem 1. Januar 2018 werden Teilnehmer von Kursen, welche sich auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten, auf Antrag vom Bund direkt finanziell unterstützt. Zusätzlich werden die Bundesbeiträge zugunsten der höheren Berufsbildung signifikant erhöht. Neu werden Zuschüsse an vorbereitende Kurse für eidgenössische Berufs- oder höhere Fachprüfungen direkt an Kursteilnehmende ausbezahlt, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die Studierenden erhalten nach Teilnahme an den eidgenössischen Prüfungen 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren (max. Höhe der Rückerstattung beträgt CHF 9500.– bei Berufsprüfungen, max. CHF 10 500.– bei höheren Fachprüfungen) zurückerstattet, unabhängig vom Prüfungserfolg.

Konkret bedeutet dies für Teilnehmende an entsprechenden Weiterbildungskursen, dass sie für die Finanzierung der Massnahme zunächst selbst besorgt sein müssen. Sie müssen sich sodann auf einem Onlineportal des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI (https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home.html) registrieren und Bundesbeiträge beantragen. Das Onlineportal enthält ebenfalls eine Liste der zuschussberechtigten Weiterbildungskurse, aus welcher ausgewählt werden kann.

Kursteilnehmer, denen die Vorleistung aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, haben unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, Teilbeträge des Bundeszuschusses bereits vor Absolvieren der eidgenössischen Prüfung zu beantragen. Hierfür müssen folgende drei Punkte kumulativ erfüllt sein:

  • Gemäss letzter Steuerveranlagung mussten weniger als CHF 88.– direkte Bundessteuer bezahlt werden
  • Es muss eine schriftliche Verpflichtung abgegeben werden, dass die eidgenössische Prüfung absolviert, und dass innerhalb von 5 Jahren nach erstem Antrag die Prüfungsverfügung über Bestehen oder Nichtbestehen eingereicht wird
  • Die anrechenbaren Kursgebühren müssen CHF 3500.– übersteigen

Wer sich nicht an die schriftliche Verpflichtung hält, sprich die eidgenössische Prüfung nicht absolviert oder die Prüfungsverfügung nicht innerhalb von 5 Jahren einreicht, wird zur Rückzahlung der Teilbeträge verpflichtet.

In der Praxis leisten Arbeitgeber Beiträge an die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Mit der Einführung der Subjektfinanzierung werden Anpassungen an den meisten Weiterbildungsreglementen und -richtlinien nötig, insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung, Unterstützung durch den Arbeitgeber. Die Anpassungen für die Bescheinigung auf dem Lohnausweis sind ebenfalls zu organisieren.

Arbeitgeberkontrollen AHV

Per 1. Januar 2018 wird die strukturierte Lohndeklaration ersetzt durch eine Bestätigung der Korrektheit der Angaben (der individuellen Beitragsabrechnung). Während die entsprechenden Bestimmungen im «Kreisschreiben an die Ausgleichskassen über die Kontrolle der Arbeitgeber» (KAA) erst per 1. Januar 2018 in Kraft treten, ist vorgesehen, die Formulare zur individuellen Beitragsabrechnung des Jahres 2017 die Bestätigung der Korrektheit der Angaben bereits enthalten. Inwiefern die Ausgleichskassen diese Neuerung bereits zum anstehenden Jahreswechsel hin umsetzen, ist mit der zuständigen Ausgleichskasse zu klären.

Weitere Anpassungen betreffen die Anhebung der Lohnsummengrenze zwischen Lohnsummenkategorie I (Jahreslohnsumme CHF 0.– bis neu CHF 150 000.–) und der Lohnsummenkategorie II (Jahreslohnsumme CHF 150 000.– bis neu CHF 500 000.–) sowie Änderungen an Berechnungsformeln, welche die Kontrolltätigkeit der Prüfstellen beeinflussen. Letztlich wird klargestellt, dass eine Firma ab 1. Januar 2017 spätestens innert 4 Jahren seit der Firmengründung kontrolliert wird, sofern ihre Lohnsumme höher als CHF 100 000.– ist.

Wählbare Anlagestrategien (1e-Pläne)

Ab dem 1. Oktober 2017 werden Versicherte mit höheren Einkommen, die bei ihrer Pensionskasse zwischen mehreren Anlagestrategien auswählen können, beim Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung nicht nur einen höheren Anlageertrag mitnehmen, sondern werden auch einen allfälligen Verlust selber tragen. Man spricht von sogenannten 1e-Plänen bei Vorsorgeeinrichtungen, die ausschliesslich Lohnanteile über CHF 126 900.– versichern und ihren Versicherten die Wahl zwischen mehreren Anlagestrategien anbieten. Durch die Wahl der Anlagestrategie kann das angelegte Vorsorgekapital mehr Ertrag abwerfen, wobei aber auch das Risiko eines Anlageverlustes steigt. Die nun in Kraft gesetzte Änderung des Freizügigkeitsgesetzes und der entsprechenden Regelungen in der Verordnung BVV 2 gibt den Vorsorgeeinrichtungen die Möglichkeit, bei einem Austritt aus der Pensionskasse nicht nur allfällige Gewinne mitzugeben, sondern auch einen durch die gewählte Strategie erlittenen Anlageverlust der versicherten Person zu belasten. So muss ein Anlageverlust nicht von den verbleibenden Versicherten im 1e-Plan getragen werden.

Ebenfalls per 1. Oktober 2017 wird aus­serdem die Rückzahlung von Vorsorgegeldern erleichtert, die für den Erwerb von Wohneigentum vorbezogen wurden. Es geht hierbei um Versicherte, die im Rahmen der Wohneigentumsförderung Pensionskassen-Kapital zum Kauf von Wohneigentum bezogen haben und es der Pensionskasse zurückzahlen wollen. Derzeit können sie das bezogene Kapital nur in Tranchen von mindestens CHF 20 000.– zurückbezahlen. Das kann für Versicherte, die nicht über umfang­reiche finanzielle Mittel verfügen, ­eine abschreckende Wirkung haben. Per 1. Oktober 2017 wird dieser Mindestbetrag auf CHF 10 000.– Franken gesenkt. Das soll die Versicherten zu vermehrten Rückzahlungen anregen, damit sie im Zeitpunkt der Pensionierung über ein höheres Vorsorgeguthaben verfügen.

Sozialversicherungsabkommen mit China

Bislang war es für international agierende Unternehmen sehr teuer, Mitarbeitende aus der Schweiz nach China oder umgekehrt zu entsenden. Durch das Fehlen eines entsprechenden Sozialversicherungsabkommens «bezahlte» zumeist der Mitarbeitende, indem sie auf die Weiterführung ihrer Sozialversicherungen im Ursprungsland verzichtete. Die Alternative war, während der beschränkten Dauer des Einsatzes im anderen Land die Sozialversicherungsbeiträge sowohl im Ursprungs- als auch im Einsatzland abzuführen, was zu erheblichen zusätzlichen Kosten (je nach Vereinbarung zu tragen durch den Arbeitgeber oder den Mitarbeitenden) führte.

Nach der Unterzeichnung eines Sozialversicherungsabkommens durch die beiden Staaten Ende September 2015 zeichnete sich in diesem Punkt eine Besserung ab, die sich nun nach der Genehmigung durch die jeweiligen Parlamente konkretisiert hat. Das Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und China ist am 19. Juni 2017 in Kraft getreten. Das Abkommen regelt in erster Linie die Vermeidung der Doppelversicherung in beiden Vertragsstaaten und sieht die Beitragsbefreiung im Einsatzstaat für maximal 6 Jahre vor.

Das Abkommen deckt auf Schweizer Seite die Versicherungszweige AHV und IV ab. Abgeleitet von der Versicherungspflicht in der AHV lassen sich nach schweizerischem Recht Versicherungspflichten für weitere Versicherungszweige wie beispielsweise für die Arbeitslosenversicherung ableiten, welche jedoch nicht explizit erwähnt sind. Auf der chinesischen Seite umfasst das Abkommen die Renten- und die Arbeitslosenversicherung. Die Bestimmungen des Abkommens sind offen formuliert und gelten für alle Personen ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit. Ebenfalls geregelt wird die Versicherungsunterstellung von Familienangehörigen, welche den entsandten Arbeitnehmer begleiten. Die Abkommensbestimmung erlaubt es den nicht erwerbstätigen Ehegatten und Kindern, ebenfalls im Herkunftsstaat versichert zu bleiben, sofern die Voraussetzungen für eine sozialver-sicherungsrechtliche Entsendung gegeben sind.

Das Abkommen sieht keinen Rentenexport vor, sondern erlaubt die Rückerstattung von Beiträgen beim endgültigen Verlassen des Vertragsstaates. In ­China werden die Beiträge verzinst, in der Schweiz gemäss innerstaatlichem Recht nicht. Die Rückerstattung ist auch für chinesische Staatsangehörige, welche derzeit in der Schweiz arbeiten, explizit vorgesehen.

Weitere Neuerungen – kurz zusammengefasst

In Anlehnung an die Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises hat die Arbeitsgruppe Lohnausweis der Schweizerischen Steuerkonferenz den Frage- und Antwortkatalog (FAQ) aktualisiert. Zur Aus- und Weiterbildung sind darin allerdings nach wie vor keine neuen Angaben enthalten, da das diesbezügliche Kreisschreiben noch nicht verabschiedet und publiziert werden konnte. Neu sind im FAQ beispielsweise Bestimmungen zur Abbildung des Feuerwehrsolds und von agogischen Mahlzeiten enthalten sowie die Berechnung des Aussendienstanteils bei Nutzern von Geschäftsfahrzeugen erklärt. Weitere Fragen und Antworten sind in Bearbeitung.

Die Ansätze für Berufskosten und Naturalbezüge erfahren auf das neue Jahr hin keine Anpassungen, es erfolgt kein Ausgleich der kalten Progression. Ein allfälliger Ausgleich wird jährlich auf Grundlage des Landesindexes der Konsumentenpreise überprüft. Da der Indexstand per 30. Juni 2017 jedoch tiefer lag als bei der letzten Anpassung per 2012, erfolgt mangels Teuerung keine Anpassung der Tarife und Abzüge.

Ebenfalls unverändert bleiben die AHV- und IV-Renten. Die Höhe der Renten ist – anders als bei Berufskosten und Naturalbezügen – an einen Mischindex aus Lohn- und Preisentwicklung gekoppelt und wird periodisch alle zwei Jahre geprüft (bei Verschiebungen >4 Prozent auch früher). Da sich sowohl Löhne als auch Preise in den vergangenen Jahren aber relativ schwach entwickelt haben, ist eine Erhöhung der Renten nicht angezeigt. Damit verbunden ändern alle Ansätze, welche sich an diesen Beträgen orientieren, ebenfalls nicht (z.B. Koordinationsabzug BVG, Mindesteinkommen für Familienzulagen etc.).

Bereits festgelegt sind auch die Höchstzahlen für Arbeitsbewilligungen für gut qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten. Der Bund erhöht die sogenannte Bundesreserve in diesen Kategorien um 500 Aufenthaltsbewilligungen B, womit er auf Antrag die zusätzlichen Bedürfnisse von Kantonen, die ihre Kontingente bereits ausgeschöpft haben, erfüllen kann. Insgesamt stehen in dieser Kategorie im 2018 3500 Aufenthaltsbewilligungen B (2017: 3000) und 4500 Kurzaufenthaltsbewilligungen L (2017: 4500) zur Verfügung. Ebenfalls erhöht werden die Kontingente für Dienstleistungserbringer aus der EU/EFTA mit einer Einsatzdauer von über 90 respektive 120 Tagen pro Jahr. Somit stehen für diese Kategorie für das Jahr 2018 insgesamt 500 Aufenthaltsbewilligungen B (2017: 250) und 3000 Kurzaufenthaltsbewilligungen L (2017: 2000) zur Verfügung.

Die Vernehmlassung für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative lief bis am 6. September 2017. Der Bundesrat wird voraussichtlich Anfang 2018 die dazugehörigen Verordnungen verabschieden und über die Inkraftsetzung entscheiden. Das Parlament hat eine Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative beschlossen, die zwar kompatibel ist mit dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU. Allerdings wird der Zuwanderungsartikel in der Verfassung damit nur unvollständig umgesetzt. Der angedachte direkte Gegenvorschlag zur zwischenzeitlich lancierten Rasa-Initiative («Raus aus der Sackgasse», die Initiative welche den Zuwanderungsartikel wieder aus der Verfassung streichen will) wird nach überwiegend negativen Rückmeldungen von Parteien, Verbänden und Kantonen verworfen.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF hat 2015 entschieden, dass Währungsschwankungen als Grund für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung anerkannt werden. Zudem wurde die Höchstbezugsdauer temporär bis Ende 2017 von 12 auf 18 Monate verlängert. Im Juni 2017 entschied in diesem Zusammenhang dann der Bundesrat, dass die auf einen Tag verkürzte Karenzzeit beim Bezug für Kurzarbeitsentschädigung bis Ende 2018 weitergeführt wird. Damit sollen die von der Frankenstärke stark herausgeforderten Unternehmen entlastet werden. Nicht weitergeführt wird jedoch die Höchstbezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate, dies aufgrund der insgesamt positiven Wirtschaftsentwicklung und des rückläufigen und relativ tiefen Niveaus der Arbeitslosigkeit.

Der Bundesrat hat im Oktober 2017 beschlossen, die vom Parlament verabschiedete Änderung des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit (BGSA) auf den 1. Januar 2018 in Kraft zu setzen. Mit der Teilrevision soll den kantonalen Kontrollorganen im Kampf gegen die Schwarzarbeit ein verbessertes Instrumentarium zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden Missbräuche des vereinfachten Abrechnungsverfahrens unterbunden. Mit dem revidierten BGSA werden die gesetzlichen Grundlagen für den Informationsaustausch unter den Behörden erweitert. In der Praxis verfügen insbesondere die kommunalen Behörden oft über Hinweise auf Schwarzarbeit. Neu sollen die Sozialhilfebehörden, die Einwohnerkontrolle und das Grenzwachtkorps den kantonalen BGSA-Kontrollorganen Hinweise auf Schwarzarbeit mitteilen können. Damit kann das Potenzial zur Durchführung von Kontrollen im Rahmen der Bekämpfung der Schwarzarbeit effektiver genutzt werden. Es soll zudem nur noch für die ursprünglich gedachte Gruppe (Angestellte von Privathaushalten bis zu einer Maximalgrenze) eingesetzt werden können und nicht mehr für Briefkastenfirmen mit VR-Honoraren, welche von dem tiefen Steuersatz Gebrauch gemacht haben.

Das heutige Datenschutzgesetz stammt aus dem Jahr 1993 und soll nun durch eine Totalrevision komplett überarbeitet und dem Internetzeitalter angepasst werden. Der Bundesrat hat hierzu die Botschaft am 15. September 2017 verabschiedet. Die wichtigsten Änderungen werden eine Erhöhung des Höchstbetrages von Bussen von derzeit CHF 10 000.– auf neu CHF 250 000.– vorsehen, die Liste der strafbaren Verhaltensweisen kürzen und die Position und Unabhängigkeit des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten stärken. Der Schutz der Daten von Bürgerinnen und Bürgern wird durch die Revision verbessert und das Schweizer Recht an die Entwicklung in der EU angepasst. Durch die Anpassung wird sichergestellt, dass weiterhin Daten zwischen Schweizer Unternehmen und solchen in der EU übermittelt werden können, und die Schweiz von der EU auch in Zukunft als Drittstaat mit angemessenem Datenschutzniveau betrachtet wird. Die neue gesetzliche Grundlage wird insbesondere Personalabteilungen fordern, die sich mit der Umsetzung auf betrieblicher Ebene befassen müssen.

Die für das neue Kalenderjahr anstehenden Änderungen im Personalwesen beschäftigen Unternehmen je nach Ausgangslage unterschiedlich stark. Aus ersten Rückmeldungen sehen wir insbesondere durch die Subjektfinanzierung grossflächigen Handlungsbedarf, um allfällige Ansprüche auf Bundesgelder nicht unnötig zu verpassen.

Zudem hat der Bundesrat am 22. November 2017 entschieden, die Asylabgabe von 10 Prozent auf dem Erwerbseinkommen für vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung sowie Asylsuchende per 1. Januar 2018 zu streichen.

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