21.02.2018

Arbeitsvertrag erstellen: Die 7 Prinzipien guter Verträge

Wer mit dem Anspruch an einen Vertrag herangeht, ihn verstehen und umsetzen zu wollen, macht bereits das Meiste richtig. Dann bleibt man nämlich bei der eigenen Sprache und ahmt nicht etwas nach, das einem nicht vertraut ist. Man belässt es beim Einfachen, weil dies die meisten Verträge ja eigentlich auch sind.

Von: Astrid Lienhart   Drucken Teilen  

Astrid Lienhart

RA Astrid Lienhart ist nach mehrjähriger Tätigkeit an einem erstinstanzlichen Gericht selbständig praktizierende Rechtsanwältin in Zürich und verfügt über profunde Kenntnisse des Privat- und Prozessrechtes. Sie berät und vertritt KMU, Privatpersonen und Startups in allen Belangen des Arbeits-, Vertrags-, IT- und e-Commerce-Rechts sowie des Urheber- und des Wettbewerbsrechts und bearbeitet auch Mandate aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor. In letzter Zeit sind vermehrt Vortragstätigkeiten zu ihrer Tätigkeit dazu gekommen. Auf WEKA Business Media erscheinen regelmässig Fachbeiträge und andere Publikationen von ihr.

Arbeitsvertrag erstellen

Achten Sie darauf, dass Sie passende Bezeichnungen wählen, denen Sie dann auch ausnahmslos treu bleiben – und schon haben Sie viele Fehler der Vertragsredaktion vermieden und mit grosser Wahrscheinlichkeit einen funktionalen Vertrag geschrieben. Die folgenden 7 Prinzipien für gute Verträge sind dabei jedoch unabdingbar.

1. «Für mich und dich» schreiben

Schreiben Sie Ihre Verträge so, dass Sie Ihnen vollständig klar sind. Verwenden Sie keine Musterklausel, deren Bedeutung Ihnen schleierhaft ist. Das ist deshalb so wichtig, weil einem Vertrag nachgelebt werden soll und zwar möglichst genau. Das geht nur, wenn Sie verstehen, was der Vertrag von Ihnen will.

2. Verträge müssen lebbar sein

Verträge müssen lebbar sein: Insgesamt und jede einzelne Klausel für sich alleine. Überlegen Sie immer genau, wie Sie umsetzen wollen/können und leiten Sie aus diesen Überlegungen Ihre Klauseln ab oder überprüfen Sie anhand dieser Überlegungen, ob eine Musterklausel für Ihre Verhältnisse passt oder nicht.

3. Einfach, präzise, klar

Kurze, einfache Sätze bilden. Beamtendeutsch, Befehlserteilung und juristische Fachausdrücke meiden. Ein freundlicher Tonfall schadet nichts.

4. Konsequente und mit Bedacht gewählte Bezeichnungen

Bezeichnungen mit Bedacht wählen. Bezeichnungen konsequent durch den gesamten Vertrag durchziehen. Wiederholungen sind ein Muss!

5. Passende Titel

Titel müssen genau zum Inhalt der jeweiligen Klausel passen. Im Zweifelsfall besser auf Betitelung verzichten.

6. Vertragsredaktion nutzen

Nutzen Sie den Prozess der Vertragsredaktion, um das geplante Geschäft genau zu durchdenken. Notwendigerweise wissen Sie – oder werden sich immer klarer darüber – was Sie eigentlich regeln wollen und müssen. Was sind die zentralen Elemente Ihres Vertrages? Was sind die Hauptleistungen, welche die Parteien untereinander austauschen wollen? Das ist nicht nur für Ihre eigene Klarheit von grosser Bedeutung, sondern stellt für jede spätere Rechtsanwendung äusserst zentrale Weichen.

7. KISS – Keep it short and simple

Grundsatz: Lieber kurz und lückenhaft als lang und widersprüchlich. Je kürzer und einfacher Ihre Klauseln sind, desto besser. Das heisst aber, Sie ahnen es bereits, keineswegs, dass einfache und kurze Klauseln auch schneller verfasst sind. Vielmehr gilt gerade bei der Vertragsredaktion: Je kürzer desto anspruchsvoller.

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