19.01.2016

Kreditvertrag: Näheres zum Bankkredit

Unter dem Bankkredit ist die vertragliche Zusicherung der Bank zu verstehen, dem Kreditnehmer unter bestimmten Bedingungen und gegen dessen Rückzahlungs- und Zinsverpflichtung eine geldwerte Leistung zukommen zu lassen (Geldkredit) oder zu seinen Gunsten gegenüber einem Dritten eine Verpflichtung einzugehen (Verpflichtungskredit).

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Kreditvertrag

Kreditgeschäft

Die Kreditgewährung gehört zu den ursprünglichsten Tätigkeiten der Banken. Auch heute noch ist sie die volkswirtschaftlich wichtigste Funktion der Bankinstitute. Für die Banken selbst stellt sie eine wesentliche Einnahmequelle dar: Die Differenz zwischen dem Zins, den sie dem Kreditnehmer verrechnen, und jenem Zins, zu welchem sie sich selbst refinanzieren, fliesst ihnen als Ertrag zu.

Während der Kredit für den Kreditnehmer einen Passivposten in dessen Bilanz darstellt, erscheint er in der Bankbilanz als Forderung und somit als ein Aktivum. Das Kreditgeschäft der Banken gilt deshalb als sog. Aktivgeschäft (dies im Gegensatz zum →Depotgeschäft).

Für die kreditgebende Bank sind mit dem Kreditgeschäft untrennbar gewisse Risiken verbunden. Als Wichtigste zu nennen sind etwa das Bonitätsrisiko (bezüglich des Kreditnehmers), das Währungsrisiko (bezüglich der Währung, in der ein Kredit gewährt wurde) und das Branchenrisiko (bezüglich der Branche, in der ein Kreditnehmer tätig ist). Aufgrund einer Risikoanalyse wird die Bank die Kreditvergabe entscheiden und die Kreditkosten, die dem Kreditnehmer in Form von Zinsen in Rechnung gestellt werden, berechnen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Analyse ist dabei die Art der Sicherheiten, die der Kreditnehmer der Bank zur Verfügung stellt (siehe →Sicherung des Bankkredits). Während der Laufzeit des Kredits wird die Bank ferner die mit der Kreditvergabe zusammenhängenden Risikofaktoren überwachen und periodisch überprüfen. Nur so ist es der Bank möglich, bei einer sich abzeichnenden Verschlechterung der Risikolage rechtzeitig die notwendigen Massnahmen einzuleiten.

Kreditvertrag

Der Bankkredit ist im schweizerischen Obligationenrecht nicht als besondere Vertragsart geregelt. Die anwendbaren Bestimmungen ergeben sich vielmehr aus dem allgemeinen Teil sowie (je nach Kreditart) aus verschiedenen besonderen Vertragsverhältnissen (z.B. Darlehen oder Auftrag). Betreffend die Form des Kredits bestehen keine gesetzliche Vorschriften. In der Regel bestehen die Banken jedoch auf einer schriftlichen Regelung des Kreditvertrages, in der oftmals auf die →Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank verwiesen wird.

Besondere Erwähnung verdient der sog. Kreditöffnungsvertrag, bei dem sich die kreditgebende Bank verpflichtet, dem Kreditnehmer während einer bestimmten Dauer einen Kredit bis zu einer bestimmten Limite zur Verfügung zu stellen. Der Kreditnehmer seinerseits ist berechtigt, nicht jedoch verpflichtet, diesen Kredit in einem beliebigen Zeitpunkt und in beliebigem Betrag innerhalb der vereinbarten Zeitspanne und Maximalhöhe zu beanspruchen. Der Kreditöffnungsvertrag unterscheidet sich dadurch von der Vereinbarung betreffend die Einräumung eines festen Vorschusses, bei dem der Kreditnehmer verpflichtet ist, den bereitgestellten Kredit zu beanspruchen und dafür auch Zinsen zu bezahlen.

Für die Bereitstellung bzw. die Gewährung eines Kredites im Rahmen eines Kredit- bzw. Kreditöffnungsvertrages erheben die Banken neben dem eigentlichen Zins verschiedene Kreditkommissionen: Einerseits wird im Rahmen des Kreditöffnungsvertrages oftmals eine Bereitstellungskommission vereinbart, die der Kreditnehmer für die Zeit bezahlt, in der er den Kredit nicht in Anspruch nimmt. Benutzt er den Kredit, wird statt dessen und zusätzlich zum Zins eine Kreditkommission fällig, die sich je nach Vereinbarung vom durchschnittlich beanspruchten oder vom höchstbeanspruchten Kreditbetrag innerhalb einer bestimmten Zeitspanne bemisst.

Kreditarten

In der Praxis existiert eine Vielzahl von verschiedenen Kreditarten, die sich nach unterschiedlichsten Kriterien (z.B. nach Verwendungszweck, Sicherstellung, Leistung oder Benutzer) gliedern lassen. Nachfolgend werden die wichtigsten Kreditarten kurz charakterisiert. Der sog. →Konsumkredit wird in einem separaten Beitrag beschrieben, Ausführungen zum →Hypothekarkredit finden sich im Unterkapitel zur →Sicherung des Bankkredits.

Auf die Unterscheidung von Geldkredit und Verpflichtungskredit wurde bereits eingegangen: Beim Ersteren stellt die kreditgebende Bank dem Kreditnehmer eine geldwerte Leistung zur Verfügung, im zweiten Fall übernimmt sie zugunsten des Kreditnehmers eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten.

Ein Kredit kann auch danach unterschieden werden, ob er in einem Mal oder in mehreren Tranchen bezogen werden kann: Beim festen Vorschuss gewährt die Bank dem Kreditnehmer einen einmaligen Betrag; beim Kontokorrent hingegen kann der Kredit bis zu einer vereinbarten Limite in mehreren Teilbeträgen beansprucht werden.

Ein wesentliches Kriterium ist ferner, ob der Kreditnehmer der Bank Sicherheiten zur Verfügung stellt oder nicht. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem ungedeckten Kredit oder Blankokredit. Haften dagegen Vermögenswerte oder Dritte neben dem Kreditnehmer für die Kreditforderung, spricht man von einem gedeckten Kredit. Die verschiedenen Sicherheiten werden im Unterkapitel → Sicherung des Bankkredits dargestellt.

Daneben wird in der Praxis nach Privatkredit und kommerziellem Kredit unterschieden, je nach dem, ob die kreditgebende Bank einer Unternehmung oder einem Privaten Kredit gewährt. Und schliesslich wird auch danach gefragt, ob der Kreditnehmer den Kredit einsetzt, um damit selbst neue Wirtschaftsgüter zu schaffen (produktiver Kredit), oder ob der Kredit für private Zwecke eingesetzt wird (konsumtiver Kredit). Wichtigster Vertreter der letztgenannten Kreditart ist der →Konsumkredit.

Konsumkredit

Seit 1994 ist der Konsumkredit auf Bundesebene im →Bundesgesetz über den Konsumkredit (KKG) geregelt. Dieses löste die zahlreichen kantonalen Bestimmungen sowie ein interkantonales Konkordat ab.

Das KKG erfasst sämtliche Verträge zwischen einer kreditgebenden Person – welche also auch eine Nichtbank, z.B. gewerbsmässiger Anbieter eines Wirtschaftsgutes sein kann – und einem Konsumenten, welche einen Zahlungsaufschub, ein Darlehen oder eine ähnliche Finanzierungshilfe zum Inhalt haben. Der Geltungsbereich des KKG geht damit deutlich über die eigentliche Kreditgewährung, wie sie durch die Banken betrieben wird, hinaus.

Die wichtigsten Merkmale des Konsumkredits nach dem KKG sind die folgenden:

  • der Kreditbetrag liegt zwischen CHF 350.- und 40'000.–
  • die Gewährung erfolgt ohne Sicherheiten (also als →ungedeckter Kredit)
  • die Rückzahlung erfolgt in einem Zeitraum von mehr als drei Monaten

Das KKG enthält eine ganze Reihe von Bestimmungen zum Schutze des Konsumenten. So sind Konsumkreditverträge zwingend schriftlich abzuschliessen, wobei dem Konsumenten eine Kopie zu überreichen ist. Der Vertrag selbst muss insbesondere den Nettobetrag des Kredits, den effektiven Jahreszins und die Rückzahlungsmodalitäten enthalten. Dient der Kreditvertrag der Finanzierung des Erwerbs von Waren oder Dienstleistungen, muss er überdies deren Beschreibung, den Barzahlungspreis und allfällige Anzahlungen enthalten. Verletzt der Kreditgeber diese Bestimmungen, hat dies die Nichtigkeit des Konsumkreditvertrages zur Folge. Der Konsument hat in diesem Fall zwar die Kreditsumme zurückzuzahlen, schuldet aber weder Zinsen noch Kosten.

Sicherung

Die von den Banken gewährten Kredite lassen sich nach verschiedenen Kriterien gruppieren. Hier folgt eine Gliederung nach der Art, wie die ausstehenden Forderungen der Bank auf Zahlungen der Zinsen sowie auf ratenweise oder vollumfängliche Amortisation durch den Schuldner oder durch Drittpersonen gesichert werden. Grundsätzlich haben Bestand, Werthaltigkeit und Verwertbarkeit der Sicherung einen unmittelbaren Einfluss auf die Höhe der Zinsen. So liegen etwa die Zinssätze für grundpfändlich gesicherte Kredite deutlich unter jenen für (ungesicherte) Blankokredite. Bankintern hängt auch der Umfang der mit der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenmittelunterlegung (Art. 4 bis BaG) verbundenen Kosten von der Art der Sicherung eines Kredites ab.

Ein Beispiel: Der Lombardkredit ist eine Form der Kreditsicherung, oft auch "Lombardierung" genannt, die insbesondere im Bereich der Vermögensverwaltung für Privatkunden (Private Banking) angewandt wird. Es geht dabei um die Verpfändung von Wertpapieren und anderen Wertrechten im Depot eines Kunden zur Sicherung von Kreditaufnahmen, die häufig ihrerseits wieder zum Kauf von weiteren Titeln dienen. Diese Art der Vergrösserung des Depots, aber auch des damit zusammenhängenden Risikos, wird als "leverage" bezeichnet. Lombardkredite, werden von der Bank gerne gewährt, da die Aufbewahrung von Wertschriften (meist bei der Bank selbst), ihre Verpfändung und ihre Verwertung relativ einfach sind und bei korrekter Handhabung kaum zu Verlusten führen. Finden Sie hier einen Lombardkreditvertrag zum Herunterladen und Anwenden.

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