17.07.2014

Konsumkreditvertrag: Checklisten zu Form- und Inhaltsvorschriften

Ein Konsumkreditvertrag muss schriftlich abgeschlossen werden und diverse Pflichtangaben enthalten. Die Kunden erhalten eine Kopie des Vertrags. Das KKG unterscheidet dabei zwischen Barkrediten, Krediten, die der Finanzierung von Waren oder Dienstleistungen dienen, Leasingverträgen und Überziehungskrediten. Finden Sie hier die nötige Information zum Vertragsinhalt, gefolgt von einem Kreditvertragsmuster.

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Konsumkreditvertrag

Inhaltsvorschriften
Verträge über Barkredite müssen folgende Bestandteile enthalten:

  • Nettobetrag des Kredits
  • Effektiver Jahreszins oder, wenn dies nicht möglich ist, den Jahreszins und die bei Vertragsschluss in Rechnung gestellten Kosten sowie die Bedingungen, unter denen der Zinssatz und die Kosten geändert werden können.
  • Elemente der Gesamtkreditkosten, die für die Berechnung des effektiven Jahreszinses nicht berücksichtigt wurden, wenn möglich der genaue Betrag dieser Elemente, wenn das nicht geht, eine Berechnungsmethode oder eine realistische Schätzung. Die Kosten bei allfälliger Nichterfüllung sind dabei nicht zu berücksichtigen. allfällige Höchstgrenze des Kreditbetrags
  • Rückzahlungsmodalitäten, insbesondere den Betrag, die Anzahl und die zeitlichen Abstände oder den Zeitpunkt der Zahlungen zur Tilgung des Kredits und zur Entrichtung der Zinsen und sonstiger Kosten und, wenn möglich, der Gesamtbetrag dieser Zahlungen.
  • Hinweis, dass der Kreditnehmende bei vorzeitiger Rückzahlung Anspruch auf Erlass der Zinsen und auf eine angemessene Ermässigung der Kosten hat, die auf die nicht beanspruchte Kreditdauer entfallen.
  • das Widerrufsrecht und die Widerrufsfrist
  • Sicherheiten, die verlangt werden
  • Pfändbarer Teil des Einkommens, auf dem die Kreditfähigkeitsprüfung basiert. Einzelheiten können in einem vom Konsumkreditvertrag getrennten Schriftstück festgehalten werden; dieses bildet einen integrierenden Bestandteil des Vertrags.

Dient der Konsumkreditvertrag der Finanzierung des Erwerbs von Waren oder Dienstleistungen, so muss er, wie das Gesetz formuliert, auch bestimmte Angaben enthalten:

  • Beschreibung der Waren oder Dienstleistungen
  • Barzahlungspreis und den Preis, der im Rahmen des Kreditvertrags zu bezahlen ist.
  • Höhe der allfälligen Anzahlung, die Anzahl, die Höhe und die Fälligkeit der Teilzahlungen oder das Verfahren, nach dem diese Elemente bestimmt werden, falls sie bei Vertragsschluss noch nicht bekannt sind.  
  • Namen der Eigentümerin oder des Eigentümers der Waren, falls das Eigentum daran nicht unmittelbar auf den Kunden übergeht.
  • Bedingungen, unter denen die Ware in das Eigentum der Kunden übergeht
  • Hinweis auf die verlangte Versicherung                  
  • Versicherungskosten, falls die Wahl des Versicherers nicht den Kunden überlassen wird.

Verträge, mit denen eine Kreditgeberin einen Kredit in Form eines Überziehungskredits auf laufendem Konto oder auf einem Kredit- und Kundenkartenkonto mit Kreditoption gewährt, müssen folgende Punkte enthalten:

  • Höchstgrenze des Kreditbetrags
  • Jahreszins und die bei Vertragsabschluss in Rechnung gestellten Kosten sowie die Bedingungen, unter denen diese geändert werden können
  • die Modalitäten einer Beendigung des Vertrags
  • die Elemente, die der Kreditfähigkeitsprüfung zu Grunde gelegt wurden. Einzelheiten können in einem vom Kredit- oder Kundenkartenvertrag getrennten Schriftstück festgehalten werden; dieses bildet einen integrierenden Bestandteil im Konsumkreditvertrag.

Während der Vertragsdauer muss der Kreditgeber die Kunden über jede Änderung des Jahreszinses oder der in Rechnung gestellten Kosten unverzüglich informieren. Diese Information kann in Form eines Kontoauszugs erfolgen. Wird eine Kontoüberziehung stillschweigend akzeptiert und das Konto länger als drei Monate überzogen, so ist der Kreditnehmende Änderungen zu informieren über den Jahreszins und die in Rechnung gestellten Kosten sowie alle diesbezüglichen.

Mangelhafte Erfüllung des Erwerbsvertrages
Die Kreditnehmenden haben das unabdingbare Recht, die Einreden aus dem Konsumkreditvertrag gegenüber jedem Abtretungsgläubiger geltend zu machen. Wer im Hinblick auf den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen einen Konsumkreditvertrag von über CHF 500.– mit einer anderen Person als dem Lieferanten abschliesst, kann gegenüber dem Kreditgeber alle Rechte geltend machen, die ihm gegenüber dem Lieferanten zustehen,

  • wenn zwischen dem Kreditgeber und dem Lieferanten eine Abmachung besteht, nach der Kredite an Kunden dieses Lieferanten ausschliesslich von dem Kreditgeber gewährt werden und der Kunde den Kredit im Rahmen dieser Abmachung erhält;
  • wenn die unter den Konsumkreditvertrag fallenden Waren oder Dienstleistungen nicht oder nur teilweise geliefert werden oder nicht dem Liefervertrag entsprechen;
  • wenn die Kunden die Rechte gegenüber dem Lieferanten erfolglos geltend gemacht haben.

Beendigung der Verträge
Die Kreditnehmenden haben die Möglichkeit, Konsumkreditverträge vorzeitig zu beenden, indem sie ihre Verpflichtungen erfüllen. Dann haben sie den Anspruch auf Erlass der Zinsen und auf eine angemessen Ermässigung der Kosten für die nicht beanspruchte Kreditdauer. Der Kreditgeber kann erst dann vom Konsumkreditvertrag zurücktreten, wenn Teilzahlungen ausstehend sind, die mindestens 10 Prozent des Nettobetrags des Kredits- bzw. des Barzahlungspreises ausmachen.

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