16.07.2014

Inhaberaktien: Die echten Inhaberpapiere i.S.v. Art. 978 OR

Die Inhaberaktie wird im Gesetz nicht definiert. Es handelt sich um echte Inhaberpapiere im Sinn von Art. 978 OR. Allein die Vorlage des Wertpapiers berechtigt den Inhaber, die in der Aktie verkörperten Mitgliedschafts- und Vermögensrechte auszuüben .

Von: Michael Rutz   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lic. iur. Michael Rutz, Rechtsanwalt

Michael Rutz studierte an der HSG und erwarb im Jahr 2004 das Anwaltspatent. Er befasst sich vorzugsweise mit Gesellschaftsrecht, Steuer- und Abgaberecht, Bau- und Planungsrecht, bäuerlichem Bodenrecht sowie Vertragsrecht. Als Notar beurkundet er gesellschaftsrechtliche Angelegenheiten, sowie Ehe- und Erbverträge und öffentliche letztwillige Verfügungen.

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Inhaberaktien

Die Statuten können bestimmen, dass Namenaktien später in Inhaberaktien oder Inhaberaktien in Namenaktien umgewandelt werden sollen oder dürfen (Art. 622 Abs. 3 OR).Der Inhaber einer Inhaberaktie ist der Gesellschaft nicht namentlich bekannt. Es besteht auch keine Pflicht zur Führung eines Aktienbuchs. Der Nachteil ist, dass das Aktionariat damit der Gesellschaft nicht bekannt ist und die Einladungen zur Versammlung unter Umständen im schweizerischen Handelsamtsblatt publizieren muss. Die Anonymität der Aktionäre kann auch bei bewilligungspflichten Grundstücksgeschäften der Aktiengesellschaft zu einem Problem führen. Dabei muss die Gesellschaft darlegen, dass sie nicht durch ausländische Personen beherrscht wird.

Ausgabe von Inhaberaktien

Die Aktientitel müssen durch mindestens ein Mitglied des Verwaltungsrates unterschrieben sein. Die Gesellschaft kann bestimmen, dass auch auf Aktien, die in grosser Zahl ausgegeben werden, mindestens eine Unterschrift eigenhändig beigesetzt werden muss (Art. 622 Abs. 5 OR). Auf den Inhaber lautende Aktien dürfen erst nach der Einzahlung des vollen Nennwertes ausgegeben werden (Art. 683 Abs. 1 OR). Vor der Volleinzahlung ausgegebene Aktien sind nichtig. Schadenersatzansprüche bleiben vorbehalten (Art. 683 Abs. 2 OR).

Hinweis
Die Ausgabe von nicht voll liberierten Inhaberaktien ist nicht zulässig.

Übertragung von Inhaberaktien

Ein Vorteil der Inhaberaktie ist deren leichte Übertragbarkeit. Die Übertragung folgt den sachenrechtlichen Grundsätzen und setzt ein gültiges obligatorisches Grundgeschäft, die Übergabe des Besitzes am Aktientitel und die Verfügungsbefugnis des Verkäufers voraus (BSK OR II-Baudenbacher, N 12 zu Art. 622 OR).

Der Erwerber der Inhaberaktie erhält automatisch die Aktionärseigenschaft und sämtliche daraus ableitbare Vermögens- und Mitwirkungsrechte (BSK OR II-Oertle/du Pasquier, N 1 zu Art. 683 OR).

Hinweis
Die Übertragbarkeit von Inhaberaktien kann in den Statuten nicht beschränkt werden.

Die leichte Übertragbarkeit der Inhaberaktie birgt aber auch Gefahren. Gelangt eine Inhaberaktie in falsche Hände, so kann diese Person die Aktionärsrechte ausüben.

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